Jaia Corema: Die Fastenhexe


Nach der närrischen Zeit des Karnevals kommt die Fastenzeit, die Quaresma, und mit ihr eine der markantesten mallorquinischen Märchenfiguren, die Jaia Corema. Diese alte Frau (viele sagen, sie sei eine Hexe) ist heutzutage fast nur noch in den Schulen und Kindergärten der Insel unterwegs. Das Besondere an ihr: Sie hat sieben Beine. Und jeden Sonntag bis Ostern wird sie eins davon verlieren.

Die Fastenhexe auf Mallorca: Jaia Corema

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Die Jaia Corema ist eine Art Adventskalender. Nur dass sie statt die Tage bis Weihnachten zu verkürzen, die Wochen der Fastenzeit bis Ostern zählt. Der Brauch stammt aus dem religiös geprägten, ländlichen Raum, wo die Fastenzeit eine Zeit von Entbehrung markierte. Wir haben an unserer Fastenhexe sieben Strümpfe hängen, in denen – nah ahnt ihr es? – etwas Süßes wartet. Das Schöne an gemischten Familien ist, dass man auch die Traditionen neu durchmischen kann.

Ursprung der Jaia Corema

Warum hat die Fastenhexe sieben Beine? Das sagt die Überlieferung nicht. Aber es gibt ein Theaterstück, in dem neben der Jaia Corema ein Zauberer auftritt. Meine Jungs erzählen eine ähnliche Geschichte. Da die Hexe den Kindern immer hinterhergerannt sei und ihnen Angst machte, wurde sie von einem kinderlieben Zauberer mit sieben Beinen gestraft. Von denen sie eines nach dem andern verliert, bis sie gar nicht mehr laufen kann.

Natürlich gab es diese Fastenhexe im richtigen Leben nie. Die Jaia Corema bestand und besteht aus Pappe, Karton oder bemalten Holz. In einer Hand hält sie einen getrockneten Schellfisch, in der anderen entweder einen Bund Möhren oder einen Korb voller Gemüse. Alles für die Fastenzeit typische Nahrungsmittel. Neben den sieben Beinen hat sie auch nur sieben Zähne. Mit dem Essen ist es bei ihr also nicht weit her.

Die Fastenzeit auf Mallorca

Die Fastenhexe Jaia Corema

Die Fastenhexe ist alt und hässlich, aber nicht böse, auch wenn sie sehr an allen Menschen zehrt und Kinder gerne erschreckt. Sie repräsentiert den Geist der Fastenzeit und ist allwissend. Eine, die es sieht, wenn jemand heimlich Schokolade oder Sobrassada nascht.

Ursprünglich wurde sie am Aschermittwoch in der mallorquinischen Küche oder im Esszimmer an der Wand angebracht. Jeden Sonntag wurde feierlich eines der Beine abgeschnitten. Am Ostersamstag verbrannte man dann den Rest, der von der alten Dame noch übrig geblieben war. Am Donnerstag der vierten Woche der Fastenzeit gab es zusätzlich eine kleine öffentliche Feier. Bei diesem „Bergfest“ wurde die Jaia Corema in der Mitte auseinander geschnitten und somit die verbleibenden 20 Tage bis Ostern markiert.

Kinderlied der Jaia Corema

Heute tragen vor allem öffentliche Einrichtungen die Tradition der Jaia Corema weiter. Jede Schulklasse hat eine in ihrem Klassenzimmer. Immer freitags darf ein Schüler ein Bein abtrennen und mit nach Hause nehmen. Manchmal besucht sie die Kinder auch.

Zwei Arme, sieben Beine, große Nase, kleiner Fuß, die Jaia Corema ist wieder zurück. Mit Holz und einem Kabeljau. Und jede Woche wird sie ein Bein verlieren.

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