Die Cala Marmols gehört schon lange zu meinen liebsten Buchten im Süden Mallorcas. Ich bin schon mehrfach hingewandert und habe sie oft auf Instagram gezeigt. Außerdem sehen wir das Boot regelmäßig an der Küste vorbeifahren und haben immer wieder gesagt: Diese Bootstour müssen wir eigentlich auch mal machen.

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Ein bisschen skeptisch war ich trotzdem. Viele der Stopps unterwegs kennen wir natürlich längst, weil wir in der Gegend wohnen und dort oft unterwegs sind. Aber genau das war am Ende gar nicht entscheidend. Die Tour hat uns vor allem wegen der Küstenabschnitte überrascht, die man vom Land kaum oder gar nicht sieht und weil man die Cala Marmols im Sommer so viel entspannter erreicht als zu Fuß.
Die Tour auf einen Blick
- Start: Cala Figuera
- Gruppengröße: maximal 11 Gäste
- Dauer: circa 3 Stunden
- Geeignet für: Familien mit Kindern ab ca. 6 Jahren
- Voraussetzungen: sicher im Wasser
- Inklusive: Schnorchelausrüstung, Getränk
- Highlights: Schnorcheln, Höhlen, Klippen, fast einsamer Strand
Warum das Boot die bessere Alternative zur Cala Marmols ist
Ja klar kann man zur Cala Marmols auch hinlaufen. Haben wir auch schon gemacht. Aber mehr als ein Wanderziel ist die Bucht eigentlich der perfekte Platz für einen Badeausflug. Und genau dafür ist der Sommer natürlich die beste Zeit.



Das Problem: Im Sommer ist es für die Wanderung zu heiß. Du läufst mindestens eine Stunde in jede Richtung, größtenteils oben auf der Steilküste und ohne Schatten. Im Frühling und Herbst ist das sehr angenehm. Bei hochsommerlichen Temperaturen würde ich den Weg allerdings nicht unbedingt machen wollen. Vor allem nicht mit allem, was man als Eltern für einen längeren Badestopp noch so mitschleppt.
Aber das ist nicht der einzige Vorteil. Mit dem Boot kommst du nicht nur schneller und deutlich entspannter zur Cala Marmols, sondern siehst unterwegs auch noch einen Küstenabschnitt, den man von Land nur erahnen kann. Besonders spannend wird es hinter der Cala s’Almunia. Dort geht es an Höhlen, ehemaligen Steinbrüchen, kleinen Naturpools und einer beeindruckenden Steilküste vorbei. Vieles davon sieht man von oben gar nicht richtig und an manche Stellen kommt man vom Land überhaupt nicht heran.
So läuft die Bootstour konkret ab
Die Tour startet in Cala Figuera, dem kleinen, ziemlich fotogenen Hafenort in der Gemeinde Santanyí, der eigentlich schon für sich ein schönes Ausflugsziel ist. Je nach Jahreszeit starten die Boote zu unterschiedlichen Zeiten am Vormittag. Der Treffpunkt liegt direkt unten im Hafen und ist eigentlich nicht zu verfehlen.
Von Cala Figuera vorbei an Badebuchten und Naturdenkmälern
Am Anfang geht es noch ganz gemütlich durch den Hafen von Cala Figuera Richtung offenes Meer. Für mich war das schon spannend, weil ich den Ort sehr gut kenne, den Hafen aber sonst immer nur von Land sehe.
- Cala Santanyí: kurze Fahrt durch die Bucht mit viel typischer Sommer- und Urlaubsstimmung.
- Es Pontàs: eines der Highlights unterwegs, mit dem Boot fahren wir direkt durch das große Felstor hindurch.
- Cala Llombards: kurzer Fotostopp in der Bucht, bevor es mit mehr Geschwindigkeit weitergeht.
- Caló des Moro: vom Wasser aus deutlich weniger spektakulär als von Land, dafür bekommt man einen guten Eindruck davon, wie voll es dort wirklich ist.
- Cala s’Almunia: die alten Bootshäuser direkt am Wasser sind auch vom Meer aus ein schönes Fotomotiv.






Bis hierher hat man im Grunde all die Orte gesehen, die viele Urlauber im Südosten ohnehin kennen. Hinter s’Almunia beginnt dann der Teil der Tour, den deutlich weniger Menschen zu Gesicht bekommen.
Höhlen, Steinbrüche und Orte, die man sonst nicht sieht
Besonders spannend fand ich den alten Steinbruch direkt an der Küste. Hier wurde früher der für Santanyí typische Marès-Sandstein abgebaut. In einer der ausgewaschenen Stellen hat sich ein kleiner Naturpool gebildet, zu dem ich mit meinem Sohn schon einmal mit dem SUP gepaddelt bin. Direkt daneben liegt eine Höhle, in die das Ausflugsboot ein Stück hineinfährt.



Schade ist eigentlich nur, dass hier kein Badestopp eingeplant ist. Der Naturpool ist wirklich ein ziemlich besonderer Platz zum Schwimmen. Aber auch vom Boot bekommt man einen guten Eindruck und vor allem jede Menge Möglichkeiten für Fotos.
Danach geht es weiter an der Steilküste entlang, vorbei an weiteren kleinen Höhlen und Buchten bis zur Cala Figuereta. Auch die ist vom Land nur schwer zu erreichen und dementsprechend ein Ort, an dem gerne Segelboote ankern, um in fast kompletter Einsamkeit schwimmen zu können.
Badepause an der Cala Marmols
Aber auch wir bekommen natürlich noch die Möglichkeit zu schwimmen. Und zwar ziemlich bald, denn jetzt erreichen wir das eigentliche Ziel der Tour: die Cala Marmols.
Im Sommer kann es gut sein, dass hier einige Boote ankern. Davon solltest du dich aber nicht abschrecken lassen, denn nur die wenigsten fahren oder schwimmen tatsächlich bis an den Strand. Unser Boot ankert außerhalb des Badebereichs und der Skipper sagt uns, wann wir wieder zurück sein müssen.
Die anderen Teilnehmer haben sich erst noch Schnorchelausrüstung und Schwimmzubehör genommen. Wir hatten alles selbst dabei und sind deshalb direkt ins Wasser gesprungen und zum Strand geschwommen. Und dort waren trotz Ferienzeit vielleicht zehn Leute. Nachdem wir kurz vorher den komplett überfüllten Caló des Moro gesehen hatten, war das schon ein ziemlicher Unterschied.


Was mir aber fast noch mehr aufgefallen ist: die Stille. An den beliebten Badebuchten steigt im Sommer mit der Zahl der Menschen automatisch auch der Geräuschpegel. Hier hat eigentlich nur das Wasser geplätschert.
Später sind wir noch gemeinsam schnorcheln gegangen und ich war überrascht, wie viele Fische hier direkt über dem Sand unterwegs waren. Wir schnorcheln ziemlich oft, suchen dafür aber normalerweise felsige Stellen auf, weil sich dort einfach mehr Tiere verstecken. In einer sandigen Badebucht mit vielen Menschen sieht man meistens deutlich weniger. Hier war es so ruhig, dass die Fische ganz selbstverständlich mit uns über den Sand geschwommen sind.
Für mich bleibt die Cala Marmols einer der schönsten Strände im Südosten Mallorca. Wenn du dir die Wanderung zutraust, kannst du natürlich zu Fuß hierherkommen. Den Weg beschreibe ich ausführlich in meinem Artikel zur Cala Marmols.
Wenn du lieber ohne eine Stunde Fußweg in jede Richtung hierherkommen möchtest, kannst du die Bootstour direkt hier buchen.
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Rückfahrt nach Cala Figuera

Nach der Badepause gibt es erst noch ein kühles Getränk und dann geht es auf direktem Weg und mit ordentlich Geschwindigkeit zurück nach Cala Figuera. Zum Abschluss fahren wir noch einmal in die beiden Arme des Hafens hinein und fischen dabei noch ein wenig Müll aus dem Wasser. Schade, dass das überhaupt nötig ist.
Kurz danach legen wir wieder am Hafen an und damit ist die Tour auch schon vorbei.
Für wen lohnt sich die Bootstour?
Die Tour ist keine klassische Familienaktivität und das meine ich gar nicht negativ. Sie eignet sich genauso gut für Paare, Alleinreisende oder alle, die Mallorcas Küste einmal aus einer anderen Perspektive sehen möchten. Das Boot ist klein, die Gruppe überschaubar und zwischendurch wird ordentlich Gas gegeben. Gleichzeitig geht es aber nicht um Action um jeden Preis, sondern vor allem um die Landschaft und den Badestopp an der Cala Marmols.
Ich würde die Tour vor allem empfehlen, wenn du:
- kleinere Gruppen angenehmer findest als große Ausflugsboote,
- gerne Buchten und Küstenabschnitte siehst, die vom Land nur schwer erreichbar sind,
- kein Problem damit hast, auch mal nass zu werden,
- sicher schwimmen kannst und Lust auf Schnorcheln hast,
- Cala Marmols besuchen möchtest, ohne dorthin zu wandern.
Und mit Kindern?
Auch Kleinkinder dürfen mit auf die Tour. Allerdings würde ich hier ein wenig abwägen.
Das Boot ist ein RIB, also ein relativ kleines, schnelles Schlauchboot mit festem Rumpf. Man fällt da nicht einfach so heraus, aber wenn in einer engen Kurve beschleunigt wird, merkt man schon deutlich, dass man sich besser festhält. Herumlaufen kann man während der Fahrt nicht.



Das wäre für mich auch der entscheidende Punkt bei kleineren Kindern. Bis zur Cala Marmols sitzt man eine ganze Weile im Boot. Wenn dein Kind gerne schaut, Boote spannend findet und sich von Höhlen, Felsen und den Buchten unterwegs begeistern lässt, kann das problemlos funktionieren. Wenn nach zehn Minuten die Frage kommt, wann man endlich aufstehen oder irgendwo spielen kann, wird die Fahrt wahrscheinlich für alle Beteiligten ziemlich lang.
Ich persönlich würde die Tour deshalb eher ab dem Schulalter empfehlen. Nicht, weil jüngere Kinder grundsätzlich nicht mitfahren könnten, sondern weil ich ab diesem Alter eher einschätzen kann, ob mein Kind die Fahrt auch genießen wird.
Ein zweiter Punkt ist die Badepause. Das Boot ankert in mehr als zwei Meter tiefem Wasser und von dort schwimmt man zum Strand. Schwimmwesten sind an Bord vorhanden. Trotzdem solltest du dich selbst dabei wohlfühlen.
Mit sehr kleinen Kindern würde ich persönlich die Tour eher nicht machen, auch wenn der Anbieter sie grundsätzlich mitnimmt.
Weniger geeignet ist die Bootstour außerdem, wenn du schnell seekrank wirst oder eigentlich einen langen Strandtag suchst. Die Cala Marmols ist der Höhepunkt der Tour, aber du bleibst dort nicht mehrere Stunden. Es ist eine Bootstour mit Badepause, kein Transfer zu einem Strandtag.
Praktische Tipps für die Bootstour
- Saison: Die Tour fährt mehrmals täglich von Mai bis Oktober.
- Rechtzeitig reservieren: Auf dem Boot gibt es nur 11 Plätze. In der Hauptsaison sind die Touren schnell ausgebucht.
- Mit Kindern: Der Anbieter nimmt auch kleine Kinder mit. Ich persönlich würde die Tour eher ab etwa sechs Jahren empfehlen.
- Schwimmkenntnisse: Für die Badepause solltest du dich im Wasser sicher fühlen. Schwimmwesten sind an Bord vorhanden.
- Was mitnehmen: Am besten schon in Badesachen kommen und nicht zu viel einpacken. Ein Handtuch, Wasser, eventuell ein kleiner Snack und Sonnenschutz reichen völlig aus. Auf dem Boot trocknet man schnell wieder.
- Sonnenschutz: Das Boot hat eine Abdeckung, aber nur die hinteren Plätze liegen im Schatten. Sonnencreme und Kopfbedeckung trotzdem mitnehmen.
- Schnorchelausrüstung: Wird gestellt. Ich nehme trotzdem lieber meine eigene mit.
- Getränke: Ein kaltes Getränk ist inklusive, Bier oder Softdrink. Wasser trotzdem unbedingt selbst mitnehmen.
- Parken in Cala Figuera: Kann etwas nervig sein. Komm lieber früh und such in den Nebenstraßen oberhalb des Hafens. Mittwochs und samstags ist Markt in Santanyí, dann kann die Anfahrt deutlich länger dauern, deshalb unbedingt mehr Zeit einplanen.
- Vorher oder nachher essen: Ich mag das Restaurant Es Port oberhalb des Hafens. Von dort hast du einen schönen Blick über Cala Figuera.
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