Rundwanderung zur Ermita de la Santísima Trinidad bei Valldemossa


Versteckt im Wald hinter Valldemossa, der auch der Bosque de Miramar genannt wird, liegt die Ermita de la Santísima Trinidad. Obwohl sie relativ leicht erreicht werden kann, ist die Einsiedelei mit eindrucksvoller Kapelle und klosterähnlichen Elementen ein Ort der Ruhe, an dem abseits der Massen ein atemraubender Blick aufs offene Meer und die Berge genossen werden kann. Hinter der Wallfahrtskapelle führt ein Rundweg in den magischen Steineichenwald, in dem viele Geschichten aus vergangenen Zeiten zu entdecken sind.

Wanderung zur Kapelle Ermita de la Santísima Trinidad bei Valldemossa

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Obwohl die Kapelle der Heiligen Dreifaltigkeit etwas abgeschieden liegt, ist sie auf einer leichten Rundwanderung zu erreichen. Der Weg führt durch eine Vielzahl an verschiedenen Landschaftsformen, vorbei an Aussichtspunkten und alten Wirtschaftsgebäuden, in denen die Menschen vor der Zeit des Tourismus in harter Arbeit ihren Lebensunterhalt abseits der Städte und Dörfer im tiefen Wald bestritten. Es gibt zahlreiche Wege, um zur Ermita de la Santísima Trinidad zu gelangen. Ich werde euch hier im folgenden zwei Möglichkeiten zeigen. Die erste, etwas längere, Tour kann direkt im Anschluss an den im letzten Beitrag beschriebenen Panoramarundweg Camí de s’Escolta gelaufen werden. Die zweite Wanderung ist etwas kürzer und mit weniger Höhenmetern, hat jedoch einen anderen Ausgangspunkt.

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Parken und Starten

Falls ihr bereits unterwegs seid, weil ihr die Panoramawanderung auf dem Camí de s’Escolta unternommen habt, befindet sich der Start dieser Rundtour direkt Restaurant Can Costa. Das renommierte Restaurant liegt an der Landstraße Ma-10 Richtung Deià, ungefähr drei Kilometer außerhalb von Valldemossa.

Wallfahrtskapelle Ermita de la Santísima Trinidad bei Valldemossa

Direkt am Restaurant kann leider nicht geparkt werden, aber circa 300 Meter unterhalb gibt es auf Höhe der Bushaltestelle eine Art Parkbucht, an der mehrere Autos gut parken können. Von dort geht es auf dem extra für Wanderer abgegrenzten Fußweg zurück zum Restaurant, wo nach rechts eine eher schlecht, als recht, asphaltierte Straße in die Berge führt. An der hohen Trockensteinmauer ist groß der Schriftzug Ermita zu lesen.

Es ist theoretisch auch möglich, bis zur Einsiedelei zu fahren. Wir mögen aber unser Auto zu sehr. Die Straße ist in einem katastrophalen Zustand und sehr eng. Außerdem sieht man mehr beim Laufen. Zum Beispiel linker Hand den Turm Torre del Mirador de sa Vorera. Dieser wurde im arabischen Stil und im Auftrag von Erzherzog Ludwig Salvador errichtet.

Die Tradition der Einsiedler im Wald von Valldemossa

Neben zahlreichen Türmen dieser Art findet ihr im Wald von Miramar auch viele Einsiedeleien und Höhlen. Noch bevor diese Gegend von anderen Menschen besiedelt wurde, ließen sich in der Gegend um Valldemossa zahlreiche Eremiten in Höhlen und kleinen Einsiedeleien, den sogenannten Ermites, nieder.

Gründervater Joan de la Concepció i Mir Valles

Erst viel später, 1646, wurde die erste religiöse Kongregation vom Eremiten Joan de la Concepció i Mir Valles gegründet. Zwei Jahre später erstand die Santísima Trinidad. Der Mönch Joan de la Concepció gilt heute als Vater der Einsiedler auf Mallorca. Das Kloster wurde auf den Ruinen eines alten Franziskanerklosters errichtet. Die Mönche der Santísima Trinidad haben später die Ermita de Betlem (ebenfalls eine schöne Tour) mitbegründet. Als das Kloster in der Nähe von Artà 2010 schließen musste, siedelten die verbleibenden drei frailes in die Trinidad um.

Um den Grund für diese Häufung an religiösen Plätzen zu verstehen, lohnt sich der Blick noch ein Stück weiter in die Vergangenheit. Im 13. Jahrhundert gründetet der Universalgelehrte Ramon Llul das Kloster Miramar, in dem er eine Missionsschule für orientalische Sprachen errichtete. Er legte damit den Grundstein für eine religiöse Tradition, die viele Jahrhunderte lang zahlreiche Einsiedler anzog. Ramon Llull soll auch eine Zeit lang zurückgezogen in einer der Höhlen gelebt haben, die wir auf dem Weg kurz ansteuern werden.

Die Ermita de la Santísima Trinidad

Aber auch ohne diesen geschichtlichen Hintergrund lohnt sich der Besuch der Einsiedelei der Heiligen Dreifaltigkeit. Der Eintritt ist kostenlos und sowohl im Sommer, als auch im Winter ist die Anlage tagsüber immer geöffnet.

Auf den ersten Blick wirkt die Einsiedelei nicht besonders spektakulär von außen. Das ändert sich aber schlagartig, sobald die Anlage durch das kleine Tor in der Außenmauer betreten wird. Im Innenhof gibt es eine Zisterne zu sehen. Dahinter geht es in das Oratorium. Der schönste Platz ist jedoch zweifelsfrei die Terrasse, von der ihr eine der schönsten Aussichten genießen könnt. Ein wahrer Ort der Ruhe, zwischen Bergen und Meer.

Picknickplatz & Kühlkammer der Mönche

Hinter der kleinen Klosteranlage startet dann der eigentliche Rundweg. Zunächst geht es noch ein Stück auf dem Grundstück der Einsiedelei lang, bis dieses durch ein Tor verlassen wird. Nur wenig später gelangt ihr zu einem alten Steintisch. Daneben ist eine mit einer Tür verschlossene Höhle, der sogenannte Bufador. Bufar bedeutet auf Mallorquin pusten.

Es gibt viele Orte auf Mallorca, an denen dieses Phänomen der bufadores zu beobachten ist. Aus Löchern im Kalkstein strömt kalte Luft. Unterirdisch ist ein riesiges Netz an Höhlen und Hohlräumen zu finden, die alle irgendwie ins Meer führen. Je nach Wind und Strömungslage pustet es durch die Gänge und bringt Luft an die Erdoberfläche, an Orten, an denen man es nicht vermutet.

Die Mönche von damals, wahrscheinlich ohne tiefes geologisches Wissen, machten sich die kalten Luftströmungen zunutze und nutzten die Höhle mit Kaltluft eventuell als Kühlschrank. Der Steintisch und die Sitzmöglichkeiten würden dann dem Küchentisch entsprechen.

Rundweg durch den Wald Bosque de Miramar

Unmittelbar an der natürlichen Kühlkammer gabelt sich der Weg. Wir nehmen den rechten Pfad, den sogenannten Camí de ses Ermites Velles. Es geht durch uralte Steineichen, die sehr stark an einen magischen Märchenwald erinnern.

Eventuelle Abzweigungen ignoriert ihr, bis ihr die Außenmauern der Einsiedelei Ermites Velles erreicht. Eine weitere Eremitage, und zwar die der Einsiedeleien Sant Pau und Sant Antoni, die von Joan de la Concepció i Mir Valles gegründete Bruderschaft.

Ermites Velles im Wald von Valldemossa

Da nur noch Reste der Grundmauern erhalten sind, ist es etwas schwer erkennbar, wie riesig diese Anlage war. Sie erstreckte sich über eine Fläche von 3000 Quadratmetern. Der Wanderweg geht einmal quer hindurch. Ungefähr in der Mitte geht ein weiterer Pfad nach links ab. Er führt zu einem weiteren Gebäude (beziehungsweise den Resten davon).

Die Kapelle Puig de Verger

Von den Einsiedeleien aus führt nach Westen ein nicht ganz eindeutiger Weg zur Kapelle Puig des Verger. Dieser Bau im arabischen Stil ist in circa fünf Minuten aus dieser Richtung zu erreichen. Und nun ratet mal, wer den Bau beauftragt hat: na? Ja, wieder einmal der Erzherzog Ludwig Salvador.

Die Kapelle ist architektonisch an eine Qubba oder Kubba angelehnt, einem islamischen Grabmal. Der Grundriss ist quadratisch, das Dach eine Kuppel. Es ist sehr seltsam, solche Architektur in einem Steineichenwald zu finden.

Wenn wir dann wieder auf den Hauptweg zurückgehen und den Weg langsam absteigen, kommen wir an einem riesigen Kalkofen vorbei. Ab hier werden sich die Reste von Wirtschaftsgebäuden häufen. Vorher machen wir aber noch einen letzten historisch wichtigen Abstecher.

Der Universalgelehrte Ramon Llull

Circa zehn Minuten nach der verwunschenen und in Ruinen liegenden Einsiedelei gelangt ihr an eine Gabelung. Der Rückweg geht nach links. Wir machen aber einen kleinen Abstecher in die andere Richtung. Nach circa 160 Metern seht ihr rechter Hand eine seltsame Konstruktion aus Steinen und Holz.

Dieser Punkt wird Coll de Caçadors genannt, der Hügel der Jäger. Und das, was so aussieht, als hätten Kinder irgendetwas Fantasievolles gebaut, ist die Fangvorrichtung für Vögel. Diese Vogelfalle liegt in einer schmalen Öffnung zwischen den Bäumen. Zwischen den Ästen wurde ein Netz gespannt, in dem die Vögel, vorrangig Drosseln, beim Durchqueren der Flugschneise hängen blieben.

Von der Vogelfalle geht nach links ein recht unkenntlicher Pfad etwa 100 Meter in Richtung Hauptstraße. Ihr geht durch eine Maueröffnung. Dort, wo der Pfad eine Kurve macht, erkennt ihr ein Holzkreuz. Darunter liegt die Höhle von Ramon Llull.

Wie bereits eingangs bemerkt, war Ramon Llull der Gründer des Klosters Miramar, das nur wenige Meter unterhalb dieser Stelle liegt. Es wird erzählt, dass sich der Universalgelehrte und Begründer der katalanischen Schriftsprache in diese Höhle zur Meditation zurückzog. Ihr könnt die sehr kleine und niedrige Grotte betreten. Darin findet ihr einen kleinen Altar und ein Reliefbild des Mönches.

Danach geht es zurück zur Weggabelung.

Auf den Spuren der Waldarbeiter

Aber nicht nur die Mönche zogen durch diesen Wald. Und auf dem nun folgenden Teilabschnitt sind die Spuren der Menschen zu finden, die zwischen den riesigen Bäumen ihr tägliches Brot erwirtschafteten.

Auf der gesamten Wanderstrecke findet ihr immer einmal wieder Hinweise auf die vielen Berufe, die im Wald ausgeübt wurden. Wie beispielsweise der Kalkofen, den wir bereits gesehen haben. Auf dem nächsten Teilabschnitt häufen sich diese Spuren jedoch. Vom Holzkohlenmeiler bis zum Brotbackofen ist hier alles zu finden. Eine wahre Reise durch die mallorquinische Vergangenheit.

Die Arbeiter und deren Familien lebten damals im Wald, da es nicht so leicht und schnell von einem Ort in den nächsten ging. Der Wald war ihre Heimat.

Aussichtspunkt Mirador dels Tudons

Nach den Waldarbeitern ist es dann erneut der Erzherzog, der uns auf dem Weg begegnet. In Form eines der architektonisch schönsten Aussichtspunkte auf diesem Weg, dem Mirador dels Tudons. Er besteht aus einem zylindrischen Steinturm mit einer breiten Treppe. Es gibt Sitzmöglichkeiten und spektakuläre Panoramablicke zum Lochfelsen Sa Foradada und dem Kloster Miramar.

Nach diesem Mirador geht es auf dem Weg weiter nach unten Richtung Landstraße. Bevor wir diese allerdings erreichen, gabelt sich der Weg erneut. Wir biegen nach links ab und steigen den Berg wieder ein Stück nach oben. Hier an dieser Stelle könnt ihr den Westlichen Erdbeerbaum sehen. Im Herbst trägt er Früchte, die mit den bekannteren Erdbeeren nur die Farbe gemein haben. Die Früchte sind genießbar, schmecken aber nur als Marmelade wirklich gut.

Am Ende des Aufstiegs, in dessen Lichtungen ihr eventuell den Wehrturm Son Galceran aus dem 16. Jahrhundert sehen könnt, gelangt ihr wieder an die Kapelle der Santísima Trinidad. Von dort geht es auf dem bereits bekannten Weg zurück zum Start der Wanderung.

Alternative Route: Ca Madò Pilla

Im Prinzip die gleiche Strecke, aber ohne den je circa 20-minütigen Auf- und Abstieg auf der Zufahrtsstraße der Wallfahrtskapelle, lauft ihr vom Startpunkt Ca Madò Pilla. Das ist der Name eines Anwesens des Erzherzogs Ludwig Salvador, in dem er Gäste beherbergte. Ja, ich weiß, der Habsburger verfolgt uns hier wirklich an allen Ecken und Enden.

Das ehemalige Gasthaus beherbergt auch heute noch Gäste, mittlerweile allerdings unter dem Namen Hotel Bordoy Continental Valldemossa. Zum Hotel gehört ein kleiner Parkplatz, der jedoch meistens geschlossen ist. Jeweils vor und nach dem Hotel gibt es kleine Parkbuchten, an denen sich auch die Bushaltestelle befindet.

Unmittelbar gegenüber des Parkplatzes startet ein Waldweg, der euch mit einer Linkskurve auf den Wanderweg bringt. An der Gabelung haltet ihr euch rechts und gelangt so ziemlich schnell zu der Raststelle mit Kühlkammer, von wo aus ihr einen Abstecher zur Einsiedelei unternehmt, bevor ihr an diese Stelle zurückkehrt und die Wanderung wie bereits oben beschrieben fortsetzt.

Am Ende biegt ihr dann nach dem Mirador des Tudons zur Hauptstraße nach rechts ab, um wieder zum Hotel und zum Parkplatz zurückzugelangen.

Kurz & Knapp

Streckendetails:
Lange Route ab Can Costa: 5 km – 240 Höhenmeter – Gehzeit 2 h 30
Kurze Route ab Ca Madò Pilla: 3.3 km – 170 Höhenmeter – Gehzeit 1 h 40

Parken: Lange RouteKurze Route

GPX-Daten: Lange TourKurze Tour

Kinderwagen: ungeeignet

Einkehr: Restaurante Can Costa. Verschiedene Möglichkeiten in Valldemossa und Deià.

Sehenswertes in der Nähe: Bergdorf Deià. Kloster Monestir de Miramar. Landhaus Son Marroig. Valldemossa.

Wandertouren in der Nähe: Panoramaweg Camí de s’Escolta. Lochfelsen Sa Foradada. Von Port de Valldemossa nach s’Estaca. Auf dem Reitweg des Erzherzoges.

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