Die meisten Urlauber drängen sich in einer der fünf erschlossenen Tropfsteinhöhlen auf Mallorca. Und dann gibt es uns, die wir mit Stirnlampe und Neopren abgelgegene und nur vom Meer zugängliche Höhlen erkunden. Die Cova des Coloms ist dabei eine der Optionen, die auch mit Kindern funktioniert und eindrucksvoll zeigt, welche Schätze Mallorca unter der Erde versteckt.

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Ganz umsonst gibt es das nicht. Und damit meine ich nicht Geld, sondern Schweiß, Adrenalin und je nach Tour auch eine kleine Abseilstelle. Wenn du im Sommer nicht nur am Strand liegen möchtest und etwas Abenteuergeist mitbringst, solltest du hier auf jeden Fall weiterlesen. Denn eins steht fest: wir waren nicht das letzte mal in dieser Höhle.
Das Wichtigste zur Höhlentour in die Cova des Coloms
- Dauer: ca. 4 – 5 Stunden
- Fußweg: jeweils etwa 35 Minuten
- Zeit in der Höhle: ca. 2 Stunden
- Startpunkt: Cala Romàntica
- Schwimmen: Ja
- Abseilen: Optional
- Geeignet für: je nach Tour ab etwa 6 bzw. 12 Jahren
- Mitnehmen: mindestens 1 Liter Wasser, Snacks, Handtuch, Sonnenschutz
- Ausrüstung: wird komplett gestellt
- Buchungsmöglichkeiten: Tour mit Abseilen – Tour mit Schwimmen – Bootstour zur Höhle
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Für wen eignet sich die Tour?
Deine erste Frage ist wahrscheinlich: Schaffe ich das überhaupt?
Ich bin die Unsportliche in meiner Familie und ich habe es geschafft, also schaffst du das auch! Aber es schadet nichts, wenn man sich vorher genau ansieht, worauf man sich einlässt.
Die Tour ist technisch gesehen überhaupt nicht schwierig. Niemand muss klettern können, und auch das optionale Abseilen ist einfacher, als es zunächst aussieht. Man wird nämlich nicht allein gelassen, sondern von den Guides kontrolliert heruntergelassen.

Viel wichtiger als Kraft oder Sportlichkeit sind andere Dinge:
- Ihr solltet sicher schwimmen können.
- Ihr müsst euch im Wasser wohlfühlen.
- Platzangst darf man keine haben.
- Trittsicherheit ist wichtig.
Die größte Herausforderung für mich persönlich war nicht die Höhle, sondern die extreme Hitze auf dem Hinweg. Wir sind bereits um 9 Uhr gestartet, trotzdem wurde es schnell sehr warm. Mit ausreichend Wasser, Sonnenschutz und einer Kopfbedeckung ist der Weg aber gut machbar.


Und obwohl ich normalerweise ja von Wanderungen im Sommer abrate, empfehle ich diese Tour gerade für die Sommermonate. Das klingt zunächst widersprüchlich. Aber im Sommer ist das Meer ruhig genug, damit man überhaupt erst in die Höhle gelangt.
Im Frühjahr, Herbst oder Winter sieht das oft anders aus. Dann kann das Meer deutlich unruhiger sein. Der schmale Zugang zur Höhle wäre bei hohen Wellen sogar gefährlich, weshalb Touren wetterbedingt häufiger abgesagt werden.
So läuft die Tour in die Cova des Coloms ab
Die Veranstalter kümmern sich um alles, du musst nur rechtzeitig am verabredeten Treffpunkt sein.
Start in Cala Romàntica
Los geht es am Strand von Cala Romàntica. Dort treffen wir unsere Guides und bekommen zunächst die komplette Ausrüstung. Schon bei der Buchung mussten wir Körpergröße, Gewicht und Schuhgröße angeben, damit alles vorbereitet werden konnte.
Jeder erhält einen speziellen Rucksack, der für solche Touren gemacht ist. Darin befinden sich:
- Neoprenanzug
- Schwimmweste
- Helm
- Gurt zum Abseilen
- Wasserschuhe (falls benötigt)
Wir hatten unsere eigenen Schwimmschuhe dabei und haben diese verwendet.


Im Rucksack bleibt außerdem noch genügend Platz für die eigenen Sachen. Unbedingt einpacken solltest du:
- mindestens einen Liter Wasser (lieber mehr)
- etwas zu essen
- ein Handtuch
Auf Wechselkleidung haben wir an diesem heißen Sommertag verzichtet. Nach der Tour trockneten unsere Sachen sehr schnell.
Ein Handy oder eine GoPro kannst du ebenfalls mitnehmen. Wir hatten unser Smartphone mehrfach wasserdicht verpackt und konnten so problemlos Fotos und Videos aufnehmen.
Allerdings solltest du auch mit bedenken, dass die Rucksäcke später, während wir in der Höhle sind, am Strand liegenbleiben. Große Wertsachen solltest du deshalb lieber im Auto lassen oder gar nicht erst mitnehmen.
Der Weg zur Höhle
Von Cala Romàntica führt zunächst ein kurzer, aber ziemlich steiler Anstieg hinauf auf die Klippen. Das war für mich der anstrengendste Abschnitt des gesamten Tages. Und ich glaube auch für die Männer, aber die waren zu tough, es zuzugeben.
Es war auch nicht wegen der Strecke, die ist absolut machbar, sondern wegen der Temperaturen. Schon am Vormittag war es sehr heiß und wir haben alle ordentlich geschwitzt.


Oben angekommen wird der Weg deutlich entspannter. Von hier aus läuft man relativ eben entlang der Küste. Die Guides passen das Tempo an die Gruppe an und legen regelmäßig Trinkpausen ein.
Du musst also kein Ausdauersportler sein, um diese kurze Wanderung zu schaffen. Nach rund 35 Minuten erreichen wir eine kleine, steinige Bucht. Von hier aus beginnt der eigentliche Höhlenausflug.
Der Neoprenanzug: Die erste Herausforderung
Bevor es ins Wasser geht, heißt es aber erst einmal: Neoprenanzug anziehen. Und das war schwieriger als gedacht.
Ich hatte bei der Buchung vorsichtshalber bei allen etwas großzügigere Größen angegeben. Die Männer aus unserer Gruppe kamen auch erstaunlich problemlos hinein. Bei uns Frauen wurde es dagegen am Hüftbereich etwas sportlicher.


Am Ende haben wir aber alle gelacht, uns gegenseitig geholfen und schließlich doch noch in die Anzüge gepasst.
Ein kleiner Tipp an dieser Stelle: Geht unbedingt vorher noch einmal auf die Toilette. Nicht etwa, weil die Anzüge anschließend weiterverwendet werden; sie werden selbstverständlich gründlich gereinigt.

Der eigentliche Grund ist die Höhle selbst. Sie ist ein empfindlicher Naturraum mit einem weitgehend geschlossenen Wassersystem. Und wenn viele Leute sie als WC nutzen, riecht sie irgendwann auch so.
Optional: 25 Meter abseilen
Jetzt kommt der Teil, auf den sich meine Kinder am meisten gefreut haben.
Bei unserer Tour konnten wir uns direkt neben dem Höhleneingang etwa 25 Meter von einer Klippe abseilen lassen. Das ist allerdings komplett freiwillig. Wer darauf keine Lust hat, schwimmt einfach direkt zum Höhleneingang.


Im Gegensatz zu dieser Höhlentour bei Canyamel, die wir auch gemacht haben, musste man sich hier nicht selbst abseilen. Stattdessen übernimmt der Guide die komplette Sicherung und lässt einen kontrolliert nach unten.
Eigentlich brauchst du dafür nur eines: Vertrauen.
Die ersten Meter stößt man sich mit den Füßen leicht von der Felswand ab, damit man nicht wie ein Sack Kartoffeln gegen die Klippe schwingt.
Danach hängt man frei in der Luft und baumelt Stück für Stück Richtung Meer, bis man schließlich mit einem kleinen Platscher im Wasser landet.
Der Weg in die Höhle
Vom Fuß der Klippe aus sind es nur noch wenige Meter bis zum Höhleneingang. Trotzdem wartet hier noch eine kleine Herausforderung.
In einem Neoprenanzug schwimmt es sich nämlich ganz anders, als man es gewohnt ist. Durch den starken Auftrieb werden die Beine ständig nach oben gedrückt. Ich fand es am angenehmsten, mich auf den Rücken zu legen und rückwärts zu schwimmen. Das kostet deutlich weniger Kraft.

Zum Glück ist die Strecke bis zum Eingang nicht besonders weit. Schon nach wenigen Minuten erreichen wir das riesige Felsentor der Cova des Coloms. Von außen wirkt der Eingang beeindruckend groß. Dahinter wird die Höhle jedoch immer schmaler, fast wie ein Trichter.
Irgendwann sieht es so aus, als wäre Schluss. Ist es aber nicht.
Die einzige Stelle, die etwas Mut kostet
Um in den eigentlichen Höhlenbereich zu gelangen, muss man eine kleine Engstelle passieren. Das klingt im ersten Moment schlimmer, als es ist.
Man muss nicht richtig tauchen. Je nach Körpergröße reicht es sogar, einfach hindurchzuschwimmen. Es ist eher ein kurzes unter Wasser drücken, ohne mit dem gesamten Kopf unterzutauchen und dauert nur einen kurzen Moment. Direkt dahinter öffnet sich ein riesiger Höhlensaal.
Wer sich vor engen Räumen fürchtet oder Platzangst hat, sollte diese Stelle allerdings nicht unterschätzen.
Ein erster Blick in eine andere Welt
Hinter der Engstelle steigt man aus dem Wasser und steht gleich wieder auf trockenem Sand, umgeben von gewaltigen Tropfsteinformationen, die über Millionen von Jahren entstanden sind.
Unser Guide nimmt sich viel Zeit und erklärt uns die verschiedenen Formationen. Man merkt sofort, wie viel Spaß ihm seine Arbeit macht. Statt einfach nur Fakten herunterzubeten, erzählt er spannende Geschichten über die Entstehung der Höhle und beantwortet jede Frage.


Leider fällt an dieser Stelle aber auch etwas anderes auf. Direkt im Eingangsbereich steht ein Mülleimer. Außerdem haben einige Besucher ihre Namen in den weichen Sandstein geritzt. Das fanden weder wir noch unser Guide besonders schön.
Durch enge Gänge zum ersten Wasserbecken
Von der großen Halle führt ein kleiner Rundweg weiter in das Innere der Höhle. Zwischen den mächtigen Tropfsteinsäulen wird es immer mal wieder sehr eng. An manchen Stellen muss man sich seitlich vorbeischieben oder etwas über die Felsen klettern.
Schwierig ist das alles nicht. Die Guides zeigen genau, wo man den Fuß hinstellen kann und helfen bei Bedarf jederzeit weiter.


Nach kurzer Zeit erreichen wir das erste Wasserbecken. Das Wasser ist deutlich kälter als draußen im Meer. Anfangs kostet es etwas Überwindung hineinzugehen. Vor allem dann, wenn das Wasser langsam in den Neoprenanzug läuft. Nach wenigen Sekunden merkt man davon aber kaum noch etwas.
Interessant ist auch, dass es sich hier um Süßwasser handelt. Der Wasserstand verändert sich zwar mit dem vom Meer, das Wasser selbst bleibt jedoch klar.
Der unterirdische See
Nach einigen weiteren schmalen Passagen gelangen wir zu einem großen unterirdischen See. Das Wasser ist glasklar. Wenn alle Lampen eingeschaltet sind, erkennt man die riesigen Felsformationen unter und über der Wasseroberfläche.
Schaltet man das Licht aus, sieht man dagegen… nichts. Gar nichts. Es wird komplett dunkel. Und gleichzeitig vollkommen still. Diese absolute Stille ist ziemlich beeindruckend, aber auch etwas unheimlich.


In der Höhle gibt es laut unserem Guide keinerlei Leben. Es ist einfach zu dunkel. Lediglich in der Nähe des Höhleneingangs sieht man manchmal kleine Lebewesen, die vermutlich bei hohem Wellengang in die Höhle katapultiert werden.
Am großen See können wir uns vorsichtig ins Wasser gleiten lassen. Dann schwimmen wir einmal um eine riesige Tropfsteinsäule herum. Das Wasser ist hier noch einmal deutlich kälter. Trotzdem wären wir alle gern länger geblieben.
Zurück ans Tageslicht
Durch weitere Gänge geht es zurück zum Höhleneingang. Von dort müssen wir jetzt etwas weiter schwimmen als auf dem Hinweg, denn Aufseilen wäre zu umständlich.

Am Strand angekommen, schälen wir uns aus den Neoprenanzügen. Das geht zum Glück deutlich einfacher, als sie anzuziehen.
Jetzt zahlt es sich auch aus, etwas zu essen eingepackt zu haben. Nach der Tour hatten wir alle richtig Hunger. Nach einer kleinen Pause packen wir die Ausrüstung wieder in die Rucksäcke und laufen den gleichen Weg zurück nach Cala Romàntica.
Was meine Kinder zum Ausflug sagen
Sie hat die Tour begeistert. Nicht, weil sie besonders spektakulär oder extrem wäre. Sondern weil sie Abenteuer, Natur und Bewegung auf eine Weise verbunden hat, die man auf Mallorca nur selten erlebt.

Das technisch Anspruchsvollste war nicht die Höhle, sondern die Wanderung bei Hitze. Wer ausreichend Wasser dabei hat, sich Zeit lässt und die Sonne nicht unterschätzt, wird damit aber gut zurechtkommen.
Die Höhle selbst war zu keinem Zeitpunkt schwierig. Ein bisschen Mut braucht man an der schmalen Engstelle am Eingang und natürlich sollte man sich im Wasser wohlfühlen. Alles andere ist deutlich einfacher, als es vorher aussieht.
Ein besonderer Naturraum verdient Respekt
Die Cova des Coloms ist die spektakulärste Höhle, die wir bisher besucht haben. Weil sie eben nicht touristisch erschlossen, sondern ursprünglich ist. Damit das auch in Zukunft so bleibt, sollte jeder Besucher seinen Teil dazu beitragen.
Zum Schutz dieses besonderen Naturraums gibt es für die Besuche bestimmte Vorgaben. Die Gruppen sind begrenzt und die Touren dürfen nur mit entsprechend ausgebildeten Guides durchgeführt werden. Pro Guide sind maximal 12 Teilnehmer erlaubt und die Touren finden nur von Montag bis Freitag statt.
Hier findest du den passenden Tour zur Höhle für dich und deine Familie
Online werden inzwischen viele verschiedene Touren zur Cova des Coloms angeboten. Einige davon auch von nicht offiziell zugelassenen Guides. Zu deiner eigenen Sicherheit solltest du nur Ausflüge mit lizenzierten Anbietern machen.
Damit du leichter die passende Variante für dich findest, stelle ich dir hier die verschiedenen Möglichkeiten vor:
Spartipp
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Tour mit Wanderung und optionalem Abseilen
Das ist unsere Tour und die Variante mit dem größten Abenteuerfaktor.
Nach einer Wanderung entlang der Küste geht es zur Höhle. Wer möchte, kann sich direkt neben dem Höhleneingang etwa 25 Meter abseilen lassen. Das Abseilen ist optional, alternativ schwimmt man einfach zum Eingang der Höhle.
- geeignet ab etwa 12 Jahren
- Dauer: ca. 4 Stunden
- ideal für Familien mit älteren Kindern und alle, die etwas Abenteuer suchen
→ Hier kannst du diese Tour buchen.
Tour mit Wanderung und Schwimmen
Bei dieser Variante entfällt das Abseilen. Diese Tour wird von Vanessa und Toni durchgeführt, mit denen wir in der Meereshöhle in Canyamel waren. Hier wandert ihr mit ihnen die Küste entlang und schwimmt anschließend direkt zum Eingang der Cova des Coloms.
- geeignet ab 9 Jahren
- Dauer: ca. 4 Stunden
- gute Alternative für alle, die die Höhle erleben möchten, aber nicht abseilen wollen
→ Hier kannst du diese Tour buchen.
Bootstour zur Cova des Coloms
Die bequemste Möglichkeit, die Höhle kennenzulernen.
Mit dem Boot geht es direkt zur Küste vor der Höhle. Dadurch entfällt sowohl die Wanderung als auch der längere Schwimmabschnitt.
- geeignet ab 6 Jahren
- Dauer: ca. 2 Stunden
- besonders geeignet für Familien mit jüngeren Kindern
→ Hier kannst du diese Tour buchen.
Eine weitere Alternative: Kajaktour zur Cova des Coloms
Wenn du Meereshöhlen spannend findest, aber noch nicht sicher bist, ob du in eine Höhle hineinschwimmen möchtest, ist diese Kajaktour eine tolle Alternative.
Die Tour startet ebenfalls an der Cala Romàntica und führt entlang der Küste bis zur Cova des Coloms. Ihr paddelt in den Höhleneingang, geht aber nicht direkt in die Höhle hinein. Dafür geht es anschließend weiter Richtung Cala Varques, wo Zeit zum Schwimmen und Schnorcheln bleibt.
→ Hier findest du meinen Bericht zur Kajaktour.
Zum Weiterlesen
Wenn dir solche Naturerlebnisse gefallen, schaue auch auf meine Übersichtsseite mit den schönsten Höhlentouren auf Mallorca.
Die Cova des Coloms liegt im Osten Mallorcas. Hier findest du weitere Ausflugsziele in der Region.
Weitere Höhlen auf Mallorca, auch erschlossene zum bequemen Reinlaufen, findest du hier.
Diese Tipps und noch viele mehr erhältst du alle auch offline in meinem umfassenden digitalen Mallorca-Guide. Plane deinen Familienurlaub mit meinen Insider-Tipps.
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