Cap de Formentor: Aussichtspunkte, Strände & Wandern

Das Cap de Formentor (oder Cabo de Formentor auf Spanisch) ist der nördlichste Zipfel Mallorcas und wird von den Einheimischen oft liebevoll als Treffpunkt der vier Winde oder das Mallorquinische Finisterre bezeichnet. Hier ein kleiner Leitfaden, nicht nur für Eltern, was ihr am Cap de Formentor ansehen könnt, und auf was auch verzichtet werden kann.

Leuchtturm Far de Formentor am gleichnamigen Cap de Formentor

Die knapp 20 Kilometer lange Halbinsel ist durch ihre exponierte Lage dem Meer und Winden aus allen Himmelsrichtungen ausgesetzt. Die dadurch entstandene Postkartenlandschaft mit rauen Felsen, steilen Klippen und Kiefernwäldern sind eine Besonderheit. Zu weit abgeschieden und unwirtschaftlich für den Massentourismus, und gleichermaßen Sehnsuchtsort und Berühmtheit, die fast jeder Mallorca Besucher zumindest einmal besucht. Viele Künstler ließen sich von der rauen Natur inspirieren. Besondere (leider nur katalanische) Worte hat der Dichter mallorquinische Miquel Costa i Llobera in seinem Gedicht El Pi de Formentor gefunden. Die Anfahrt über die enge, kurvenreiche Straße mit Klippen, die steil ins Meer fallen, ist nichts für schwache Nerven. Aber das wohl spektakulärste, was Mallorca zu bieten hat.

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Eine kurze Geschichte des Cap de Formentor

Aussichtspunkt Es Colomer am Cap de Formentor

Die meisten Menschen denken, wenn sie Formentor hören, an den Leuchtturm am Ende des Kaps. Dabei liegen die Anfänge im wahrsten Sinne des Wortes auf der entgegen liegenden Seite. Der Name Formentor geht wahrscheinlich auf die Römer zurück. Diese besiedelten während ihrer Herrschaft besonders stark das Gebiet um das heutige Alcúdia. Sie breiteten sich bis auf die Halbinsel Formentor aus und bauten in den fruchtbaren Tälern Getreide an. Frumentorum auf Lateinisch.

Die Halbinsel gehörte eins dem mallorquinischen Dichter Miquel i Llobrera, den ich anfangs bereits einmal erwähnt habe. Nach seinem Tod wurden einzelne Grundstücke verkauft, unter anderen an Adán Diehl, der das Hotel Formentor baute. Erst 1857 wurde mit dem Bau des emblematischen Leuchtturmes begonnen. Der dauerte sechs Jahre und spannte mehr als 200 Arbeiter ein. Allein das Anlegen einer Zufahrtsstraße dauerte seine Zeit.

Aussichtspunkte am Cap de Formentor

Das schone am Cap de Formentor: egal in welche Richtung wir schauen, die Aussicht ist traumhaft. Über das Meer, über Pollença oder zur benachbarten La Victoría Halbinsel. Hier die schönsten Aussichtspunkte.

Der Leuchtturm Far de Formentor

Der Leuchtturm Far de Formentor ist sicher der bekannteste Punkt der Halbinsel. Und – zumindest in unseren Augen – etwas überbewertet. Ja, die Aussicht ist fantastisch und die Landschaft malerisch. Dafür ist die Anfahrt jedoch durchaus beschwerlich, die Parksituation eine Katastrophe und der Zipfel meist mit Touristen überlaufen. Das Standard-Procedere ist, nachdem die Urlauber einen Parkplatz erhascht haben: Aussteigen, Foto machen, optional einen viel zu teuren Kaffee im Bistro trinken und zurückfahren. An klaren Tagen reicht die Sicht vom Leuchtturm bis nach Menorca.

Das Leuchtfeuer des Leuchtturmes am Cap de Formentor gilt als stärkstes aller Leuchttürme der gesamten Inselgruppe. Von hier strahlt das Licht mehr als 60 Kilometer auf das Meer hinaus.

Mirador Es Colomer

Der Mirador Es Colomer liegt auf ungefähr halber Strecke zum Leuchtturm. Von hier seht ihr die namensgebende Felsinsel und Pollença von oben. Im Gegensatz zum Leuchtturm könnt ihr hier ein kleines Stück laufen, werdet aber selten allein sein. Auch dieser Punkt ist sehr touristisch und verkehrstechnisch einer der kniffeligsten. Zwischen Autos, die einparken, ausparken, umkehren und vorbeifahren wollen. Haltet am Parkplatz unbedingt eure Kinder im Auge. Der Aussichtspunkt und Weg dorthin ist dann relativ gut gesichert. Auf Kletterabenteuer muss allerdings verzichtet werden. Es geht alles sehr steil bis zu 200 Meter in die Tiefe.

Es Colomer bedeutet auf Mallorquin Taubenschlag. Denn die Felsinsel ist Brutstätte für eine Vielzahl von Wildtauben. Um die Aussichtsplattform zu erreichen, lauft ihr auf den aus Stein gefertigten Pfad. Dieser wurde ebenso wie die Zufahrtsstraße vom italienischen Ingenieur Antonio Parietti Coll entworfen. Weshalb es am Parkplatz ein Denkmal ihn zu Ehren gibt.

Wachturm Talaia d’Albercutx

Und nun noch unser Favorit und vielleicht sogar ein kleiner Geheimtipp. Im Gegensatz zum Leuchtturm und dem Aussichtspunkt Es Colomer, kommen nur sehr wenige Urlauber bis zum Wachturm von Albercutx. Dabei kann man ihn vom Parkplatz am Es Colomer sehr gut erkennen. Und die schmale Straße, über die er sowohl mit Auto, als auch zu Fuß (circa 30 Minuten) zu erreichen ist, biegt an ebendiesen Parkplatz ab. Der Wachtturm liegt oberhalb einer alten Militäranlage und einer Bauruine. Es gibt einen kleinen Wendebereich für Autos und immer genügend Parkmöglichkeiten am Straßenrand.

Das letzte Stück geht ein wenig über Stock und Stein, die Strecke ist aber überschaubar und durchaus auch mit kleineren Kindern machbar. Zur Not könnt ihr sie den kurzen Weg tragen. Der Turm selbst ist als einer der wenigen des ehemaligen Piratenabwehrsystems so gut erhalten, dass ihr ihn sogar besteigen könnt. (Achtung: im Inneren müffelt es sehr unangenehm). Vom Dach aus, von dem im 16. Jahrhundert Leucht- und Rauchfeuer über die Insel gesendet worden, habt ihr die beste Aussicht über das Cap de Formentor.

Strände am Cap de Formentor

Strand Platja de Formentor

Die Bademöglichkeiten an der Nordküste sind allgemein rauer und steiniger. Doch es gibt eine Ausnahme, die sogar sehr familienfreundlich ist.

Platja de Formentor

Strand Platja de Formentor mit Blick auf Wehrturm Talaia d'Albercutx

Der Strand von Formentor liegt sehr idyllisch auf halber Strecke zum Leuchtturm zwischen den beeindruckenden Bergen der Halbinsel. Der sichelförmige Sandstrand ist genau einen Kilometer lang, zwar etwas schmal, aber mit Pinienbäumen deren Äste fast bis ins kristallklare Wasser reichen, viel natürlichen Schatten spenden und die Miete der angebotenen Sonnenschirme überflüssig machen. Familien finden hier beste Voraussetzungen, denn der Einstieg ins Wasser ist sehr seicht, der Strand touristisch erschlossen und sauber, die Bucht durch ihre Lage windgeschützt.

In den 1920er und 1930er Jahren wurde dieser Teil der Halbinsel berühmt, weil in dem gleichnamigen Luxushotel viele Prominente ihren Urlaub verbrachten. Zu den illustren Gästen zählten etwa Prinz Charles, Charlie Chaplin, Winston Churchill und Jacky Onassis. Auch heute noch zeugen Luxusyachten in Strandnähe und die generell sehr hohen Preise von der Exklusivität der Besucher, die hier verkehren.

Und da wir schon vom Geld sprechen: ein Tagesausflug kann teuer werden. Es gibt zwei Parkmöglichkeiten in Strandnähe, mit nicht zu unterschätzenden Preisen. Eine einfache Pizza an einer der Strandbars kostet auch sehr schnell bis zu 20 Euro. Und auch die Liegennutzung ist teurer als an anderen Ständen. Normal sind Preise zwischen 10 und 15 Euro pro Tag für zwei Liegen und einen Schirm. Bei unserem letzten Besuch wurde für das gleiche Leistungspaket am Strand von Formentor 60 Euro verlangt. Wer kann, reist mit dem Bus sehr früh an, bringt sich ein Picknick mit und sichert sich ein schattiges Plätzchen unter den Pinien.

Cala Murta

Die Buchten Cala Murta und Cala Figuera de Formentor könnt ihr je nach Kondition einzeln oder im Doppelpack besuchen. Von der Zufahrtsstraße zum Leuchtturm gibt es auf Höhe der Bushaltestelle einige Parkmöglichkeiten. Von dort gelangt ihr über zwei Kilometer in circa 20 Minuten zum Kieselstrand der Cala Murta. Der Naturstrand ist im Sommer bei Schnorchlern beliebt. Fast genauso sehr bei einigen Eseln, die hier häufig einmal vorbeigeschaut kommen.

Cala Figuera de Formentor

Die meisten Urlauber fahren am Naturstrand Cala Figuera vorbei, ohne ihn richtig wahrzunehmen. Unter Einheimischen ist der spektakuläre Meereseinschnitt am klaren, türkisblauen Meer jedoch ein beliebtes Ausflugsziel. Geformt wurde die raue und unwirtschaftliche Landschaft von den vier Winden, die aufgrund der exponierten Lage der Halbinsel hier oft aufeinandertreffen. Das Mündungsgebiet des Wildbaches liegt relativ geschützt zwischen den fast senkrechten abfallenden Steilwänden. Auf der Südseite stehen hohe Kalkfelsen über der Bucht, an denen sich im Winter die tosende Brandung abarbeitet. Die Nordseite wird von abgeschrägten und weniger steilen Sandsteinen begrenzt.

Trivia: Auf Mallorca gibt es drei Buchten mit dem Namen Cala Figuera. Neben dem Naturstrand im Norden findet ihr im Südosten ein kleines Fischerdorf und im Südwesten eine kleine Badebucht, die genauso heißen.

Wanderer pausieren hier gern. Im Sommer kommen Schnorchler auf ihre Kosten. Im Winter ist die Cala Figuera eine der einsamsten Ecken der Insel. Wenn wir die Bucht überqueren, gelangen wir auf der anderen Seite zu zwei alten Bunkern aus dem Spanischen Bürgerkrieg. Der Größere der beiden kann gefahrenfrei erkundet werden. Von oben geht eine Eisentreppe ins Innere. Sehr schlanke Wanderteilnehmer passen auch durch die Gewehrschlitze. An der Westseite geht ein Weg zu zwei rustikalen, überdachten Anlegestellen für Fischerboote. Hier lässt es sich sehr gut picknicken. Zurück zum Ausgangspunkt gelangen wir auf dem gleichen Weg.

Wandern am Cap de Formentor

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Es gibt einige beliebte Wanderziele auf der Halbinsel Formentor. Gerne wird der Fumat erklettert, das Bergmassiv, das zwischen Cala Murta und Cala Figuera in die Höhe ragt. Es ist im Gespräch den Fernwanderweg GR221 bis zum Leuchtturm zu erweitern. Ein eher unscheinbarer Pfad, den früher die Leuchtturmwärter gingen, gibt bereits eine kleine Orientierung. Mit Kindern sind diese marginalen und nicht ausgeschilderten Wege jedoch eher ungeeignet.

Für kleinere Wandertouren empfehlen wir die relativ einfach zu laufenden Strecken zur Cala Murta und Cala Figuera. Letztere geht über Stock und Stein und ausgewaschene Flussläufe. In aller Ausführlichkeit beschreiben wir diese Tour in unserem Buch Naturzeit für Kinder: Mallorca. Dieses könnt ihr online hier Partnerlink und überall im Buchhandel erwerben.

Mit dem Boot ans Cap de Formentor

Die nervenaufreibende Anfahrt könnt ihr euch sparen, wenn ihr auf dem Wasserweg anreist. Von Port d’Alcúdia gehen verschiedene Ausflugsboote zu verschiedenen Punkten der Halbinsel. Besonders gut gefällt uns diese 3 bis 4-stündige Bootstour Partnerlink, die euch zum Kap, an die Cala Figuera oder an den Strand von Formentor führt.

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Kurz & Knapp

Anfahrt: Von Port de Pollença führt die enge und kurvenreiche Landstraße Ma-2210 bis zum Leuchtturm am Cap de Formentor. In der Hauptsaison zwischen Juni und September ist die Zufahrt zwischen 10 und 18 Uhr für PKWs gesperrt. Dafür fährt ab Port de Pollença ein Zubringerbus. Bushaltestellen findet ihr am Strand von Formentor, an den Zugängen zu den Stränden Cala Figuera und Cala Murta sowie am Aussichtspunkt Es Colomer und am Leuchtturm.

Parken: Besonders in der Hauptsaison ist die Parksuche alles andere als einfach. Genau aus diesem Grund wurde der Zugang für PKWs auch eingeschränkt. Es gibt Parkflächen am Leuchtturm und vor dem Plateau mit Sicht auf Es Colomer. Unterhalb des Wehrturmes Talaia d’Albercutx ist eine Wendelfläche zu finden. Hier ist es allerdings selten schwierig Parkplätze zu finden, da weniger Menschen bis hierher gelangen. Am Strand Platja de Formentor gibt es zwei kostenpflichtige Parkplätze, die mit 10 bis 15 Euro sehr zu Buche schlagen.

Kinderwagen: Teilweise. Unwegsames Gelände am Wehrturm Albercutx. Befestigte Straßen am Strand von Formentor. Einzelne Stufen am Mirador Es Colomer und am Leuchtturm.

Einkehr: Eine kleine Cafeteria mit nicht sehr humanen Preisen im Leuchtturm vom Cap de Formentor hat ganzjährig geöffnet. Rund um den Strand Platja de Formentor, aber auch hier ist es alles andere als günstig.

In der Nähe: Cala Bóquer. Pollença. Port d’Alcúdia.

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