Wandern: Von Port de Valldemossa nach Cala s’Estaca


Port de Valldemossa ist der zum Ort Valldemossa gehörige Hafen, der zwischen zerklüfteten Felsen an der Westküste Mallorcas liegt. Die Siedlung ist recht klein, wird aber gerne von Urlaubern besucht. Cala s’Estaca ist ein kleines Fischerdorf, in unmittelbarer Nähe. Die Wanderung dorthin ist ein toller Ausflug, um zwei ganz unterschiedliche Häfen Mallorcas kennenzulernen und dabei am Anwesen von Michael Douglas vorbeizumarschieren.

Port de Valldemossa

Beide Küstenorte sind aufgrund des türkisblauen Wassers und ihrer Geschichten einen Besuch wert. Ein Spaziergang verbindet die beiden Häfen. Er führt durch hundertjährige Olivenbäume, der zerfurchten Küste entlang und durch die einzigartige Landschaft der Serra de Tramuntana, die seit 2011 UNESCO-Weltkulturerbe ist.

Port de Valldemossa

Port de Valldemossa

Die Ortschaft Port de Valldemossa, auch Sa Marina – der Hafen – genannt, wurde von den Fischern des Bergortes ab circa 1870 errichtet. Vorher wurde die Küste Mallorcas weitgehend gemieden, da Piraten nicht nur plünderten und stahlen, sondern auch vor allem Fischer in die Sklaverei verschleppten.

Anfahrt & Parken

Über meine Einstellung zu kurvenreichen Straßen habe ich ja bereits vor wenigen Wochen im Beitrag zum Torrent de Pareis geschrieben. Die Anfahrt nach Port de Valldemossa ist noch um einiges schlimmer. Die Straße zum Meer hinunter ist drei Meter breit. Auf der einen Seite ragen die Felsen in den Himmel, auf der anderen fallen sie steil ins Meer. Es gibt kaum Ausweichmöglichkeiten und es wird vor Steinschlag gewarnt. Was die zweimal, die ich bisher nach Port de Valldemossa gefahren bin, auch immer eindrücklich durch mittelgroße, auf der Straße liegende, Steinstücke unterstrichen wurde.

Ich bin jedes Mal froh, wenn ich mein Auto parken kann. Wobei wir da bereits beim nächsten Problem sind. So viele Parkflächen gibt es gar nicht. Der Ort ist wirklich sehr eng und vor allem in der Hauptsaison schnell voll. Entweder weicht ihr auf weniger stark besuchte Monate aus, oder ihr reist sehr früh an.

Bademöglichkeiten

Der Ort selbst bietet abseits des schönen Ambientes nur wenig Aktivitäten. Ein richtiger Badeort ist Port de Valldemossa auch nicht. Es gibt allerdings zwei Bademöglichkeiten. Die erste davon ist ein Kiesstrand, der östlich vom Hafen liegt. Ohne Schwimmschuhe geht es hier jedoch nur schwerlich ins Wasser. Und auch um länger nur auf einem Handtuch oder einer Decke zu sitzen, braucht ihr gutes Sitzfleisch.

Eine zweite Möglichkeit, um ins Wasser zu gelangen, besteht direkt im Hafen über die sogenannten escars, über die die Boote ins Wasser gelassen werden. Vorsicht rutschig! Auch sollte auf eventuell einfahrende Boote geachtet werden.

Generell finde ich die gesamte Nord-Westküste speziell mit kleinen Kindern nicht so gut zum Baden. Die Bedingungen sind alles andere als kinderfreundlich und die Strömungen sollten nicht unterschätzt werden. Zum Plantschen und Steine werfen am Spülsaum reicht es aber allemal.

Restaurants

Dafür, dass es sonst kaum etwas in Port de Valldemossa gibt, ist für die Einkehr bestens gesorgt. Es gibt sowohl ein Restaurant, als auch eine Bar im Hafen. Die Preise des Restaurants sind aufgrund der Lage und Exklusivität entsprechend höher als anderswo. Das Essen selbst ist gut, den Service fanden wir vor allem in Bezug auf die Kinderfreundlichkeit allerdings unterirdisch. Was jedoch oftmals so ist, wenn es keine Alternativen in der Nähe gibt.

Sehenswürdigkeiten & Aktivitäten

Die ehemaligen Fischerhäuser werden heute hauptsächlich als Wochenendhäuser und Ferienunterkünfte genutzt. Wie auch in Valldemossa ist Santa Catalina als Schutzheilige allgegenwärtig. An vielen Häusern sind Fliesenbilder zu finden, die das Leben der Heiligen illustrieren.

Das klassische Fotomotiv, neben dem Hafen, Booten und den Bootsstegen, ist wohl das riesige Wandgraffiti eines Fisches. Nicht weit davon entfernt ist außerdem ein Geocache versteckt, den es zu finden lohnt. Denn er weist den Weg zu einem etwas weniger frequentierten Bereich des Hafenortes.

Cala s’Estaca

Cala s'Estaca

Die Fischer halten ihre Boote dort, ganz am Fuße der Klippen, und schützen sie mit Hütten, die mit Kiefernzweigen überdacht sind. Diese Fischer leben in den 14 kleinen Häusern, die sie mit meiner Erlaubnis gebaut haben, aber sie verlassen sie an stürmischen Tagen, weil die Wellen sie bei Sturm mit Wucht erreichen.

„Die Balearen“, Erzherzog Ludwig Salvator von Österreich

Geschichte

Der Hafen von Cala s’Estaca, auch Caló de s’Estaca genannt, ist wie eine Reise in die Vergangenheit Mallorcas. Ist Port de Valldemossa schon abgeschieden, so ist es s’Estaca noch einmal mehr. Alles ist noch enger, noch näher am Meer und noch ursprünglicher. Es gibt zwar einen recht gut zu fahrenden Zugangsweg, aber der ist Anwohnern vorbehalten. Beziehungsweise den Eigentümern der Fischerhütten, die dort den Sommer oder Wochenenden verbringen. Dahinter liegen die Trockendocks. Die alten Hütten wurden zu kleinen Sommerunterkünften umgebaut. Fest wohnt niemand in s’Estaca. Was dem Ort besonders an Wintertagen etwas sehr Mystisches gibt.

Michael Douglas, Erzherzog Luis Salvador & die Liebe

S'Estaca - Haus von Michael Douglas

Etwas weiter oberhalb liegt das Landgut s’Estaca. Ein eigenwilliges Herrenhaus mit weiten Plantagen auf großen Terrassenfeldern. Der erste Herr war Ludwig Salvador, Erzherzog von Österreich. Er kaufte viele Grundstücke rund um Deià und Valldemossa. Unter anderem auch, weil er Mallorca liebte und die Natur vor Bebauung schützen wollte.

Auf s’Estaca lebte der Erzherzog mit einer Mallorquinerin. Catalina Homar war die Madona, die Haushälterin, des Gutes. Sie hatte die Zügel in der Hand und traf alle Entscheidungen, was das Funktionieren und das tägliche Leben anging. Und man munkelt, dass sie und der Erzherzog eine Affäre hatten. Obwohl man sich bei Ludwig Salvador nie ganz sicher war, welchem Geschlecht er sich eigentlich hingezogen fühlte.

Das Leben und Wirken von Luis Salvador ist ein wichtiger Teil der mallorquinischen Vergangenheit. Aber nicht nur die Mallorquiner sind von dem eigensinnigen Österreicher in den Bann gezogen. Auch der amerikanische Schauspieler Michael Douglas soll ein großer Fan des Habsburgers sein. Wie der Erzherzog engagierte sich auch Douglas in und um Valldemossa und kaufte das Anwesen von s’Estaca. Obwohl die Villa zeitweilig zum Verkauf stand, kommen Douglas, Catherine Zeta Jones und ihr gemeinsamer Sohn fast jeden Sommer, um an der Küste den Sommer zu verbringen.

Wandern von Port de Valldemossa nach Cala s’Estaca

Der einfache, direkte Weg von Port de Valldemossa nach Cala s’Estaca ist leicht zu laufen und eben. Aber es gibt wieder ein Problem, und das ist erneut das Parken. An der Zufahrtsstraße bei Kilometer vier liegt eine kleine Parkbucht. Mit Mühe passen da zwei Autos rein.

An der Straße zu parken ist keine gute Idee. Weshalb ihr in den meisten Fällen direkt im Hafen von Port de Valldemossa parken werden müsst. Von dort ist ein kurzer, aber sehr steiler und rutschiger Aufstieg zu bewältigen. Wir beschreiben die Tour mit Start in Port de Valldemossa. Der eigentliche Startpunkt ist jedoch erst hier.

Kletterpartie

Wir haben uns zunächst in aller Ruhe den Hafen von Port de Valldemossa angesehen und begeben uns dann den Weg am Strand entlang, die Zufahrtsstraße zurück. Nach dem Strand folgen wir der Straße aber nicht in eine Rechtskurve, sondern gehen gerade aus auf einen Treppensteig, der uns nur wenig später wieder auf die Hauptstraße bringt. Hier gehen wir nach links auf die Carrer Migjorn. Den Abzweig ignorieren wir.

In einer weiteren Kurve beginnt der Aufstieg über ausgewaschene Felsen und durch schief wachsenden Pinien. Es gibt an dieser Stelle keinen eindeutigen Weg. Ihr solltet euch die einfachste und sicherste Variante für den Aufstieg suchen. Das ganze zieht sich sehr in die Länge. Es ist wirklich sehr steil. Dafür ist der Blick zurück auf Port de Valldemossa auch ziemlich grandios.

Ihr habt den schwierigen Teil fast überstanden, wenn ihr über Mauerreste klettern müsst. Kurze Zeit später kommt ein Wirtschaftsgebäude in Sicht und erneut die Hauptstraße. Ab hier wird es leicht.

Lang und eben

An der Hauptstraße angelangt gibt es nach links und gerade aus je einen Weg, der mit einem Tor versperrt ist. Gerade aus führt eine Leiter über die Absperrung hinweg. Da gehen wir durch. Diese Konstruktion werden wir auf dem Weg noch einmal passieren.

Es geht jetzt sehr lange immer den Sand und Kiesweg entlang. Etwaige Abzweigungen führen zu einzelnen Villen. Der Zugang ist jeweils unmöglich, weshalb es auch nicht möglich ist, sich an dieser Stelle zu verlaufen.

Das Herrenhaus s’Estaca passiert ihr ziemlich am Ende dieses zweiten Abschnittes. Ihr werdet es auf jeden Fall bereits von weiten erkennen, da es ganz anders als die anderen Anwesen aussieht. Vielleicht habt ihr Glück, und die prominenten Eigentümer sind gerade zu Hause.

Kurzer Abstieg

Wenig später fällt der Weg wieder ab. Erst leicht, später dann deutlicher. Ihr geht einen Erdweg mit Serpentinen nach unten und ignoriert Wege, die nach rechts abgehen. An einer Stelle ist der Weg nochmals mit einer Eisenkette versperrt, aber ihr könnt auch hier passieren. Einige der Serpentinen lassen sich über Felspfade abkürzen. Da der Weg aber nicht eindeutig zu erkennen ist, würde ich euch empfehlen einfach den regulären Weg weiter zu laufen.

Kurz vor den Fischerhütten beginnt dann eine in Stein gehauene und mit Holzgeländern versehene Treppe. Nur wenig später werdet ihr die ersten Hütten sehen. Von hier geht es immer die Treppen entlang, bis ihr am Meer und den Bootsstegen von s’Estaca angekommen seid.

Nach einem Picknick oder einer Badepause geht es auf dem gleichen Weg wieder zurück.

Kurz & Knapp

Details: 7,33 km – 344 Höhenmeter – 3 h 10 Gehzeit – ab 8 Jahre.

Parken: Im Hafen von Port de Valldemossa oder mit Glück an der Hauptstraße am Start der Wanderung.

Einkehr: In Port de Valldemossa gibt es eine Bar und ein Restaurant.

In der Nähe: Son Marroig. Sa Foradada. Valldemossa. Deià.

Video

Fotogalerie

Zum Weiterlesen


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