Kloster Puig de Maria: Wanderung bei Pollença


Die Wanderung zum Puig de Maria auf den Spuren alter Pilger zum Kloster in Pollença ist ideal für Familien ohne große Wandererfahrung. Sie geht durch eine malerische Landschaft zwar stetig bergauf, ist aber nie zu schwer. Auf dem Gipfel erwarten euch Picknickmöglichkeiten und traumhafte Ausblicke.

Ermita Puig de Maria

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Immer samstags strahlt der Klosterberg Puig de Maria in goldenem Licht. Das meinten zumindest die drei frommen Mädchen, die hier die erste aus Frauen bestehende Einsiedelei auf Mallorca gründeten. Auch heute noch leuchtet das Kloster bei Pollença mystisch in den Morgen- und Abendstunden. Vom Gipfel habt ihr eine schöne Aussicht in alle Himmelsrichtungen. Die könnt ihr unter anderem bei einem Picknick genießen. Dafür stehen neben Picknicktischen auch Grillstellen zur Verfügung. Alternativ wird in der alten Klosterküche traditionelle mallorquinische Hausmannskost angeboten. Das Kloster auf dem Puig de Maria ist bei Mallorquinern vor allem an den Wochenenden ein beliebtes Ausflugsziel.

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Der Puig de Maria

Die kleine Erhebung vor den Toren der Stadt Pollença ist gerade einmal 333 Meter hoch. Sticht aber dennoch hervor und ist ein wichtiges Erbe in der Geschichte der Stadt. Oft wird die Erhebung auch Puig de Pollença genannt und neben dem Aufstieg des Kalvarienberges in der Stadt selbst, ist der Hausberg eines der wichtigsten Ausflugsziele der Region.

Wanderung Puig de Maria Pollença

Auf dem Gipfel des Berges thront eine ehemalige Klosteranlage, die in ihrer Bauart aber eher an eine Festung erinnert. Und das nicht ohne Grund. Denn sie diente nicht nur der Anbetung der Heiligen, sondern auch als Schutz der Anwohner der Stadt vor den Angriffen der sarazenischen Korsaren.

Die Legende des Klosters Puig de Maria

Die Ursprünge des Klosters auf dem Puig de Maria gehen auf das Jahr 1348 zurück. Es wird erzählt, dass drei Frauen, die nur die Frauen von Can Sales genannt werden, ein Leuchten auf dem Berg sahen. Nachdem sie es drei Tage in Folge erkennen konnten, beschlossen sie, den Puig de Maria, der damals noch anders hieß, zu besteigen und das seltsame Licht zu suchen.

Klosterberg Puig de Maria

Das Licht selbst konnten sie nicht identifizieren, fanden aber in einer Felsspalte eine Marienstatue. Diese Art von Marienwunder war in dieser Zeit sehr häufig auf Mallorca. Nachdem sich der Fund herumgesprochen hatte, wollten einige Männer die Marienstatue hinunter in die Stadt Pollença bringen, um sie dort in der Kirche aufzubewahren.

Doch mit jedem Schritt, die die Prozession den Berg hinabstieg, wog die Figur mehr. Bis sie schließlich zu schwer war, um sie weiterzutragen. Als man sich entschloss, die Figur wieder zu ihrem Fundort zurückzubringen, wurde sie wieder leichter, je höher sie kamen. Man sah das als göttliches Zeichen, der Maria ein Heiligtum auf dem Puig de Maria zu errichten.

Historische Fakten und Zahlen zum Puig de Maria

Insider Tipp: Immer zu Ostermontag findet auf dem Puig de Maria eine Prozession statt. Die Ursprünge der Festa del Puig reichen bis ins Mittelalter und ziehen viele Feierwillige an. Es gibt ein großes gemeinschaftliches Essen, Musik und Tanz.

Die drei Frauen, ohne die dieses Wunder nicht gefunden worden wäre, gründeten daraufhin inmitten einer der schlimmsten Pest-Epidemien der Insel das Heiligtum und widmeten es der Muttergottes. Das Kloster der Jungfrau Maria wurde ab 1348 errichtet und wuchs zu einem der wichtigsten Klöster Mallorcas, das erste mit Ordensfrauen und eine wichtige Bildungsstätte für die Töchter des mallorquinischen Adels.

Puig de Maria Pollença Wanderung

Ehe es so weit kam, dauerte es aber noch ein paar Jahre. Erst 1355 wurde die Kapelle des Klosters fertiggestellt. Mehr als ein Jahrzehnt später entstand erst das eigentliche Kloster. Und noch einige Jahre später wurde der markante Verteidigungsturm angebaut.

Dieser ist ein wichtiges historisches Relikt. Pollença mit seinem Hafen war häufig Ziel von Piratenattacken. Speziell im 15. und 16. Jahrhundert wurden rund um die Insel und im Landesinneren Wehr- und Aussichtspunkte errichtet. Zusammen mit dem Castell del Rei war der Turm auf dem Puig de Maria Rückzugsort für die Anwohner Pollenças im Falle eines Piratenangriffes. Nur hier waren sie sicher.

Puig de Maria Pollença Wanderung

Zwischen 1564 und 1638 musste das Kloster geschlossen werden. In den darauffolgenden Jahren wurde einiges umgebaut und erweitert. Der einst gotische Baustil wurde mit barocken Elementen überarbeitet. Bis Ende des 20. Jahrhunderts lebten im Santuari del Puig de Maria Mönche und Nonnen verschiedener Orden.

Mittlerweile ist der Berg bei Pollença ein beliebtes Ausflugsziel, nicht nur für Pilger. Auch viele Einheimische besteigen ihren Puig regelmäßig. Grund dafür ist auch das weitläufige Picknickareal mit Grillmöglichkeiten. Es gibt viele dieser zonas recreativas, Picknickgebiete, auf Mallorca, aber nur wenige haben eine ähnlich imposante Aussicht aufs Meer wie hier auf dem Puig de Maria.

Pilgerweg zum Puig de Maria

Früher war das, was heute unsere Wanderung auf den Puig de Maria ist, eine Pilgerstrecke. Entsprechend alt ist der Weg. Gestartet wird am Parkplatz direkt am Fuße des Berges. Der erste Teil ist noch asphaltiert und führt in leichten Kurven an einigen Fincas vorbei, bevor es in einem bewaldeten und weniger befestigten Abschnitt weitergeht.

Erst im letzten Drittel geht es über einen typischen aus Stein gelegten Pilgerpfad in steten Schleifen nach oben. Am Weg gibt es, bis auf die atemraubenden Ausblicke auf Pollença, auch für Kinder einiges zu entdecken.

Wanderung Puig de Maria

Das spannendste dabei dürfte die Cova del Dimoni sein, die Höhle des Dämonen. Mehr als eine Höhle, handelt es sich dabei eher um eine Felsspalte, in die ihr ein ganzes Stück hineinlaufen und klettern könnt. Sofern ihr eine Taschenlampe dabei habt. (Handylicht tut es in diesem Fall ausnahmsweise auch).

Links neben dem Höhleneingang bemerkt ihr vielleicht ein weißes Kreuz auf dem Fels. Im Volksmund wird dieser Platz die Cadireta del Bon Jesús genannt. Ein Stühlchen zu Ehren Jesus. Der Volksglaube sagt, dass schwangere Frauen, die sich dort darauf setzten, eine sanfte Geburt haben werden.

Wanderung Puig de Maria

Allzu weit sollten sich eure Kinder jedoch alleine nicht in den Wald wagen. Einst hat sich dort ein Mädchen aus Pollença im Wald verlaufen. Als es dunkel wurde, kam eine Frau und verbrachte die Nacht mit ihr, während die Eltern vor Sorge ganz krank waren. Am Morgen fanden sie das Mädchen. Voller Dankbarkeit pilgerten sie auf den Puig de Maria, um der Heiligen für den Schutz des Mädchens zu danken. Und als die Kleine das Bildnis der Statue sah, sagte sie überrascht, dass das die Frau gewesen sei, die mit ihr die Nacht verbracht hatte.

Wanderung auf den Puig de Maria

Anders als früher ist die Wanderung auf den Puig de Maria heute keine schweißtreibende Angelegenheit mehr. Der erste Teil geht über leicht zu laufende, asphaltierte Wege. Der obere Abschnitt ist durch den gepflasterten Pilgersteig etwas unangenehmer zu laufen, mit festen Schuhen aber durchaus machbar.

Die Strecke ist auch für kleinere Kinder überschaubar, einzig die stetige Steigung zum Aufstieg kann ganz kleinen Kindern eventuell etwas schwerer fallen. Da hilft es, öfters Pausen einzulegen. Der Großteil der Strecke geht durch bewaldetes Gebiet.


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Die Wanderung auf dem alten Pilgerpfad zum Kloster Puig de Maria ist eine von 45 Touren, die ich ausführlich in unserem Buch Naturzeit mit Kindern: Mallorca erkläre. Neben einer detaillierten Wegbeschreibung findet ihr dort auch die GPX-Tracks zu allen Ausflügen, mit denen ihr die Wanderungen am Handy nachverfolgen könnt. Das Buch ist online hier zu erwerben und auch überall im Buchhandel zu finden.

Im Gegensatz zu der einfachen Wanderung zum Puig de Maria, die auf dem gleichen Weg auf den Berg und wieder zurückführt, beschreibe ich im Buch eine kleine Rundtour auf dem Berg. Diese führt euch nicht nur zum Kloster, sondern auch zu einer weiteren Felsspalte, in der die Marienfigur gefunden wurde und eine alte Mühle mit grandiosem Blick auf die Küste.

Picknick, Grillen & Übernachten auf dem Puig de Maria

Ihr habt es geschafft und seid auf dem Berg angekommen! Jetzt heißt es erst einmal die tolle Aussicht genießen. Je nachdem auf welcher Seite der Ermita del Puig de Maria ihr euch befindet, blickt ihr auf Pollença, den dazugehörigen Hafen, die Halbinsel Formentor, Alcúdia, die Bucht inklusive der zahlreichen Strände von Alcúdia und Ausläufer des Tramuntana Gebirges.

Und auch einen tollen Picknickplatz mit Aussicht gibt es. Denn das Plateau um die befestigte Klosteranlage gehört zum Netz der Naherholungsgebiete auf Mallorca und ist mit Picknicktischen und Grillstellen ausgestattet. Hier darf jeder zwischen 15. Oktober und 1. Mai grillen. Im Sommer ist es wegen Brandgefahr nicht erlaubt.

Wanderung Puig de Maria

Grillgut müsst ihr selbst mitbringen. Holzkohle kann im Restaurant des Klosters erworben werden. Alternativ könnt ihr dort aber auch deftige mallorquinische Hausmannskost probieren. Ein Mittagessen im Restaurant solltet ihr aber im Vorfeld reservieren, denn speziell an Wochenenden und lokalen Feiertagen wird es immer sehr voll.

Darüber hinaus stehen die ehemaligen Klosterzellen als einfache Übernachtungsplätze hergerichtet. Insgesamt können 25 Personen hier die Nacht verbringen. Auch hier müsst ihr wieder schnell sein. Denn die Mallorquiner sind sehr abenteuerlich und übernachten gerne und in großer Zahl auf dem Puig de Pollença.

Ausflüge in der Nähe vom Puig de Maria



Übernachten auf dem Puig de Maria

Ich habe es weiter oben bereits mehrmals angesprochen. Viele der ehemaligen Klöster auf Mallorca bieten mittlerweile Herbergsplätze an. Die bekannteste Unterbringung ist sicher das Kloster Lluc, dessen Klosterzellen zu modernen Gästezimmern umgebaut wurden.

Wanderung Puig de Maria

So viel Luxus ist im Kloster des Puig de Maria nicht zu erwarten. Die ehemaligen Zellen sind zwar nicht mehr so kahl, wie sie es im Mittelalter waren, aber immer noch recht spartanisch. Es gibt Zimmer für zwei bis vier Personen und auch Schlafsäle. Einige der Zimmer befinden sich außerhalb des eigentlichen Klostergebäudes. Um ins Gemeinschaftsbad zu gelangen, müsst ihr zunächst über den Klosterplatz. Also ganz so wie früher.

Handtücher und Bettwäsche beziehungsweise Schlafsäcke müsst ihr euch auch mitbringen. Reserviert werden kann diese sehr spezielle Unterkunft nur telefonisch. Die Telefonnummer findet ihr weiter unten in der Zusammenfassung.

Anreise und Parken in Pollença

Pollença ist von Alcúdia aus in weniger als 30 Minuten zu erreichen. Von Palma aus dauert es etwas länger, aber dank der Autovia sind die knapp 60 Kilometer auch in etwa 45 Minuten geschafft. Sehr viel länger dauert es aus dem Süden der Insel, dort seid ihr länger als eine Stunde unterwegs, seht dafür aber auch viele nette kleine Dörfer im Inselinneren, wie beispielsweise Sineu.

Am praktischsten Parken lässt es sich am südlichen Stadtrand von Pollença. Die Parkplätze dort sind kostenfrei und bieten den perfekten Ausgangspunkt für sowohl die Tour auf den Puig de Maria, als auch für Erkundungstouren in die Stadt.

Sehr voll wird es allerdings jeden Sonntag, denn dann findet der Wochenmarkt in Pollença statt, der sehr viele Besucher aus dem Umland anzieht.

Video

Kurz & Knapp

Streckendetails: 4,6 km – 272 Höhenmeter – Gehzeit 2 h 30 – Ab 4 Jahren

Kinderwagen: Nicht komplett ausgeschlossen, aber im letzten drittel sehr beschwerlich aufgrund der gewackerten Absätze und der nicht zu unterschätzenden Steigung. Eher nein.

Einkehr & Übernachtung: Mittagessen im Klosterrestaurant ist zwischen 13 und 15 Uhr möglich. Die Bar ist von 8 bis 20.30 Uhr geöffnet. Montags Ruhetag. Grillstellen für Eigenbenutzung (nur Oktober – April). Holzkohle kann im Restaurant erworben werden. Zur Übernachtung stehen 12 ehemalige Klosterzellen des Refugi Puig de Maria de Pollença bereit.

Heiligtum Santuari de la Mare de Déu del Puig: 1. April bis 30. September von 8.30 bis 20.30 Uhr. Den Rest des Jahres von 9 bis 18 Uhr. Ostermontag findet ein traditionelles Fest auf dem Klosterberg statt, dessen Ursprünge ins Mittelalter reichen. Am 1. Mai wird ein gemeinsames Paellaessen veranstaltet. Nur an diesen beiden Tagen im Jahr wird eine Messe in der Kirche des Klosters abgehalten.

In der Nähe: Cap de Formentor. Cala Bóquer. Naturpark Albufera.

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