Fornalutx, Binibassi & Biniaraix: Die Dörfer im Tal von Soller


Tal des Goldes wird das Tal hinter Sóller gerne genannt. Neben vielen Schafen, Zitronen- und Orangenbäumen findet ihr dort die schönsten Dörfer der Insel: Fornalutx, Binibassi und Biniaraix.

Fornalutx, Biniaraix & Binibassi: Die Dörfer im Tal von Sóller

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Die Senke um die Kleinstadt Sóller weiterhin auch Tal der Orangen genannt. Obstgärten prägen das Landschaftsbild. Der Wasserreichtum der Gegend ließ unter der Herrschaft der Araber blühende Landschaften und ausgeklügelte Wassersysteme entstehen. Die Siedlungen Biniaraix und Binibassí waren früher eindrucksvolle arabische Gutshöfe und haben sich aufgrund ihrer Abgeschiedenheit und Architektur einen ganz eigenen Charme behalten.

Fornalutx: Das schönste Dorf Spaniens

Fornalutx: Schönstes spanisches Dorf

Das Bergdorf Fornalutx überblickt das Tal von Sóller und wurde bereits mehrmals als schönstes Dorf Spaniens ausgezeichnet. Einen rustikalen Charme bekommt es durch das Zusammenspiel von alten Bruchsteinhäusern, rot gedeckten Dächern und umliegenden Orangenplantagen. In den engen Gassen ist der Puls der alten Zeit zu spüren.

Ursprünge von Fornalutx

Fornalutx: Schönstes spanisches Dorf

Fornalutx geht ebenso wie Biniaraix und Binibassí auf maurischen Gutshöfe zurück. Von dem arabischen Baustil ist jedoch nichts erhalten. Einzig der Name lässt Rückschlüsse auf die Eroberer zu, die den Anstoß zur Besiedelung gaben und durch ihr Wissen in Landwirtschaft und Wasserwirtschaft das Land bewohnbar machten. Nach der Rückeroberung Mallorcas durch die christlichen Könige wurden die Araber vertrieben und das Land neu besiedelt. Große Teile der heutigen Architektur stammen aus dem 16. und 17. Jahrhundert.

Heute leben circa 700 Menschen ganzjährig in dem kleinen Dorf der Sierra de Tramuntana. Während der Hauptsaison ist es leider nicht selten sehr voll. Autos und Busse verstopfen die Straßen. Auch das Gesamtbild ändert sich nicht unwesentlich. In den letzten Jahren wurden viele neue Häuser im Außenbezirk errichtet. Ungefähr die Hälfte der Immobilien des gesamten Ortes gehören mittlerweile Ausländern.

Inzwischen ist der Ort denkmalgeschützt und es gelten sehr strenge Bauvorschriften. Trotz einer signifikanten Zunahme an touristischer Aktivität und zahlreichen Neubauten im Außenbezirk ist Fornalutx auch heute noch um einiges authentischer als andere Ortschaften der Insel.

Sehenswürdigkeiten in Fornalutx

Fornalutx: Schönstes spanisches Dorf

Eine umfassende Liste wichtiger Sehenswürdigkeiten gibt es für das kleine Dorf Fornalutx nicht. Aber es lohnt sich ein Spaziergang durch die Gassen und auch ein wenig weiter in die Außenbezirke.

Spaziergang durch Fornalutx auf der Karte

Romantische Treppe zwischen Orangen

Es gibt an viele Stellen kleinere Treppen, die vom Ort in die höheren Lagen führen. Vom Dorfplatz geht die längste und älteste ab. Sie verläuft parallel zum Sturzbach Torrent de sa Rompuda den Hang hinauf und bietet einmalige Ausblicke über die alten Dächer, die Orangenbäume und die höchsten Berge des Tramuntana Gebirges.

Can Xoroi: Ölmühle und bemalte Dachziegel

Fornalutx: Schönstes spanisches Dorf

Wenn ihr mit offenen Augen durch die Gassen Fornalutx´ geht, fallen euch eventuell die bemalten Dachziegel auf. Die Ursprünge dieser Tradition sind nicht abschließend geklärt. Wohl aber sind sie mehrere hundert Jahre alt. In den isolierten Lebensräumen der Berge entstanden früher viele Legenden, die sich auch in der Bauweise der Häuser widerspiegeln. Es wird angenommen, dass Dachvorsprünge mit Inschriften und Symbolen verziert wurden, um böse Geister zu vertreiben. Deren genaue Bedeutung weiß man jedoch bis heute nicht.

In der ehemaligen Ölmühle Can Xoroi wurde vom Stadtrat von Fornalutx ein Museum errichtet, in dem neben einer Fotosammlung über die Ölgewinnung und einer restaurierten Ölmühle auch eine sehr umfangreiche Sammlung von bemalten Dachziegeln zu sehen ist. Sie stammen alle aus der Gründerzeit des Ortes und wurden von den Anwohnern gespendet.

Der verwunschene Brunnen

Es gibt in Fornalutx mehrere Brunnen. Ein besonderer steht inmitten des Dorfplatzes im Zentrum des Ortes. Es wird erzählt, dass er Zauberwasser enthält. Jeder, der aus dem Brunnen trinkt, würde magisch vom Ort angezogen werden und immer wieder in das kleine Bergdorf zurückkehren.

Kreuzweg & Kirche

Ein kleiner Kreuzweg mit bemalten Fliesen führt vom Brunnen auf dem Dorfplatz zur Kirche Navidad de Nostra Senyora. Die Pfarrkirche stammt aus dem 17. Jahrhundert und wird aufgrund der besonderen Sonnenuhr und der Marienfigur oft besucht.

Friedhof

Fornalutx: Schönstes spanisches Dorf

Etwas außerhalb, am Anfang des Reitweges, der nach Sóller führt, liegt der Friedhof von Fornalutx etwas abgeschieden und malerisch eingebettet zwischen den Bergen. Er ist nicht sehr groß, aber nett anzusehen. Außerhalb gibt es kleine Terrassen mit Sitzbänken, die einen schönen Blick über den Ort bieten.

Kontroverse: Stierlauf in Fornalutx

Jedes Jahr Anfang September findet in Fornalutx im Rahmen der Festlichkeiten des Patronatsfestes der Correbou, ein Stierlauf, statt. Die kontroverse Tradition reicht bis in die Frühzeit zurück. Bis vor nicht allzu langer Zeit war es üblich, den Stier am Ende zu schlachten. Aufgrund zahlreicher Proteste von Tierschützern und dem überarbeiteten Tierschutzgesetz Ley Balear de Protección Animal wird der Stier nunmehr nur noch durch die Straßen getrieben. Tierschützer sind stets vor Ort um das Wohl des Tieres zu überwachen.

Steinschleuderer

Es wird vermutet, dass die Kunst des Tir amb passeta, das Steine Werfen, in Fornalutx praktiziert wurde. Die Ureinwohner der Insel aus der talayotischen Zeit konnten mit dieser Kampfkunst Vögel aus bis zu 100 Metern Höhe jagen. Der Name der Balearen leitet sich vom griechischen Wort ballein ab, was so viel bedeutet wie „mit der Schleuder jagen“. [> Mehr zu Talayot und den Steinschleuderern]

Fornalutx Kurz & Knapp

Parken: Die Anfahrt ist nichts für schwache Nerven. Es gibt zwei kostenpflichtige Parkplätze hier und hier. Sonntags und feiertags kostenfrei.

Kinderwagen: Auf den Hauptwegen und bis zum Friedhof geeignet. Nicht, wenn ihr vorhabt viele Stufen zu erklimmen.

Einkehr: Zahlreiche Möglichkeiten im Ortskern.

Ölmühle Ca’n Xoroi: geöffnet Freitag und Samstag, 10.30 bis 13.30 Uhr.

Binibassi: Der arabische Gutshof

Binibassi

Binibassí ist sehr malerisch, aber kaum betritt man den Ort, verlässt man ihn auch schon wieder. Es sind hauptsächlich Wanderer, die ab Sóller über den Fernwanderweg GR221 nach Lluc gehen. Erreichbar ist der Ort allerdings auch über einen kleinen Spaziergang aus Fornalutx.

Sehenswertes in Binibassi

Von Sóller führt ein ehemaliger Reitweg in das kleine Dorf, das die Grenze zwischen den Gemeinden Sóller und Fornalutx markiert. Die kleine Siedlung mit wenigen Häusern aus dem 16. Jahrhundert, die ebenfalls auf arabische Ursprünge zurückzuführen sind, ist ein gutes Beispiel für ein typisches mallorquinisches Gut mit einigen Häusern im neoklassischen Stil, einem großen Wehrturm, eine Wassermühle und authentischen Waschplätzen. Auch hier ist das alte, gemauerte Wasserleitsystem noch deutlich erkennbar.

König Artus in Binibassi

Es geht um keinen minderen als König Artus von der Tafelrunde. Und die Geschichte ist so verrückt, dass ich sie einfach erzählen muss. Es lebte einmal ein Ritter in Binibassí, der im Hafen von Sóller (damals hieß dieser Santa Catalina) von einem Wal und einem Papagei auf eine verzauberte Insel entführt wurde. Dort begegnete er Artus und seiner Schwester Morgana, die ihn befahlen nach Mallorca zurückzukehren und allen von seiner Reise zu erzählen. Der Ritter Guillem, de Torroella, Gutsherr von Binibassí, reiste zurück und schrieb in seinem Herrenhaus Ende des 14. Jahrhunderts das Buch „La Faula„, in dem ebendiese Geschichte erzählt wird.

Biniaraix: Das mediterrane Bauerndorf

Biniaraix

Knapp 500 Einwohner zählt dieser kleine Ort, der bereits in der Urzeit besiedelt gewesen sein soll. So ziemlich alle Bevölkerungsgruppen sind hier durchgezogen: Der Ort war eine römische Kolonie, ein arabisches Gut und katalanische Siedlung. Die Araber errichteten die charakteristischen Bancales, Terrassen zum Ackerbau und Wassersysteme. Alles in allem scheint es, dass die Zeit stehen geblieben ist.

Die mittelalterlichen Ursprünge sind besser erhalten als anderswo. Die Architektur ist ursprünglich, es gibt keine Neubauten. Biniaraix liegt perfekt innerhalb der imposanten Berglandschaft der Tramuntana und verzaubert mit seinen engen Straßen und den Obstgärten, die es umgeben.

Sehenswertes in Biniaraix

Biniaraix

Auch bei Biniaraix ist es wieder das Gesamtpaket, das sehenswert ist. Parken ist in der Saison ein Abenteuer, es gibt nur begrenzte Stellflächen. Am günstigsten ist es an der Landstraße, die Fornalutx mit Sóller verbindet. Von dort könnt ihr – immer den Wassergräben nach – durch die Obstgärten ins Dorf hinauf laufen.

Erwähnenswert ist die Pfarrkirche Immaculada de Concepción, die aus dem 16. Jahrhundert stammt und keine eigene Fassade hat. Aus Platzmangel wurde sie einfach hinter bereits bestehende Häuser gebaut. Sehr prominent ist dafür die weiß geflieste Pyramide des Glockenturms und die sehr schöne Sonnenuhr. Gegenüber steht eine 100-jährige Platane, in deren Schatten es sich sehr gut pausieren lässt.

Lauft ihr die Straße weiter hoch, passiert ihr Cas Don, das älteste Haus der Siedlung. Ihr erkennt es an den kleinen Steinen, die die Fugen verzieren. In einer starken Kurve steht der sehr eindrucksvolle Waschplatz. Hier plätschert ganzjährig Wasser. Die Konstruktion wurde im 18. Jahrhundert errichtet und wird nach wie vor mit Quellwasser aus den Bergen versorgt.

Rechts geht hier der Wanderweg GR221 weiter. Einen Teil davon, zum Barranc de Biniaraix, könnt ihr auch gut mit Kindern wandern. Etwas abgelegen seht ihr rechts inmitten einer weiten Fläche das Anwesen Can Ribera, das stattlichste Haus des Ortes.

Wandern: Durch die Dörfer im Tal von Soller


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Meine Kinder stimmen zwar nicht komplett mit mir überein, aber für mich ist die Wanderung durch die Dörfer des Tals von Sóller die schönste Tour in unserem Buch Naturzeit mit Kindern: Mallorca. Denn es gibt so viel zu sehen: sehr viele Katzen, Schafe, Orangenbäume, ursprüngliche Ortschaften, Quellen und die besten Aussichten auf Sóller. Dazu gibt es in angenehmen Abständen immer wieder Möglichkeiten zu rasten und zur Einkehr.

Kulturell und landschaftlich ist diese Tour sehr komplett. Was abschrecken könnte, ist die Gesamtstrecke von fast 9 Kilometern und circa 300 Höhenmeter. Im Buch empfehlen wir die Runde für Kinder ab 8 Jahren. Mit dem Kauf des Buches erhaltet ihr nicht nur die ausführliche Wegbeschreibung, sondern auch die GPX-Daten, mit denen ihr die Wanderung leicht auf eurem Handy nachverfolgen könnt.

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Schnitzeljagd Palma


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