Pollença: Insidertipps & Sehenswürdigkeiten

Kaum ein anderer Ort auf Mallorca hat so viel Geschichte zum Anfassen wie Pollença. Ihr findet hier Spuren aus der Urzeit, von den Römern, der Tempelritter und von Piraten. Nicht zu vergessen die 365 Stufen zum Kalvarienberg hinauf, die mit Kindern durchaus eine tagesfüllende Aktivität werden können.

Die Altstadt von Pollença

Transparenzhinweis: Einige Links in diesem Beitrag führen eventuell zu externen Buchungsmöglichkeiten. Kommt es zu einem Kauf, erhalten wir eine kleine Provision. Am Preis ändert sich für euch nichts.


Pollença (auf kastilisch auch Pollensa) steht auf dem Pflichtprogramm vieler Urlauber. Überraschenderweise lässt sich die kleine Stadt im hohen Norden Mallorcas davon wenig beeindrucken. Fast stoisch werden hier jahrhundertealte Traditionen und Handwerke gepflegt und den wichtigsten historischen Ereignissen mit einzigartigen Festen gedacht. Gäste sind herzlich willkommen, aber ohne geht es genauso gut. Lest hier unseren ausführlichen Reiseführer zur Stadt Pollença, mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten, traditionellen Geschäften und vielen Anekdoten zur Geschichte.

Auf den Spuren von Templern, Piraten und Römern: Kommt mit auf unsere interaktive Schnitzeljagd.

Sehenswürdigkeiten in der historischen Altstadt

Bei meinem ersten Besuch in Pollença habe ich tatsächlich nur die Treppe gesehen. Dabei hat die Stadt so viele weitere Sehenswürdigkeiten zu bieten. Viele davon mit sehr viel Vergangenheit, welche ja den eigentlichen Charme solcher Plätze ausmacht. Hier ein kleiner Exkurs durch Pollença und dessen Geschichte.

Kloster Sant Domingo & Stadtmuseum von Pollença

Öffnungszeiten Museum: Dienstag – Freitag, 10 – 13.30 Uhr und 18 bis 20 Uhr.

Die Klosteranlage wurde ab 1588 vom Dominikanerorden errichtet, der dort bis zur Beschlagnahmung im Zuge der Säkularisierung lebte. Besonders hübsch ist der Kreuzgang mit seinen Arkaden, der auch während des Musikfestivals im Sommer der Hauptschauplatz ist. Das Gebäude befindet sich heute im Besitz der Stadt und ist Schauplatz vieler Kunstveranstaltungen.

Kloster sant domingo in pollença
Sehenswürdigkeiten in Pollença

Ebenfalls ist hier das Stadtmuseum zu Hause, welches eine bunte Mischung an Gemälden und archäologischen Ausstellungsstücken beherbergt. Unter anderem befinden sich hier Ausgrabungsstücke aus den Urzeitsiedlungen im Tal von Bóquer und aus den Grabstätten in Cala Sant Vicenç.

Besonders stolz sind die Einwohner der Stadt auf das Mandala, das der Dalai Lama persönlich bei seinem Besuch in Pollença übergeben hat. Der Eintritt ins Museum ist frei.

Gärten von Joan March

Joan March ist der Begründer einer der einflussreichsten und wohlhabendsten Familien Mallorcas. Er erlangte seinen Reichtum durch eine Vielzahl von Geschäften, nicht alle legal. Der mittelalterliche Turm stammt aus dem 14. Jahrhundert. March’s Nachkommen überließen der Stadt Pollença dieses Grundstück, die einen öffentlichen Park errichteten und einen kleinen botanischen Garten anlegte.

In diesem Garten ist eine Auswahl endemischer Pflanzen der Insel zu finden ist. Zum Beispiel wilde Olivenbäume, Zypressen, Johannisbrotbäume und Mittelmeererdbeerbäume. Ebenfalls interessant ist die Statue eines Kriegers, die Joan Mas gewidtmet ist, dem Helden der Stadt, der im Jahr 1550 die Pollenser anführte und eine der schlimmsten Piratenangriffe auf Pollença abwehrte. Genauer gehen wir auf dieses Fest unter dem Abschnitt „Feste und Feierlichkeiten“ ein.

Plaza Major & Pfarrkirche Santa Maria de Pollença

Öffnungszeiten Kirche: Täglich 11 – 17 Uhr

Die Pfarrkirche, die der Heiligen Santa Maria de los Ángeles gewidmet ist, ist das Gebäude, das Pollença von allen Seiten dominiert. Die Kirche wurde 1248, unmittelbar nach der Eroberung Mallorcas durch die katalanischen Truppen, von den Rittern des Templerordens gegründet. Bis 1790 wurde die Kirche vom Malteserorden unterhalten und bestand nur aus einem kleinen Gebäude, dessen Eingang sich auf der Seite des Kavalarienberges befand.

Kirche Santa Maria de los Angeles und Plaça Major in Pollença

Die heutige Kirche wurde zwischen 1714 und 1790 erbaut und auf die ältere aufgesetzt. Sie ist der Schutzpatronin der Stadt gewidmet. Pollença wurde in den Anfängen nach der Rückeroberung stärker als andere Orte durch den Templerorden geprägt, da König Jaume I den Rittern, die ihm bei der Rückeroberung unterstützt hatten, Ländereien im Norden der Insel zusprach.

Deutlich neueren Ursprungs ist der Plaça Major, der den eigentlichen Dorfplatz Plaça Vella, links von der Kirche, im 19. Jahrhundert als sozialen Treffpunkt ablöste. Durch den Bevölkerungszuwachs wurde dieser zu klein. Auf dem Plaça Major findet jeden Sonntag der Markt von Pollença statt und auch andere Feierlichkeiten werden hier ausgetragen.

Die Kirche Montesión

Die Kirche Montisión wurde zwischen 1696 und 1738 von den Jesuiten gebaut. Zunächst gab es nur eine Kirche und ein Kloster, welches nach der Vertreibung der Jesuiten aus Spanien 1767 aufgegeben wurde. Das Inventar ist deswegen auch nicht original, sondern wurde über die Jahre von verschiedenen Persönlichkeiten des Ortes beigesteuert.

Kirche Montision in Pollença

Besonders erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang der Name Miquel Costa i Llobera, dem eine Tafel neben dem Kircheneingang gewidmet ist. Er ist wahrscheinlich der bekannteste Pollenser, aus einer bekannten und wohlhabenden Familie und war nicht nur Priester in Montisión, sondern auch ein erfolgreicher Dichter.

Teile des ehemaligen Klosters werden heute als Rathaus-Büros genutzt, im anderen befindet sich eine Schule.

Der Kalvarienberg mit Treppe & Kapelle

Das Wahrzeichen von Pollença ist die Treppe, die zur Kapelle auf dem Kalvarienberg führt über 365 Stufen, eine für jeden Tag des Jahres. Der Weg ist von Zypressen gesäumt. Ein zweiter Zugang führt über die Carrer des Creus, die Straße der Kreuze, die von 14 Kreuzen flankiert wird. Beide Zugangswege erinnern an den Kreuzweg Jesu auf seinen Weg auf den Berg Golgatha.

Kalvarienberg mit Kapelle in Pollença

Die Templer waren die ersten Besitzer des Berges, auch Puig del Temple, von dem man einen einzigartigen Blick auf Pollença genießen kann. Der Hügel diente unter dem Einfluss der Ritter zunächst als Hinrichtungsstätte und war als Puig de les Forques, der Hügel der Galgen bekannt. Die Kreuzritter benahmen sich in Pollença wie Feudalherren, sie trieben Steuern ein und sprachen Recht, indem sie willkürlich Menschen hinrichteten, die nicht ihren Forderungen folgten.

Das Oratorium auf dem Berg wurde erst Ende des 18. Jahrhunderts errichtet und in den 1960er Jahren restauriert. Herzstück ist eine Figurengruppe aus dem 14. Jahrhundert, die Jesus und seine Mutter Maria darstellt. Der Legende nach wurde die Skulptur von Fischern in der Bucht Cala Sant Vicenç gefunden.

Tipp: Wenn ihr die Treppe zur Kapelle hochgelaufen seid, nehmt für den Rückweg die Straße. Ihr gelangt zu einem Aussichtspunkt mit traumhaften Blicken und beim weiteren Abstieg zu den ältesten Häusern der Stadt. Unsere Schnitzeljagd lotst euch zu den schönsten Stellen.

Die Römische Brücke

Der Ursprung der Pont Romà, der römischen Brücke, ist ein kleines Geheimnis. Sie wurde erst seit dem 19. Jahrhundert so genannt. Die ersten schriftlichen Nachweise der Brücke stammen aus dem Jahr 1403, als sie Puente de Cubelles hieß.

Es wird erzählt, dass sie Teil der antiken Ortschaft Pol·lentia war, dem heutigen Alcúdia. Alcúdia wurde von den Römern erbaut und brachten die Region zu wirtschaftlichem Reichtum. Das heutige Pollença gab es allerdings zur Zeit der Römer noch gar nicht. Es entstand erst im 13. Jahrhundert, weshalb Historiker es für wahrscheinlicher halten, dass die Brücke aus dem Mittelalter stammt. Nicht abzustreiten ist allerdings, dass die Römer für die Namensgebung Pollenças verantwortlich sind.

Ausflüge und Wandern in der Nähe von Pollença

Vieles von der Geschichte von Pollença ist auch außerhalb zu finden. Weshalb sich kleine Abstecher jederzeit lohnen. Einige Sachen sind aber nicht unbedingt notwendig. Hier unsere Einschätzung.

Cala Sant Vicent, die Nekropole und Höhlen

Hauptartikel: Informationen zu Cala Sant Vicente und Wanderbeschreibung.

Die Cala Sant Vicenç ist ein malerisches Fischerdorf, das in einer Felsenbucht zwischen Pollença und Port de Pollença liegt. Die ruhige Lage und die eindrucksvolle Natur locken viele Besucher an. Unter ihnen auch Künstler, die sich vom Charme des Ortes inspirieren ließen. Urlaubern bietet der Ort tolle Strände, kristallklares Wasser und angenehme Wandertouren in Berge der Serra de Tramuntana.

Cala Sant Vicente

Ein wichtiges Relikt aus der mallorquinischen Urzeit ist die Nekropole Alzinaret. Diese prähistorischen Höhlen befinden sich am Ortseingang und wurden 1600 v. Chr. in der mittleren Bronzezeit genutzt. Heute gibt es von ehemals 14 noch sieben Höhlen, in die zum Teil auch hinein gekrabbelt werden kann. Ein Modell der Höhlen ist im Museum von Pollença zu finden.

Wenn ihr auf der Suche nach einer leichten Wanderung mit schönen Aussichten seid, dann ist der Camí de Coves Blanques, auch bekannt als Weg der Gefangenen, eine gute Option. Ein Großteil der Wanderstrecke verläuft auf dem Weg, der während des spanischen Bürgerkrieges von republikanischen Gefangenen gebaut wurde. Mit dem Ziel, an der Küste Artillerie aufzustellen.

Puig de Maria

Pollenças Hausberg, den ihr von den Treppen des Camí del Calvarí immer im Blick habt, ist ein beliebtes Ausflugsziel bei Jung und Alt. Die Wanderung auf den Puig de Maria führt auf den Spuren alter Pilger zum Kloster in Pollença und ist ideal für Familien ohne große Wandererfahrung.

Klosterberg Puig de Maria bei Pollença

Die Tour geht durch eine malerische Landschaft zwar stetig bergauf, ist aber nie zu schwer. Auf dem Gipfel erwarten euch Picknickmöglichkeiten mit öffentlichen Grillplätzen und traumhaften Ausblicken. Wir beschreiben diese Wanderung auch ausführlich in unserem Buch.

Die Mühlen von Llinars

Bei den Molinos de Llinars handelt es sich um eine Gruppe von sechs hydraulischen Mühlen, die versetzt an einem Hang stehen und bereits zur Eroberung durch König Jaume I dokumentiert waren. Der Ausflug dorthin ist ein leichter Spaziergang durch ursprüngliche Natur.

Cala Bóquer

Die Cala Bóquer ist ein Naturstrand in der Nähe von Pollença und ein beliebtes Ausflugsziel unter mallorquinischen Familien. Die Tour durch das Bóquertal ist bis auf einen kurzen Abstieg sehr leicht und auch mit kleineren Kindern machbar.

Cala Bóquer - Wanderung durchs Bóquer Tal
Cala Boquer Wanderung

Der Name Bóquer leitet sich von Bocchoris ab und ist auf römische Ursprünge zurückzuführen. Hier befand sich eine der ersten Siedlungen Mallorcas, die bereits vor Ankunft der Römer bewohnt wurde und auch während deren Herrschaft noch einige Zeit Bestand hatte.

Cap Formentor

Das Cap de Formentor ist das Ausflugsziel schlechthin. In unseren Augen muss man die zum Teil komplizierte Anfahrt bis zum Leuchtturm nicht unbedingt auf sich nehmen. Weitaus schönere Aussichten als am äußersten Ende habt ihr vom Wachtturm Talaia d’Albercutx, ein echter Piratenturm aus der Zeit unserer Geschichten.

Talaia d'Albercutx
Aussichtspunkt Cap de Formentor

Erreichbar ist er mit dem Auto über eine schmale Straße, die am Aussichtspunkt Es Colomer abgeht. Geparkt werden kann am Straßenrand. Nach fünf Minuten durch Sträucher und Steine erreicht ihr den Turm, auf den ihr auch hinaufklettern könnt.

Strände in er Nähe von Pollença

Pollença selbst hat keine Strände, aber der nette Hafen mit Strand und das Meer mit weiteren Bademöglichkeiten sind nur wenige Autominuten entfernt. Im Folgenden eine Auswahl der schönsten Badestellen in der Nähe von Pollença,

Playa Port de Pollença

Im Gegensatz zur Stadt Pollença ist der ehemalige Fischerort sehr stark touristisch geprägt. Was ein buntes Angebot an Bars und Restaurants mit sich bringt. Der Strand ist drei Kilometer lang, es geht flach ins Meer. In regelmäßigen Abständen sind Spielplätze zu finden.

Als Ort zum Schwimmen finden wir den Strand nicht so optimal, unter anderem weil es in der Nähe wirklich zahlreiche bessere Alternativen unter den Stränden von Alcúdia gibt. Gegen einen erfrischenden Sprung ins kühle Nass spricht allerdings nichts.

Playa d’Albercutx

Der Platja d’Albercutx ist etwas ruhiger als der größere direkt am Hafen von Port de Pollença, dafür aber auch kleiner. Das Wasser ist klar, es gibt kaum Wellen und es geht sehr flach ins Meer. Am Rand gibt es vereinzelt Bäume, geparkt werden kann in 200 Meter Entfernung.

Platja d'Albercutx
Playa d'Albercutx

In einiger Entfernung ist die Fortaleza d’Albercutx zu sehen. Die Festung auf der kleinen Halbinsel wurde im 17. Jahrhundert als Verteidigungsbastion gegen die Piraten erbaut. Ab dem 20. Jahrhundert verwandelte sie sich in eine Luxusresidenz, die heute in Privatbesitz ist. Der letzte Verkaufspreis soll 40 Millionen Euro betragen haben, was das Anwesen zur teuersten Immobilie in Spanien macht.

Playa de Formentor

Ohne Parkstress: Boot-Shuttle zum Strand Platja de Formentor

Der Strand Platja de Formentor ist an der rauen Halbinsel im Norden eine Ausnahme. Geschützt liegt er zwischen hohen Bergen hinter schattenspendenden Kiefernwäldchen und zog bereits in den Zwanziger- und Dreißigerjahren viele Prominente in den Bann. Auch heute noch sieht man viele Yachten am Strand vor Anker liegen.

Strand Platja de Formentor

Auf der Landseite jedoch tummeln sich bunt gemischt junge Leute, Familien und Einheimische. Der Strand ist äußerst familienfreundlich. Das einzige Manko ist die Erreichbarkeit und die sehr hohen Preise bei allen Dienstleistungen vor Ort.

Cala Figuera & Cala Murta

Hauptartikel: Der Strand Cala Figuera de Formentor

Die Strände Cala Figuera und Cala Murta sind beliebte Ausflugsziele auf der Halbinsel zum Cap de Formentor und auch für eine kleine Badepause optimal. Für Strandtage sind sie jedoch nicht geeignet, schon aus dem Grund, weil die Strände steinig sind.

Cala Figuera de Formentor
Cala Figuera de Formentor

Beide Buchten sind nur nach einem kleinen Fußmarsch zu erreichen, was Menschenmassen auch im Sommer fernhält. Durch den steinigen Untergrund ist das Wasser zudem äußerst klar. Perfekte Voraussetzungen also zum Schnorcheln auf Mallorca.

Einkaufen in Pollença

Es gibt in Pollença zahlreiche Möglichkeiten zur Einkehr und zum Einkaufen. Ich möchte an dieser Stelle einige der ältesten und typischsten Lokale und Geschäfte vorstellen, in denen ihr auch das eine oder andere Souvenir finden könnt. Wichtigster Treffpunkt ist zudem der Markt, der jeden Sonntag stattfindet. Dort könnt ihr viele der im folgenden Unternehmen ebenfalls kennenlernen.

Teixits Vicencs

Rotonda Can Berenguer

Die Zungenstoffe, auch roba de llengües genannt, ist der traditionelle Stoff, der in fast allen mallorquinischen Haushalten zu finden ist. Und Teixits Vicencs ist das wichtigste Unternehmen, dass diese Stoffe auch heute noch traditionell webt. Die Technik geht auf das 16. Jahrhundert zurück. Dabei werden helle Garne mit der Ikat-Technik eingefärbt und daraus der Stoff gewebt.

Den Ursprüngen der Teixits Vicencs kann man an den Treppen zum Kalvarienberg noch etwas näher kommen. Dort befindet sich die Fundació Marti Vicens, in dem Haus, in dem Marti Vicens die Marke etablierte.

Die Weberei wurde Marti sprichwörtlich in die Wiege gelegt. Seine Großeltern besaßen eine kleine Werkstatt, in der sie unter anderem Wolle webten. Sein Vater übernahm die Weberei, konnte die Webtechnik allerdings nicht mehr an seine Söhne weitergeben, weil er im Bürgerkrieg ums Leben kam. Mithilfe der Notizen seines Vaters erfand Marti die Muster neu und kreierte so eine ganz neue Note.

Forn Can Banya

c/ Sant Domingo, 11

Can Banya ist einer der besten Orte, um traditionelles mallorquinisches Vollkornbrot zu kaufen. Gegründet wurde der Bäcker von einem Müller, dessen Mühle nicht genug Mehl produzierte und deswegen eine Lizenz zum Brotbacken erworben hat.

Forn Formentor

c/ Formentor, 39

Die Spezialität dieses Bäckers war früher das Schwarzbrot. Es hatte einen so guten Ruf, dass selbst das renommierte Hotel Formentor hier einkaufen ließ. Das Rezept dafür wurde von Vater zu Sohn weiter gegeben und wird auch heute noch gebacken. Lecker sind auch die anderen typischen Spezialitäten wie die Emsaïmada.

Can Xumet

c/ Mar, 40

Josep Xumet öffnete diesen Laden, um Fahrräder zu reparieren. Seine Frau machte eine Kurzwarenhandlung daraus. Sie nähte und bestickte Kleider, die zum Patronatsfest im August zum Einsatz kamen. Die Eltern sind mittlerweile beide in Rente, ihr Sohn führt den Laden weiter, der als einziger in Pollença die Schuhe für das Feste Mauren gegen Christen verkauft.

L’Àgora Keramik

C/ de Joan Mas, 7

Die Töpferei hat auf Mallorca eine lange Tradition. Bekannt für Keramik auf Mallorca waren früher hauptsächlich Palma und Marratxi, weil dort der charakteristische braune Ton zu finden war. Hier in Pollença ist es l’Àgora, denen unbedingt ein Besuch abgestattet werden sollte. Das Geschäft befindet sich in der Nähe des Brunnens mit dem Hahn. Falls ihr keinen Platz im Koffer haben solltet: Es wird auch international verschickt. Näheres auf der Webseite: www.lagorapollencina.com

Wichtige Feste in Pollença

Januar: Sant Antoni & die Kiefer

Sant Antoni ist inselweit ein sehr wichtiges Fest im Januar, das mit Lagerfeuern und Dämonenumzügen gefeiert wird. Hier gibt es mehr dazu zu lesen. In Pollença finden, wie in anderen Orten auch, Tiersegnungen und Umzüge statt. Am Vorabend des eigentlichen Namenstages an öffentlichen Feuern gemeinschaftlich gegrillt.

Eine Besonderheit ist jedoch der Pi de Ternelles, ein über 20 Meter langer Kiefernbaumstamm. Dieser wird in den Tagen vor dem Festakt von einer Gruppe von Menschen (so um die 200) auf dem Anwesen Ternelles (welches zum Besitz der Familie March gehört) gefällt und in die Stadt getragen. Was durch die engen Gassen zum Teil sehr aufwendige Manöver verlangt.

Pi de Ternelles: Baum zum Klettern zu Sant Antoni in Pollença

Der Stamm wird auf dem alten Dorfplatz Plaça Vella neben der Kirche in eine Vertiefung gerammt und der untere Teil des Stammes mit Seife eingerieben. Am obersten Teil wird eine Tüte mit Konfetti angebracht und eine Korbtasche aufgehängt, in der ursprünglich ein Huhn darauf wartete, dass es von einem erfolgreichen Kletterer entgegengenommen wird. Aus tierschutzrechtlich vollkommen berechtigen Bedenken wurde einige Jahre auf das Huhn verzichtet. Mittlerweile gibt es das gefiederte Tier wieder als Preis, aber es darf in einem Käfig abseits des Rummels warten.

Hintergrund ist, dass es früher nur selten Fleisch zu essen gab und ein Huhn durchaus einen großen Gewinn darstellte. Hauptsächlich sind es junge Leute, die bis spät in die Nacht hinein versuchen, den zum Teil rutschigen Stamm hinaufzuklettern. Vom Januar bleibt der Baumstamm bis zur Fastenzeit stehen.

Karfreitagsprozession

Die Karwoche und Ostern auf Mallorca sind geprägt von zahlreichen Prozessionen. Eine der eindrucksvollsten findet am Karfreitag in Pollença statt. Dann wird während des davallament, der Kreuzabnahme, eine Christusfigur vom Kreuz genommen und in einer Prozession die 365 Stufen zur Pfarrkirche Santa Maria de los Àngeles am Plaça Major hinabgetragen.

Das Ereignis ist so speziell, weil es in absoluter Stille und nur von Fackeln beleuchtet stattfindet. Im Vorfeld und danach wird durch die städtische Musikkapelle melancholische Trauermusik gespielt.

Mauren gegen Christen im August

Dieser Platz, der Plaça de l’Almonia, der Platz mit dem Brunnen, auf dem ein Hahn thront, ist ein historisch sehr wichtiger Ort. Hier fand in der Nacht vom 30. Mai 1550 eine der wichtigsten Schlachten der Stadt statt. Der Angriff der Piraten kam überraschend. Angeführt von Joan Mas, dessen Statue im Park am Kloster steht, formierte sich eine Art Bürgerwehr.

Mas, ein einfacher Mann, kein Soldat, stellte sich den Piraten barfuß und nur mit einem Schwert und Schild bewaffnet entgegen. Angetrieben von diesem Heldenmut bewaffneten sich weitere Menschen mit allem, was irgendwie als Waffe dienen konnte.

Jedes Jahr am 2. August, dem Namenstag der Schutzpatronin der Stadt, wird dieses Ereignis an verschiedenen Stellen szenisch nachgestellt. Die christlichen Pollenser komplett in Weiß gekleidet, die Piraten in dunkler Kleidung. Jedes Jahr können sich Einwohner der Stadt, die älter als 16 Jahre sind, zur Wahl stellen, um die historischen Figuren zu verkörpern.

Spielplätze in der Nähe

Pollença ist nicht unbedingt der Ort mit den schönsten Spielplätzen auf Mallorca. Aber einige Möglichkeiten zum Austoben gibt es dennoch. Eine davon befindet sich in unmittelbarer Nähe zu den Parkplätzen unterhalb des Puig de Maria.

Der zweite, deutlich kleinere, ist auf der entgegen gelegenen Seite der Stadt an der römischen Brücke zu finden. Obwohl es hier deutlich weniger Spielgeräte gibt, finden wir das Ambiente ansprechender und nicht so steril.

Anfahrt und Parken

Pollença ist aus weiten Teilen Mallorcas, den Südosten einmal ausgenommen, leicht zu erreichen. In den meisten Fällen werdet ihr über die Schnellstraße Ma-13 anreisen. Die Stadt ist sehr gut ausgeschildert. Auch aus Richtung des Klosters Lluc über die Panoramabergstraße und aus den östlichen Urlaubsgebieten und Alcúdia gibt es keinerlei Schwierigkeiten.

Es gibt mehrere kostenfreie Parkmöglichkeiten im Außenbezirk von Pollença, die sich alle gut als Startpunkt für eine Erkundungstour der Stadt eignen. Am optimalsten finden wir die beiden Parkplätze im Süden unterhalb des Puig de Maria (hier und hier). Ebenfalls kostenlos geparkt werden kann an der römischen Brücke im Norden.

Auch mit dem öffentlichen Bus ist Pollença erreichbar. Die TIB Linie 322 fährt ab Alcúdia über Port de Pollença nach Pollença und Cala Sant Vicenç. Die Linie 301 verbindet Palma mit Pollença und hält auch in Inca. Die Haltestelle ist in beiden Fällen Pollença 2 und befindet sich in unmittelbarer Nähe zu den oben genannten Parkplätzen am Ortseingang.

Zum Weiterlesen

Warst du schon einmal hier? Teile anderen Lesern deine Erfahrung gerne in den Kommentaren weiter unten mit!

Lust auf mehr Mallorca-Tipps? Mit der Anmeldung zum Newsletter erhältst du fünf Tage lang je einen Geheimtipp der Insel direkt in deine Mailbox.


Wie hilfreich war dieser Beitrag?

Klicke auf die Sterne um zu bewerten!

Durchschnittliche Bewertung 0 / 5. Anzahl Bewertungen: 0

Bisher keine Bewertungen! Sei der Erste, der diesen Beitrag bewertet.

Weil du diesen Beitrag nützlich fandest...

Folge uns in sozialen Netzwerken!

Schreibe einen Kommentar

Wer schreibt hier?

Mein Name ist Damaris, zweifache Mutter und lebe seit 2005 auf Mallorca. Ursprünglich wollte ich nie auf die Insel. Mehr lesen

Laden… Laden…

Deine Urlaubsplanung