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Naturstrände auf Mallorca: 7 ruhige & einsame Badeorte

Jeden Sommer das gleiche Problem: Viele Strände auf Mallorca sind überfüllt, eng und unruhig. Muss es aber nicht sein, wenn du dich für einen Naturstrand auf Mallorca entscheidest. Nicht alle liegen völlig abgeschieden, aber viele befinden sich abseits der bekannten Touristenorte, sind nur zu Fuß erreichbar und dadurch deutlich ruhiger.

Cala Marmols - Caló des Marmóls

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In diesem Artikel habe ich die sieben für mich schönsten Naturstrände Mallorcas aufgeschrieben. Ich erzähle dir, warum ich diese Orte mag, wie du am besten hinkommst und für wen sie geeignet sind. Auch an Familien mit Kindern habe ich gedacht, denn viele dieser Strände habe ich selbst mit meinen Kindern besucht.

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Die schönsten Naturstrände auf Mallorca

Ich stelle dir hier sieben meiner liebsten Naturstrände vor, von abgelegenen Buchten bis hin zu ruhigen Sandstränden, an denen du das ursprüngliche Mallorca spüren kannst.

Cala Figuera de Formentor: Ruhiger Naturstrand mit Felsen im Norden Mallorcas

Der Naturstrand Cala Figuera de Formentor im Norden von Mallorca

Überblick

  • Lage: Formentor-Halbinsel im Norden Mallorcas
  • Strandtyp: Kleine Felsbucht mit Sandgrund und klarem Wasser
  • Geeignet für: Ruhesuchende, Naturliebhaber und Wanderer
  • Familien: Für ältere Kinder geeignet, der Zugang ist nicht barrierefrei
  • Infrastruktur: Keine Gastronomie, keine Liegen, naturbelassener Strand
  • Anreise: Über die MA-2210; im Sommer teilweise Einschränkungen für den Privatverkehr, alternativ Bus ab Port de Pollença

Ich starte im Norden mit dem ersten Naturstrand Mallorcas, im Gemeindegebiet von Pollença. Dort liegt auf dem Weg zum Leuchtturm am Cap de Formentor eine kleine, versteckte Bucht. Ihr türkisfarbenes Wasser und der weite Sandgrund strahlen zwischen den markanten Felsen bis nach oben zur Verkehrsstraße.

Dafür, dass Cala Figuera noch sehr ursprünglich ist, erreicht man sie relativ leicht. Und trotzdem nicht ganz einfach. Die gleiche Straße, auf der sich zur Hochsaison die Autokolonnen durchzwängen und der Verkehr an einigen Nadelöhren gelegentlich kollabiert. Deswegen ist sie im Sommer auch tagsüber für den Privatverkehr gesperrt.

Mehr Informationen: Cala Figuera de Formentor

Cala Bóquer: Naturstrand bei Port de Pollença mit schöner Wanderung für Familien

Cala Bóquer - Wanderung durchs Bóquer Tal

Überblick

  • Lage: Bei Port de Pollença im Nordwesten Mallorcas
  • Strandtyp: Kleine, steinige Naturbucht mit Sandgrund im Wasser
  • Geeignet für: Familien mit Kindern, Wanderer und Naturliebhaber
  • Familien: Gut geeignet, auch mit jüngeren Kindern, wenn sie gerne laufen
  • Infrastruktur: Keine Gastronomie, keine Liegen, naturbelassener Strand
  • Anreise: Parkplatz am Ausgangspunkt der Wanderung, anschließend etwa 2 Kilometer Fußweg

Kaufempfehlung: In meinem Buch Naturzeit für Kinder: Mallorca nehme ich dich mit auf 45 Erkundungstouren rund um die Insel.

Erhältlich: In meinem Onlineshop, bei amazon.de und in jeder Buchhandlung.

Der Strand selbst ist steinig und sehr oft mit Posidonia, dem Neptunseegras, bedeckt. Eine richtig schöne, wilde Ecke, die viel Abwechslung für kleine und große Abenteurer birgt. Wer sich ins Wasser traut und durch das Seegras schwimmt, wird mit klarem Wasser und einem feinen Sandgrund belohnt.

Die Tour zur Cala Boquer beschreibe ich ausführlich in meinem Buch.

Mehr Informationen: Cala Bóquer

Platja des Coll Baix: Wilder Naturstrand bei Alcúdia für Abenteuerlustige

Naturstrand Platja des Coll Baix

Überblick

  • Lage: Bei Alcúdia im Nordosten Mallorcas
  • Strandtyp: Naturstrand mit dunklem Sand, Felsen und steinigem Grund
  • Geeignet für: Abenteuerlustige, Ruhesuchende und erfahrene Wanderer
  • Familien: Nur für trittsichere Familien mit älteren Kindern geeignet
  • Infrastruktur: Keine Gastronomie, keine Liegen, vollständig naturbelassen
  • Anreise: Schotterstraße bis zur Schutzhütte, anschließend etwa 1 Kilometer steiler Fußweg

Die Entstehung des Strandes Coll Baix ist einer Naturkatastrophe zu verdanken. Wahrscheinlich infolge starken Regens rutschte die Küste ab und blieb liegen.

Wenn man es sich und seinem Auto zutraut, kann man bis an eine Schutzhütte mit Parkplatz heranfahren. Von dort ist es noch circa ein Kilometer zu Fuß. Der meiste Teil davon steil am Felsen bergab. Der Weg ist äußerst anspruchsvoll. Wenn ihr ihn mit Kindern gehen wollt, solltet ihr mit der entsprechenden Vorsicht gehen und alle trittsicher und schwindelfrei sein.

Mehr Informationen zum Zugang: Platja des Coll Baix

Cala Mitjana: Naturstrand im Naturpark Llevant mit einfacher Anreise

Cala Mitjana

Überblick

  • Lage: Naturpark Península de Llevant bei Artà im Osten Mallorcas
  • Strandtyp: Heller Sandstrand in naturbelassener Umgebung
  • Geeignet für: Ruhesuchende, Naturliebhaber und Familien mit Abenteuerlust
  • Familien: Gut geeignet, wenn die holprige Anfahrt kein Problem ist
  • Infrastruktur: Keine Gastronomie, keine Liegen, naturbelassen
  • Anreise: Über unbefestigte Wege; mit dem Auto bis etwa 100 Meter vor den Strand möglich

Im Herzen des Naturparks Península Llevant liegt ein absoluter Naturstrand, der bis auf 100 Meter mit dem Auto zu erreichen ist und trotzdem vollkommen unberührt geblieben ist. Und als das nicht schon Luxus genug wäre, prahlt die Cala Mitjana dann mit weißen Sandebenen und einem hügeligen Umland.

Wäre es nach den Spekulanten gegangen, wäre das Gebiet jetzt bebaut. Aber man fand nicht die nötigen Grundwasserressourcen. Weshalb die Invasion auf die marginalen Wege beschränkt blieb. Was wiederum Badeurlauber zu Nutzen kommt, die mehr oder weniger problemlos an den Strand gelangen.

Befestigte Straßen solltest du aber nicht erwarten. Der Weg ist löchrig und holprig, aber den Aufwand wert. Alternativ kannst du, um das Auto zu schonen, auch an der Küste entlang von Cala Mesquida nach Cala Mitjana gelangen.

Mehr Informationen: Cala Mitjana

Caló des Màrmols: Abgelegene Naturbucht im Süden Mallorcas

Cala Marmols - Caló des Marmóls

Überblick

  • Lage: Zwischen Cap de Ses Salines und Cala S’Almunia im Süden Mallorcas
  • Strandtyp: Kleine Felsbucht mit feinem Sand und naturbelassener Umgebung
  • Geeignet für: Wanderer, Ruhesuchende und Naturliebhaber
  • Familien: Nur für Familien mit älteren Kindern geeignet, die lange Wanderungen gewohnt sind
  • Infrastruktur: Keine Gastronomie, keine Liegen, vollständig naturbelassen
  • Anreise: Nur zu Fuß erreichbar, etwa 2 Stunden Gehzeit pro Strecke

Die Marmorbucht ist ein weiterer einsamer Strand, diesmal jedoch im Süden der Insel. Sie liegt auf halber Strecke zwischen dem Cap de Ses Salines, das den südlichsten Zipfel Mallorcas markiert, und den Buchten Cala S’Almunia / Caló des Moro. Letztere wird oft auch als einer der schönsten Naturbuchten der Insel beworben.

Um zur Caló des Marmols zu gelangen, musst du dich zuerst entscheiden, von welcher Seite du starten willst. Die Entfernung ist von beiden Seiten ungefähr gleich. Zwei Stunden sollte man je Hin- und Rückweg einplanen. Eine Anstrengung, aber eine, die es wert ist.

Uns gefällt der Weg von der Cala S’Almunia aus besser. Dort gibt es verfallene Türme und alte Wirtschaftsgebäude zu entdecken, die den Weg etwas abwechslungsreicher gestalten. Was nicht heißt, dass es von der anderen Seite langweilig wäre. Der Weg führt immer an der schroffen Küste entlang und ihr werdet die Kamera nur selten aus der Hand legen. Denkt bitte an genügend Wasser und Sonnenschutz und lauft früh los, nicht in der Mittagshitze. Der Weg ist nicht zu unterschätzen.

Mehr Informationen zur Wanderung: Caló des Màrmols

Es Caragol: Familienfreundlicher Naturstrand mit viel Platz im Süden Mallorcas

Strand Es Caragol

Überblick

  • Lage: Bei Ses Salines an der Südspitze Mallorcas
  • Strandtyp: Weitläufiger Sandstrand mit natürlichen Seegraszonen
  • Geeignet für: Familien, Ruhesuchende und Naturliebhaber
  • Familien: Sehr gut geeignet durch flachen Einstieg und viel Platz
  • Infrastruktur: Keine Gastronomie, keine Liegen, keine Rettungsschwimmer
  • Anreise: Etwa 20 Minuten Fußweg vom Leuchtturm am Cap de Ses Salines, Parkmöglichkeiten nur begrenzt

Es ist zwar nur unsere subjektive Meinung, aber die lautet nun einmal: Der schönste Strand auf Mallorca ist der Platja d’es Caragol. Obwohl man auch hier mit Seegras im Wasser und an Land rechnen muss, ist der Strand so weitläufig, dass es immer an irgendeiner Stelle ein geräumtes Fleckchen Sandstrand gibt.

Er erinnert ein wenig an den Playa Es Trenc, nur dass er kleiner und weniger überlaufen ist. Was auch der Tatsache zu verdanken ist, dass er nur über einen 20-minütigen Fußmarsch von Cap de Ses Salines aus zu erreichen ist. Der Weg ist einfach, sollte aber nicht in der Mittagshitze gelaufen werden.

Abgesehen von der nicht ganz leichten Erreichbarkeit ist Es Caragol ein klassischer Familienstrand. Der Strand fällt flach ab. Es gibt einige Sandbänke, die weit ins Meer reichen und es fast ein wenig schwierig gestalten, richtig zu schwimmen. Im Hinterland können Kinder auf Bunkern aus dem Bürgerkrieg klettern und ein wenig weiter südlich liegt eine kleine Insel, zu der man laufen kann.

Mehr Informationen: Es Caragol

Playa Es Trenc: Mallorcas bekanntester Naturstrand mit Dünenlandschaft

Strand Playa Es Trenc

Überblick

  • Lage: Zwischen Sa Ràpita und Colònia de Sant Jordi im Süden Mallorcas
  • Strandtyp: Langer Sandstrand mit Dünen und natürlichen Seegraszonen
  • Geeignet für: Familien, Spaziergänger und Naturfreunde
  • Familien: Gut geeignet durch flachen Strandzugang und viel PlatzInfrastruktur: Je nach Abschnitt Liegen, Schirme, Gastronomie, WC und Rettungsschwimmer
  • Anreise: kostenpflichtige Parkplätze; in der Hauptsaison oft sehr voll

Die längste zusammenhängende Sandfläche im Süden Mallorcas befindet sich zwischen Sa Ràpita und Colonia de Sant Jordi. Es Trenc ist wohl der bekannteste Strand der Insel und fehlt in keinem Reisebericht. Was dementsprechend steigende Besucherströme mit sich bringt.

Was die meisten Besucher jedoch eher stört, ist das Seegras, dass an der Brandung zu finden ist. Das ist auch der Grund, warum ich weiter unten noch einmal auf das wesentliche Merkmal der Naturstrände eingehe.

Allen Erstbesuchern empfehle ich, die Erwartungen vor dem ersten Besuch nicht ganz so hochzuschrauben. Der Strand ist schön, aber einer von vielen. Und dann lohnt es sich auch einfach einmal ein wenig zu laufen. Weiter hinten sind zum einen weniger Menschen und zum anderen auch Stellen, an denen kein Seegras liegt und man den Es Trenc so sieht, wie er in den Hochglanzzeitschriften dargestellt wird: Türkis mit weißem Sand.

Mehr Informationen: Playa Es Trenc

Abgelegene Naturstrände auf Mallorca mit dem Boot entdecken

Posidonia an Mallorcas Stränden: Warum Seegras dazugehört

Wenn du an einem Naturstrand auf Mallorca braune Pflanzenreste am Wasser oder am Strand siehst, wirkt das auf den ersten Blick vielleicht ungewohnt. Manche Besucher halten das angeschwemmte Seegras sogar für Müll. Dabei handelt es sich um Posidonia, das geschützte Neptunseegras und es ist ein wichtiger Grund dafür, warum das Meer rund um Mallorca so klar ist.

Posidonia ist keine Alge, sondern eine besondere Meerespflanze, die große Unterwasserwiesen bildet. Diese Lebensräume bieten vielen Tieren Schutz und tragen dazu bei, das ökologische Gleichgewicht im Mittelmeer zu erhalten.

Platja es Caragol: Neptunseegras Posedonia
Seegras Mallorca
Die verschiedenen Lebenszyklen des Posedonia Seegrases

Auch am Strand erfüllt das angeschwemmte Seegras eine wichtige Aufgabe: Es schützt den Sand vor Erosion und hilft dabei, die natürliche Form der Küste zu erhalten. Ohne diese Schutzschicht könnten Wellen deutlich mehr Sand abtragen.

Eine Posedonia-Wiese bietet einer Vielzahl von Meerestieren Lebensraum und versorgt. Fische, Krustentiere, Muscheln mit Nahrung. Mehr als 400 Pflanzenarten und 1000 Tierarten sind von den grünen Meereswiesen abhängig.

Gerade an Naturstränden gehört Posidonia deshalb zum normalen Landschaftsbild. Es wird nicht entfernt, weil es ein Teil des geschützten Küstenökosystems ist.

Natürlich kann Seegras manchmal riechen oder sich beim Baden ungewohnt anfühlen. Auch wir finden es nicht immer angenehm. Trotzdem lohnt es sich, diesen natürlichen Bestandteil der mallorquinischen Strände anders zu betrachten: Nicht als Verschmutzung, sondern als Zeichen einer lebendigen Küste.

Früher nutzte man die abgestorbenen Seegrasblätter, um in den Häusern die Wände zu dämmen. Sie zählen auch als gutes Düngemittel auf den Feldern. Jedoch ist es mittlerweile ohne offizielle Genehmigung verboten, das Seegras vom Strand zu entfernen.

Noch mehr Strandtipps für Mallorca

Du suchst noch nach dem passenden Strand für deinen Mallorca-Urlaub? In meinem großen Strandguide findest du einen Überblick über die schönsten Strände der Insel. Außerdem habe ich weitere Strandtipps nach Interessen und Regionen zusammengestellt.

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Damaris: Autorin, Mutter & Mallorca-Insiderin

Ich bin Damaris

Seit 2005 auf Mallorca – widerwillig angekommen, begeistert geblieben. Hier teile ich ehrliche Erfahrungen, Tipps und Einblicke rund ums Leben auf der Insel. Mehr über mich erfahren

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