Wanderung zum Torre Picada bei Port de Sóller


Auf Mallorca sind circa 50 Wehrtürme mehr oder weniger gut erhalten, die ursprünglich zur Piratenabwehr dienten. Der Torre Picada bei Port de Sóller ist eines der wenigen gut erhaltenen Exemplare. Er kann auf einer sehr leichten Wanderung erkundet werden, die in Port de Sóller startet und atemberaubende Blicke aufs Meer und auf die Berge bietet.

Wanderung zum Torre Picada bei Port de Sóller

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Für viele Wanderer ist Port de Sóller ein Zwischenstopp auf dem Fernwanderweg GR221. Für uns als Eltern ist es ein toller Ausgangsort für kleinere, leichte und mittelschwere Ausflüge. Besonders diese Tour zum alten Piratenabwehrturm eignet sich für fast alle Altersklassen und Fitnesslevel und bietet sich immer dann an, wenn ihr euch das mit dem „Wandern mit Kindern“ einmal ausprobieren wollt. Oder, wenn ihr bereits Erfahrungen habt, aber ausnahmsweise einmal eine ruhigere Kugel schieben wollt.

Als die Piraten Mallorca überfielen

Archiv: Ausflugsziele mit Piratenwachtürmen

Im 16. und 17. Jahrhundert hatte Mallorca sehr unter den Angriffen nordafrikanischer Piraten zu kämpfen. Regelmäßig wurden Städte geplündert und Menschen in die Sklaverei verschleppt. Bis ein gut durchdachtes Netz an Wachtürmen an der Küste errichtet wurde. Diese Türme standen immer in Sichtkontakt und konnten bei einer Piratensichtung ein Leucht- oder Rauchfeuer an den nächsten Turm senden und damit Hilfe anfordern und die Menschen in der Nähe warnen.

Die Zeit der Piratenangriffe hat die Mallorquiner sehr geprägt. Noch heute sind sie Fremden gegenüber oft sehr misstrauisch. Die Türme als solche gelten als kulturelles Erbe. Leider sind nur wenige gut erhalten. Doch selbst solche, die in Ruinen liegen, bieten sich als Wanderziele an. Da sie als Wachpunkte vor allem das Meer überblicken sollten, gibt es von den Türmen, oder den Plätzen an denen sie ehemals standen, immer phänomenale Ausblicke.

Der Piratenwachturm Torre Picada bei Port de Sóller

In der Gegend wird der Turm auch Torre de Pedra Picada genannt. Das heißt so viel wie Turm aus geschlagenen Steinen. Hineingeschlagen wurde auch das Jahr, in dem der Turm errichtet wurde, 1622. Das Bauwerk wurde umfassend renoviert und ist 11 Meter hoch. Der Rundbau hat einen Durchmesser von 11,5 Metern.

Anders als andere Türme kann hier der Innenraum nicht besichtigt werden. Normalerweise hielten sich in den Türmen zwei Wachmänner auf. Auf zwei Etagen gab es zwei Räume und eine Küche. Eine Wendeltreppe führte bis auf die Terrasse auf den Turm, auf der eine Kanone stand. Unser Torre Picada wurde bis ins 19. Jahrhundert hinein genutzt.

Wanderung zum Piratenturm Torre Picada

Der Ausflug zum Torre Picada ist aus mehreren Gründen toll. Zum einen ist der Weg überschaubar und leicht zu laufen. Zum anderen ist das Areal um den Turm sehr schön und ein wahrer Abenteuerspielplatz für Kinder.

GPX-Track per App: Falls ihr auf Nummer sicher gehen wollt, könnt ihr zusätzlich zur folgenden Wanderbeschreibung auch die von uns aufgezeichneten GPS-Daten nutzen, um der Tour sicher folgen zu können.

Parken & Starten

Am günstigsten parkt ihr in der Nähe des Hafens, zum Beispiel auf diesem kostenfreien Parkplatz oder in einer der Seitenstraßen in der Nähe. Um dorthin zu gelangen, fahrt ihr nach der Stadt Sóller rechts in den Tunnel hinein. Kurz nach dem Tunnelausgang hinter dem Kreisverkehr befindet sich der Parkplatz.

Wenn ihr vom Parkplatz in Richtung Hafen lauft, gelangt ihr nach rechts an den Platz Plaça de Reis und einen weiteren Kreisverkehr. Dort startet die Calle de Belgica und unsere Wanderung.

Wanderroute

Der erste Teil des Weges führt auf der asphaltierten Straße entlang. Obwohl hier nicht viele Autos fahren, müsst ihr die Kinder etwas im Auge behalten. Nach ungefähr zehn Minuten gelangt ihr an eine Kurve mit Wegweisern, in der nach rechts ein Erdpfad abgeht. Der Weg ist als Sackgasse gekennzeichnet.

Der Weg hat nun eine leichte, stetige Steigung und führt uns sehr gemütlich durch die typische mallorquinische Landschaft. Vorbei an alten Steinhäusern, Terrassenfeldern und Olivenplantagen. In einer Rechtskurve seht ihr vor euch ein Gatter. Daneben einige Steinstufen und den Hinweis, dass hier nicht geparkt werden darf. Statt auf dem Pfad klettern wir neben dem Gatter auf die andere Seite des Zauns.

Es gibt an dieser Stelle verschiedene Pfade, wir nehmen den linken der beiden gut erkennbaren, der gerade aus führt. Links durch die Bäume gibt es einen unkenntlichen Trampelpfad, der den Weg zum Turm abkürzt. Was aber nicht notwendig ist, da der verbleibende Weg auch so nicht übermäßig lang ist.

Von dieser Stelle aus sind es noch circa zehn Minuten durch den Wald bis zum Ziel. An einzelnen Stellen ist bereits das Meer zu sehen. Nachdem wir die Bäume hinter uns lassen und eine Art Tor passieren, öffnet sich vor uns ein weites Plateau. Danach kommt mit jedem Schritt der Turm Torre Picada etwas weiter in unser Blickfeld.

Picknicken & Aussicht genießen

Es gibt um den Turm herum keine Picknickbänke, aber jede Menge Steine, Felsen und Bäume, die den selben Zweck erfüllen. Je nach Alter der Kinder könnt ihr euch ein geschütztes Plätzchen oder eines mit Aussicht suchen. So oder so solltet ihr einen Blick auf die Berge und das Meer wagen.

Rechts vom Turm ist da zum einen der Penyal Bernat und ein Stück der Radarkuppel des Puig Major zu sehen. Im Meer liegt die kleine Insel S’Illeta. Die Legenden erzählen, dass auf dieser Insel die vells marins, Mittelmeer-Mönchsrobbe in großen Kolonien gelebt haben soll. Ganz in der Nähe befindet sich auch die Höhle Sa Cova des Vell Marí. Das Tier lebte bis in die 1950er Jahre auf Mallorca. Mittlerweile ist es vom Aussterben bedroht und nur noch in anderen Teilen des Mittelmeeres vereinzelt anzufinden.

Links vom Turm führt ein kleiner Pfad an die Klippe, von wo ihr einen einmaligen Blick auf den Leuchtturm Faro de Muleta habt. Sobald ihr euch gestärkt und die Aussicht genossen habt, geht es auf dem gleichen Weg wieder zurück.

Kurz & Knapp

Tourendetails: Entfernung 4 km – Höhendifferenz 190 m – Gehzeit 2 h – Ab 4 Jahren – GPX-Track zum Herunterladen

Parken: Hinter dem Tunnel am Kreisverkehr

Kinderwagen: ungeeignet

Einkehr: Auf dem Weg keine, zahlreiche im Hafen von Port de Sóller

In der Nähe: Port de Sóller, Sóller, Fornalutx

Fotogalerie

Zum Weitelesen


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