Piratenwanderung. Der Cami de Sa Figuera (Soller)

Wandern mit Kindern auf Mallorca: Cami de Sa Figuera

Die Wanderung auf dem Cami de Sa Figuera bietet großen und kleinen Wanderfreunden die Möglichkeit den Weg abzugehen, den die sarazenische Piraten am 11. Mai 1561 einschlugen, nachdem sie in Port de Sóller an Land gegangen sind.

Historische Hintergründe

Die Piraten wollten damals nach Sóller, um dort die Kirche zu plündern und Gefangene zu nehmen, die sie in ihrer Heimat als Sklaven verkaufen konnten. Sie teilten sich in zwei Truppen auf. Eine davon wurde von den Einwohnern Sóllers auf dem Cami de Sa Figuera in einer epischen Schlacht besiegt, die sich tief im kollektiven Gedächtnis der Mallorquiner verankert hat. Jeden zweiten Sonntag im Mai wird die Schlacht und der Sieg über die Piraten in einem aufwendigem Fest, der Firó de Sóller, nachgestellt.

Familien Wanderung Mallorca

Ein Weg. Viele Möglichkeiten

Man kann die Wanderung als Rundgang gestalten, mit Start und Ende in Port de Sóller. Mit knapp sechs Kilometern ist die Entfernung überschaubar und auch für kleinere Kinder machbar. Es gibt aber auch einige gute Gründe, nur einen Teil der Wanderung zu Fuß zurückzulegen. Und einer davon ist eine Straßenbahn aus dem Jahr 1913.

Tranvia de Soller

Die Tram und der Zug von Sóller sind die Wahrzeichen der Stadt. Mit dem Zug gelangt man von Palma nach Sóller. Und von dort kann man mit der Tram weiter an den Hafen fahren.

Tren de Soller Straßenbahn

Die Fahrt mit der Straßenbahn Von Sóller zum Hafen dauert 20 Minuten und ist für Kinder wie Eltern ein Highlight. Falls man also schon einmal vor Ort ist, bietet sich eine kleine Fahrt an. Und da das erste Wegstück auf dem Piratenweg Cami de Sa Figuera stetig bergauf geht, ist die Aussicht, den Rückweg mit einer alten Bahn zu fahren eine gute Motivation.

Wandervarianten

Der Möglichkeiten gibt es viele. Man könnte zum Beispiel:

  1. von Port de Sóller nach Sóller wandern und mit der Straßenbahn zurück fahren um dort den Tag am Strand ausklingen zu lassen. Nachteil: Man fährt mehrmals zwischen Sóller und Port de Sóller hin und her.
  2. den gesamten Rundweg wandern und sich danach am Strand erholen. Nachteil: Man fährt nicht mit der Tram.
  3. es auch ganz anders machen und in die entgegengesetzte Richtung Wandern. Von Sóller nach Port de Sóller. Dort erholt man sich solange am Strand wie man möchte oder bis die letzte Straßenbahn nach Sóller zurückfährt.

Wir haben es ganz anders gemacht. Wir hatten das Glück an einer Sonderfahrt der Straßenbahn teilzunehmen und sind sowohl nach Port de Sóller als auch zurück mit der Tram gefahren. Zwischen den beiden Fahrten sind wir den gesamten Rundweg abgelaufen, haben uns am Strand erholt und Eis gegessen.

Der Rundgang Cami de Sa Figuera

Die komplette Wanderung dauert, wenn man nicht zu sehr trödelt, ungefähr zwei Stunden. Wir trödeln allerdings immer und waren fast drei Stunden unterwegs. Ich schiebe das auf die Tatsache, dass es am Wegesrand so viele leckere Orangen und an einigen Stellen sogar frisch gepressten Orangensaft gab.

Am Tunnel

Wir starten unsere Familienwanderung in Port de Sóller direkt am Hafen. Dort ist zum einen die Tram-Haltestelle und zum anderen ein öffentlicher Parkplatz. Die Straße nennt sich Carrer d’Antoni Montis und führt bis zu einem Kreisverkehr (dem zweiten) vor einem Tunnel, der den Hafen mit Sóller verbindet. Direkt im Kreisverkehr gibt es eine große Übersichtskarte und der Weg ist deutlich ausgeschildert. In zwei Richtungen. Wir gehen nach rechts, Richtung Sóller.

Zunächst muss man durch ein Holzgatter und befindet sich sofort an einem alten Kalkofen. Danach wird es allerdings anstrengend. Es geht immer nach oben, über einen steinigen aber gut beschilderten Weg. Falls sich die Wege kreuzen, halten wir uns immer Richtung Sóller. Auch wenn Sa Figuera ausgeschildert sein sollte. Denn dann würden wir zurück zum Hafen gehen und das wollen wir vorerst noch nicht.

Durch Orangenfelder

Sobald der Aufstieg geschafft ist, gelangt man auf eine unbefestigte Straße. Es geht jetzt durch das ländlich geprägte Vall de Sóller, auch das Orangen-Tal genannt. Zunächst stehen da aber noch Olivenbäume. Später werden diese von Feldern abgelöst und schließlich sieht man auch die ersten Orangen- und Zitronenplantagen vor sich.

Dann beginnt der Abstieg. Man kommt zuerst an Can Penya vorbei, einer alten Steinfinca, die zum Rasten einlädt. Von dort führen uns erneut Wegweiser Richtung Sóller. Vorbei an einigen historisch interessanten Gebäuden.

Eines davon ist Can Tamany. Dort wollten die Piraten eindringen und Plündern. Jedoch hatten sie nicht mit den Frauen des Hauses gerechnet, die sich zur Wehr setzten und einige der Plünderer handlungsunfähig machten. Die Schwestern Francesca und Catalina schlugen mit einem Holzknüppel auf einen Angreifer ein und warfen ihn aus dem Fenster auf den Rest der Gruppe, die voller Angst die Flucht ergriff. Die Schwestern gingen als die Ses Valentes Dones, die mutigen Frauen, in die Geschichte ein.

Der Rückweg

Sobald man die Hauptstraße erreicht, die Sóller mit dem Hafen verbindet ist das meiste schon geschafft. Ein Zebrastreifen bringt uns zur Tram-Haltestelle. Entweder warten wir dort auf die nächste Bahn, oder wir gehen über eine kleine Brücke auf einen Weg, der parallel zur Hauptstraße und dem Sturzbach verläuft. Je nach Jahreszeit führt dieser Wasser, oder auch nicht.

Kurz vor dem Hafen gabelt sich der Weg noch einmal. Wir gehen nach rechts in Richtung Strand. Die andere Richtung würde uns zum Leuchtturm und dem Refugium La Muleta führen. Auch eine schöne Wanderung. Aber vielleicht ein andermal. Jetzt wollen wir auf die Strandpromenade, Eis essen, auf den Spielplätzen spielen und die Füße im Wasser baumeln lassen.

Eine Drachengeschichte

Der Tunnel, der den Anfang der Wanderung markiert nennt sich Sa Mola, genau wie der Drache, der hier vor langer Zeit gelebt haben soll. Der Cuca de Sa Mola war der Schrecken der Bauern in und um Sóller. Er fraß sie einfach auf, ohne dass sie eine Möglichkeit hatten sich zu wehren. Fand er einmal nichts zu essen, biss er vor Hunger Löcher in die Felswände.

Bis der Heilige Georg, Sant Jordi, kam. Der edle Ritter nahm es mit dem Drachen von Sa Mola auf. Es wurde ein langer, unbarmherziger Kampf, in dem der Heilige Georg den Drachen schließlich besiegte. Von beiden sah und hörte man danach nichts mehr. Einzig die angeknapperten Felsen und ein Loch, dass dem Drachen als Unterschlupf diente, zeugen heute noch von der Gegenwart des Untiers.

Wanderführer

Diese Wanderung ist eine der vielen für Kinder geeigneten Ausflüge, die in dem vom Inselrat herausgegebenen Wanderführer für Familien zu finden sind. Falls euch diese Art von Ausflügen interessiert, findet ihr hier den Wanderführer zum downloaden.

Kurzinfo

Dauer: > 2 Stunden.
Kinderwagen: Nein.
Altersempfehlung: Ab drei Jahren.
Parkplatz: Im Hafen vorhanden.
Verpflegung & WC: Am Hafen.
Spielplätze: Mehrere in erster und zweiter Meereslinie.

Tranvía de Soller
Fahrplan: Je nach Jahreszeit stündlich oder halbstündlich zwischen 8.00 und 21.00 Uhr. Genaue Information auf trendesoller.com
Preis: 7,- Euro pro Strecke.

Fotogalerie

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