Am äußersten Ende der rauen Formentor-Halbinsel gibt es zahlreiche schroffe Felsen und eine wilde Küstenlandschaft. Wirklich gute Bademöglichkeiten findet man hier allerdings nur wenige. Eine davon liegt etwas versteckt: der Strand Cala Figuera de Formentor in einer geschützten Bucht zwischen hohen Bergen.

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Im Winter, wenn sich das Meer an den Felsen abarbeitet, sagt man, gehört die Cala Figuera zu den einsamsten Orten Mallorcas. Im Sommer kommen einige Besucher zum Schnorcheln her und nehmen den etwas abenteuerlichen Zugang in Kauf. Denn genau darin liegt die Herausforderung: Die Anreise und das Parken sind nicht ganz einfach. In diesem Artikel zeige ich dir, was dich vor Ort erwartet, wie du zur Bucht gelangst und worauf du bei deinem Besuch achten solltest.
Hinweis: Auf Mallorca gibt es noch zwei weitere Orte mit dem Namen Cala Figuera. Dieser Artikel handelt vom Naturstrand Cala Figuera am Cap de Formentor. Informationen zum Fischerdorf Cala Figuera im Südosten und zur Wanderung zum Cap de Cala Figuera im Westen findest du in den jeweiligen Artikeln.
Das Wichtigste zum Strand Cala Figuera auf einen Blick
- Lage: Cap de Formentor bei Pollença, Norden von Mallorca
- Zugang: kurzer, aber steiniger Abstieg, nicht barrierefrei
- Anfahrt & Parken: im Sommer eingeschränkt, wenige Parkplätze vorhanden
- Geeignet für: Schnorchler, Naturfans, Familien mit älteren Kindern
- Mitnehmen: Wasser, feste Schuhe, Schwimmschuhe
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Anfahrt, Parken und der Weg zum Strand Cala Figuera
Das Schwierigste an einem Ausflug zur Cala Figuera de Formentor ist tatsächlich die Anreise. In den Sommermonaten ist die Zufahrt zum Cap de Formentor tagsüber für private Pkw gesperrt. Du kannst zwar noch bis zum Strand von Formentor fahren, an der Schranke dort ist dann aber Schluss.


Kurzinfo: Zufahrt zum Cap de Formentor
- Mit dem Auto: Von Mitte Mai bis Mitte Oktober ist die Zufahrt zum letzten Abschnitt der Halbinsel Formentor für private PKWs zwischen 10:00 und 22:30 Uhr gesperrt.
- Alternative im Sommer: Die Buslinie 334 fährt von Alcúdia über Port de Pollença zum Cap de Formentor und hält an der Haltestelle Cala Murta – Cala Figuera. Von dort beginnt der Weg zur Bucht.
- Im Winter: Die Zufahrt mit dem eigenen Auto ist möglich. Einen offiziellen Parkplatz direkt an der Cala Figuera gibt es aber nicht.
Da die Straße in dieser Zeit ohnehin unter dem Verkehr leidet, würde ich dir empfehlen, gleich den Bus ab Port de Pollença zu nehmen. Wenn du in Alcúdia Urlaub machst, kannst du auch dort einsteigen. Der Bus hält an allen wichtigen Punkten auf der Halbinsel, auch an der Haltestelle Cala Murta. Von dort beginnt der Fußweg zur Bucht.


Im Winter kannst du mit dem Auto anreisen. Ganz unkompliziert ist das Parken aber auch dann nicht. Am Straßenrand gibt es nur Platz für etwa sieben bis zehn Autos, eher weniger, wenn man berücksichtigt, dass der Höhenunterschied zwischen Straße und Seitenstreifen das Parken an vielen Stellen erschwert. Vor allem an Wochenenden sind die wenigen Plätze schnell belegt. Wenn du die Wahl hast, lohnt es sich deshalb, möglichst früh zu kommen.
Den Bus gibt es übrigens nur während der Straßensperrung in den Sommermonaten. Im Winter fährt er nicht bis hierher.
Der Weg hinunter zur Cala Figuera
Der Ausflug zur Cala Figuera de Formentor gehört auch zu den 45 Touren, die ich in meinem Buch Naturzeit mit Kindern: Mallorca vorstelle. Ich nenne ihn dort eine Wanderung, obwohl die Strecke mit rund einem Kilometer pro Richtung überschaubar ist. Der Weg selbst ist nämlich spannender als die reine Entfernung vermuten lässt.
Los geht es direkt am Abzweig zur Cala Murta, dort, wo du hoffentlich einen Parkplatz gefunden hast. Neben einer Informationstafel steht eine kleine Holzbox mit Prospekten zum Strand. Und es führt ein teilweise ausgeschilderter Pfad hinunter zur Bucht. Die Holzpfosten mit den kleinen Pfeilen helfen zwar bei der Orientierung, manchmal wirken sie allerdings etwas willkürlich.


Die ersten Meter läufst du noch entspannt auf einem schattigen Waldweg. Nach und nach wird das Gelände steiniger und offener. Wurzeln ragen aus dem Boden, Regen hat den Weg an einigen Stellen tief ausgespült und manchmal musst du kurz überlegen, wo der einfachste Weg weiterführt. Klettern musst du deshalb aber nicht.
Mit festen Schuhen ist der Weg gut zu schaffen. Wenn es die Temperaturen zulassen, würde ich außerdem lange Hosen empfehlen, denn an einigen Stellen wachsen Dissgras und andere Pflanzen dicht an den Weg heran und können die Beine ziemlich zerkratzen.
Wenn du den Weg ganz entspannt finden möchtest: In meinem Buch Naturzeit mit Kindern: Mallorca habe ich die Tour ausführlich beschrieben, inklusive Fotos, Orientierungspunkten und GPX-Track.
Was dich an der Cala Figuera erwartet
Die Cala Figuera gehört für mich zu den schönsten Naturstränden auf Mallorca. Die Bucht drückt sich fast U-förmig zwischen hohen Bergen und steilen Klippen. Wenn das Meer ruhig ist, leuchtet das Wasser in einem intensiven Blau, im Hintergrund erhebt sich der 334 Meter hohe El Fumat. Viel Infrastruktur gibt es hier nicht. Eine einzigartige, wildromantische und ruhige Szenerie, die so nur an wenigen anderen Stellen auf der Insel zu finden ist.
Gut zu wissen
- Plane etwa 2 Stunden ein
- Kaum Schatten
- Keine Toiletten, Duschen oder Restaurants
- Schwimmschuhe und ausreichend Wasser mitnehmen.
Der alte Bunker: Ein Mikro-Abenteuer für Kinder
Auf der linken Seite der Bucht gibt es eine Entdeckung, die vor allem für Kinder spannend ist: einen alten Bunker aus der Zeit des Bürgerkriegs. Von oben kommst du über eine Eisenleiter hinein. Sehr kleine und schmale Personen müssen dafür nicht einmal klettern, denn sie passen durch die Schießscharte des Bunkers.


Bootsrampen, Höhlen und der Blick Richtung Formentor
Wenn du am linken Rand der Bucht weiterläufst, kommst du zu einigen alten Bootsrampen. Dort sitzen im Sommer manchmal Menschen, um von den Felsen ins Wasser zu gehen. Daneben gibt es einen improvisierten Unterstand für Boote, der mit Palmblättern bedeckt ist.


Die Landschaft wird hier immer karger. Irgendwann endet der Weg, aber auch vorher gibt es noch einiges zu entdecken. Von den Felsen hast du einen schönen Blick in Richtung Formentor, auch wenn der Leuchtturm von hier nicht zu sehen ist. Auf der anderen Seite öffnet sich der Blick zu einer kleinen Höhle. Weiter unten gibt es noch eine weitere Höhle, in die du mit geeigneten Schuhen und etwas Vorsicht hineinklettern kannst.
Baden, Schnorcheln und Besuch von neugierigen Ziegen
Die Cala Figuera eignet sich durchaus zum Baden, allerdings solltest du keinen klassischen Sandstrand erwarten. Der Einstieg über die runden Steine ist etwas mühsam und längeres Liegen ist auf dem steinigen Untergrund nicht besonders bequem.


Dafür ist die Bucht ein schöner Platz zum Schnorcheln. Zwischen den Felsen gibt es viele Verstecke für Fische. Voraussetzung ist allerdings, dass das Meer ruhig genug ist. Bei stärkerem Wellengang oder ungünstigen Strömungen solltest du vorsichtig sein. Schwimmschuhe gehören unbedingt ins Gepäck.
Bei meinem letzten Besuch habe ich auch eine Familie mit Stand-up-Paddle-Boards gesehen. Wenn Wind und Strömung passen, ist die Bucht dafür ein schöner Ort, denn das Wasser kann hier sehr ruhig sein. Allerdings muss man die Boards vom Parkplatz auch bis zur Bucht tragen. Einen Verleih oder andere Infrastruktur gibt es hier natürlich nicht.


Und dann sind da noch die eigentlichen Bewohner der Cala Figuera: die Ziegen. Einige verstecken sich in den Büschen, sodass du oft nur hörst, wie Steine ins Rollen kommen. Andere sind deutlich weniger zurückhaltend und wissen genau, dass Menschen fast immer etwas zum Essen dabeihaben. Wenn du ins Wasser gehst, solltest du dein Picknick deshalb besser gut verstauen.
Tipps für Familien
Immer wieder bekomme ich Nachrichten oder Kommentare, dass die Cala Figuera kein Ziel für Familien mit Kindern sei. Unser Sohn war fünf Jahre alt, als wir den Weg zum ersten Mal gegangen sind. Gleichzeitig gilt aber auch: Jedes Kind ist anders und jede Familie bringt andere Voraussetzungen mit.
Die größte Herausforderung ist der Weg zur Bucht. Kinder sollten trittsicher sein und Spaß daran haben, über Wurzeln und Felsen zu laufen. Aus meiner Erfahrung kommen viele Kinder damit besser zurecht als Erwachsene. Wichtig ist eher, dass man genügend Zeit einplant und sich nicht unter Druck setzt.


Am Strand selbst solltest du keine klassischen Sandstrandbedingungen erwarten. Burgen bauen oder stundenlang im Sand spielen fällt hier aus. Dafür gibt es andere Dinge zu entdecken: Krebse zwischen den Felsen, kleine Garnelen im Wasser, den Bunker oder die ersten Schnorchelversuche.
Schatten gibt es an der Cala Figuera praktisch keinen. Eine Kopfbedeckung, Sonnencreme und je nach Jahreszeit UV-Kleidung gehören deshalb unbedingt ins Gepäck. Außerdem solltest du genügend Wasser und ein paar Snacks dabeihaben. Einen Sonnenschirm würde ich dagegen nicht mitnehmen. Zwischen den Felsen gibt es kaum eine Möglichkeit, ihn sicher aufzustellen.
Ich würde den Ausflug deshalb auch nicht als Tagesziel planen, sondern als einen von mehreren Stopps auf der Formentor-Halbinsel. Welche Orte sich gut mit der Cala Figuera kombinieren lassen, zeige ich dir im nächsten Abschnitt.
Was du in der Nähe noch unternehmen kannst
Wenn ich einen Tag auf der Formentor-Halbinsel plane, komme ich möglichst früh, um nach dem Strand noch andere Dinge zu sehen. Diese Möglichkeiten hast du:
- Cala Murta: Wenn dir die Cala Figuera gefallen hat, aber das Meer dort zu unruhig war. Der Weg ist etwas länger, unterwegs begegnest du mit etwas Glück sogar den freilaufenden Eseln.
- Cap de Formentor: Der Leuchtturm gehört zu den bekanntesten Ausflugszielen der Insel. Mir persönlich gefallen allerdings die Aussichtspunkte unterwegs besser als das eigentliche Ziel.
- Platja de Formentor: Der einzige größere Sandstrand auf der Halbinsel. Ideal, wenn du nach dem kleinen Abenteuer noch entspannt baden möchtest.
- Mirador Es Colomer & Talaia d’Albercutx: Zwei Aussichtspunkte mit völlig unterschiedlichem Charakter. Besonders die Talaia gehört für mich zu den schönsten Plätzen auf der Halbinsel.
- Port de Pollença: Ein schöner Abschluss für den Tag mit Strand, Promenade und vielen Restaurants.
FAQ: Die häufigsten Fragen
Wie komme ich zum Strand Cala Figuera de Formentor?
Im Sommer ist die Zufahrt zum letzten Abschnitt der Halbinsel Formentor für private PKWs tagsüber gesperrt. Dann erreichst du die Cala Figuera am besten mit der Buslinie 334 ab Port de Pollença oder Alcúdia. Die Haltestelle Cala Murta liegt direkt am Startpunkt des Weges zur Bucht.
In den Wintermonaten kannst du mit dem Auto anreisen. Einen offiziellen Parkplatz gibt es allerdings nicht. Am Straßenrand stehen nur wenige Plätze zur Verfügung.
Ist der Weg zur Cala Figuera schwierig?
Der Weg zur Bucht ist mit etwa einem Kilometer pro Strecke nicht lang, aber er ist stellenweise steinig und uneben. Festes Schuhwerk ist wichtig. Besonders bei Kindern kommt es weniger auf das Alter an als darauf, wie trittsicher sie sind und ob sie Freude an einem etwas abenteuerlichen Weg haben.
Ist die Cala Figuera für Kinder geeignet?
Ja, aber nicht für jede Familie gleichermaßen. Kleine Entdecker, die gerne klettern und über unebenes Gelände laufen, haben hier oft viel Spaß. Für Kinder, die einen einfachen Sandstrand mit flachem Einstieg erwarten, ist die Cala Figuera dagegen nicht ideal.
Wie viel Zeit sollte man für die Cala Figuera einplanen?
Für den Weg, das Erkunden der Bucht und eine Pause am Wasser solltest du mindestens zwei Stunden einplanen. Mit Kindern oder wenn du schnorcheln möchtest, kann es natürlich deutlich länger dauern.
Zum Weiterlesen
Wenn du noch mehr von der Region entdecken möchtest, findest du hier weitere Tipps für den Norden Mallorcas:
- Norden Mallorca entdecken: Alle wichtigen Ausflugsziele, Strände und Wanderungen im Überblick.
- Die schönsten Strände im Norden und Nordosten Mallorcas: Weitere Buchten und Badeplätze rund um Formentor, Pollença und die Nordküste.
- Pollença : Die historische Stadt mit Altstadt, Kalvarienberg und weiteren Ausflugsmöglichkeiten.
- Cala Sant Vicente: Drei Strände, eine schöne Küstenlandschaft und eine Wanderung zu einem alten Munitionstunnel.
- Wanderung zur Cala Boquer: Eine naturbelassene Bucht mit einer kurzen Wanderung und Spuren der ältesten Besiedlung Mallorcas.
- Strand Platja d’Albercutx: Ein kleiner, gut erreichbarer Strand bei Port de Pollença mit flachem Wasser und schöner Aussicht.
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