Es Pontás: Mallorcas spektakuläres Felsentor


Es Pontàs ist auf Mallorca eine Berühmtheit. Von allen Felsbögen ist es wohl der Bekannteste. Wohl auch, weil das Naturdenkmal leicht zu erreichen ist. Zum Fotospot geht es über einen kleinen Pfad zu einer Aussichtsplattform. Aber auch meerseitig ist das Es Pontàs sehr spektakulär.

Felsentor Es Pontàs Mallorca

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Wisst ihr, was diesen Beitrag anders macht, als andere, die im Internet findet? Wir wohnen in der Nähe. Mein Mann ist früher mit seinen Freunden in die Höhle hinter dem Es Pontàs geklettert, um die Schule zu schwänzen. Das selbst ist natürlich nicht lobenswert, aber zugegebenermaßen kennt er die Ecke wie kaum ein anderer. Und ich mittlerweile auch. Deswegen kann ich euch hier Tipps zu den besten Fotospots geben, euch zum Schnorcheln und SUP fahren an den Felsbogen mitnehmen und vielleicht verrate ich ja sogar, wie ihr in die Höhle kommt.

Küstentour: Es Pontàs und die Höhle sind Teil dieser interaktiven Küstentour in Cala Santanyí
Bootstour: Spektakuläre Blickwinkel auf Es Pontàs bei diesem Bootsausflug
Mietwagen: Preise vergleichen
Hotels: Unterkünfte vor Ort

Es Pontàs war früher eine Höhle

Es Pontàs Mallorca

Mallorca ist eine Kalksteininsel. Vor vielen Jahren lag das, was heute die Insel ist, unter Wasser. Und viele Teile des Karstgesteins sind auch heute noch im Wasser zu finden. Unterirdisch ist Mallorca von einem weitreichenden Netz von Höhlen durchzogen. Eindrücklich zu bestaunen ist das in einer der fünf für Besucher zugänglich gemachten Tropfsteinhöhlen.

Daneben gibt es aber noch unzählige Höhlen, die nicht erschlossen sind. Und viele davon befinden sich in Meeresnähe. Denn es war vorrangig das Meer und das Wasser, das die Höhlen unter- und ausgespült hat. Es Pontàs auf Mallorca war ursprünglich auch Teil einer solchen Höhle am Meer. Um genauer zu sein, war es der Höhleneingang. Deswegen auch der Name „Felsentor“ im Deutschen. Denn Es Póntas auf Mallorquin bezeichnet eher eine Brücke, keine Tür (porta).

An der Höhle arbeiten sich Meer und Wasser viele Jahre ab und spülte die weicheren Gesteinsschichten heraus. Bis die Erosion der Höhle so fortgeschritten war, dass ein Teil des Systems zusammenstürzte und kurioserweise nur der Höhleneingang in Form des nunmehr charakteristischen Felsbogens stehen blieb. Den hinteren Teil der Höhle gibt es aber auch noch. Und zahlreiche riesige Felsbrocken, die beim Kollaps der Höhle ins Meer fielen und dort immer noch liegen.

Auf den Balearen gibt es einige dieser Bögen, die durch die Kraft des Meeres entstanden sind. Auf Mallorca ist der Felsbogen Cova des Pont (ebenfalls eine Höhle) bei der Cala Varques noch bekannt.

Zu Fuß: Spaziergang und Fotopause am Es Pontàs

Hinweis: Die Absperrung ist aus Gründen dort. Es gab bereits viele Unfälle. Bleibt bitte dahinter.

Die meisten Leute laufen zur Aussichtsplattform, um einen Blick auf das Felsentor Es Pontàs zu werfen. Und zur Einstimmung ist das auch empfehlenswert. Denn selbst, wenn ihr das Naturkunstwerk bereits auf Fotos gesehen habt, in Echt sieht es viel toller auf.

Der Felsbogen ist so gewaltig, dass er kaum im Ganzen auf ein Foto zu bekommen ist. Viele versuchen unterhalb der Aussichtsplattform einen besseren Winkel fürs Bild zu haben. Folgt bitte dem offiziellen Weg und nicht dem GPS oder Wegbeschreibungen im Internet. Ihr seid hier sehr nah am Abgrund. Kleine Kinder gehören unbedingt an die Hand.

Von diesem kleinen Warnhinweis abgesehen, ist der Ausflug zu Fuß zum Es Pontàs aber auch familientauglich. Ihr könnt den Spaziergang am Strand von Cala Santanyí starten. Dort geht es rechts Treppen hoch. Ihr haltet euch auf den Straßen immer links. Der asphaltierte Weg geht irgendwann in einen Trampelpfad über. Ihr haltet euch dort erneut links (nach rechts geht es zu einem Privatanwesen) und passiert die Skulptur Equilibrio. Dort geht es über etwas rutschige Steine nach links runter zur Aussichtsplattform.

Übers Meer zum Es Pontàs

Wenn wir ehrlich sind, ist das Es Pontàs vom Meer noch ein wenig spektakulärer. Geübte Schwimmer erreichen das Felsentor eventuell von den benachbarten Stränden. Aber ihr müsst nicht unbedingt nass werden, um den Felsbogen aus der Nähe zu sehen.

Ausflug mit Stand Up Paddle Bord

SUPs sind momentan sehr angesagt. Und es gibt auch für uns nichts Schöneres, als mit unserem Board durch den Torbogen zu paddeln. Die Bretter werden an verschiedenen Stellen ausgeliehen, unter anderem auch am Strand von Cala Santanyí und im gleichnamigen Hotel (auch für Nicht-Hotelgäste).

Obwohl das Es Pontàs das Highlight sein wird, könnt ihr je nach Fitness die SUP-Tour über Cala Llombards bis zur Caló des Moro fortsetzen.

Bootsausflug zum Es Pontàs

Wenn ihr keine Lust habt, zu paddeln oder euch unsicher seid, ob ihr es schafft, dann könnt ihr ab Cala Figuera an einer Bootstour teilnehmen. Die führt nicht ausschließlich zum Es Pontàs, sondern unter anderem auch in die Caló des Moro, zur Cala s’Almunia und weiteren interessanten Punkten an diesem Teil der Insel.

Buchbar ist diese Bootstour hier.

Mit dem Tretboot

Cala Santanyi Es Pontas Tretboot

Eine dritte Möglichkeit, die besonders auch Kindern Spaß macht, ist ein Ausflug mit dem Tretboot. Diese werden im Sommer am Strand in Cala Santanyí verliehen. Allerdings ist es schon etwas anstrengend, bis zum Es Pontàs damit zu kommen. Ihr solltet auf jeden Fall zwei Erwachsene mit starken Beinen sein.

Bei zu starken Wellengang oder zu viel Wind besser nachfragen. Ihr leiht das Boot normalerweise für eine Stunde und diese ist je nach Windlage schneller herum, als ihr denkt. Ebenfalls wichtig ist, dass ihr auf den Meeresgrund achtet. Einige Stellen rund um den Felsbogen sind relativ flach.

Schnorcheln am Es Pontàs

Ihr habt es bis ins Wasser unterhalb des Es Pontàs geschafft und habt hoffentlich eure Schnorchelausrüstung dabei. Wir haben hier bereits sehr viele verschiedene Meeresbewohner gesehen. Das eindrucksvollste war ein frecher, kleiner Tintenfisch, der einen meiner Söhne am Fuß zog.

Der felsige Grund ist Lebensraum für viele Tiere. Kleine Krebse sind hier ebenso zu finden, wie unscheinbare Fische und vielleicht sogar Muränen. Auch Seesterne sind hier zu Hause. Deswegen Vorsicht beim Auftreten!

Klettern auf dem Es Pontàs

Oben auf dem Es Pontàs ist ein Geocache versteckt. Kein Scherz. Also war irgendjemand dort oben, um ihn zu verstecken. Es ist nicht verboten, auf den Felsbogen zu klettern und vor allem im Sommer sieht man immer wieder einige Mutige, die sich nach oben wagen. Ich bin selbst nicht hochgeklettert. Mein Mann als junger Kerl aber schon.

Er sagt: Wenn man aufs Meer schaut, ist der linke Pfeiler meerseitig am leichtesten, um ohne Kletterausrüstung hochzukommen. Einmal oben ist der einzige Weg wieder nach unten allerdings der Sprung ins Wasser. Weshalb viele der Kletterer auch einiges an Zeit auf dem Bogen verbringen, ehe sie den Mut fassen, in die Tiefe zu springen.

Die Höhle hinter dem Es Pontàs

Und wo wir jetzt bereits bei den Abenteuern sind: Ihr könnt zum Es Pontàs hinab klettern. Das ist auch kein Kinderspiel, aber um einiges leichter, als auf das Felsentor hochzuklettern.

Von der Aussichtsplattform geht ein Pfad weiter nach Westen, der euch zu einem alten Steinbruch führt. Auf Höhe des Steinbruchs geht es mit etwas Geschick die Klippe hinunter auf einen Felsrand. Hier geht ihr mit den Füßen im Wasser immer an der Wand entlang bis zur Höhle. Bei starkem Wind und Wellen könnt ihr die Höhle nicht erreichen. Eine etwas ausführlichere Erklärung zum Abstieg in die Höhle am Es Pontàs bei unserer Schatzsuche.

Ihr könnt die Höhle natürlich auch direkt vom Meer erreichen. Solltet aber auf jeden Fall Badeschuhe tragen, um euch sicherer auf den zum Teil rutschigen Felsen bewegen zu können.

Die Vergänglichkeit des Felsentores Es Pontàs

Wie vieles im Leben ist auch so ein Felsentor nicht unsterblich. Die Erosion, die es erschaffen hat, ist auch heute noch aktiv. Irgendwann sind die Pfeiler zu schwach, um die Steinlast zu tragen. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis auch das Es Pontàs zusammenbricht. So wie es beispielsweise bei dem Tor Azure Window auf Malta 2017 passiert ist. Wir hoffen, dass dies dem Es Pontàs noch einige Jahre erspart bleibt.

Kurz & Knapp

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