Das Kloster Monestir de Miramar auf Mallorca

Mitten in den Bergen zwischen Valldemossa und Deià liegt das Kloster Monestir de Miramar auf Mallorca wie in einem Märchen. Gegründet im 13. Jahrhundert, ist das Anwesen eines der ältesten auf der Insel. Zwei der wichtigsten Persönlichkeiten prägten Finca und machten sie zu dem Ort der Ruhe, der auch heute noch viele Besucher anlockt.

Kloster Monestir de Miramar

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Miramar bedeutet übersetzt „Blicke aufs Meer“. Und genau das macht dieses prestigeträchtige Anwesen. Im Laufe der Jahre kamen viele verschiedene religiöse Orden vorbei. Zisterzienser, Dominikaner und Hieronymiten lebten hier ebenso wie Mitglieder des österreichischen Hochadels. Damals wie heute sind es vor allem die atemraubenden Ausblicke auf das weite Meer, die Besucher zum Verweilen bringen. Zahlreiche Aussichtspunkte blicken auf die Küste, die bizarren Felsformationen und die vorliegende Halbinsel Sa Foradada.

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Monestir de Miramar & Ramón Llull

Auch wenn das Hauptmotiv eines Besuches des Monestir de Miramar auf Mallorca die unberührte Natur ist, die es umgibt, kann man von dem ehemaligen Kloster nicht berichten, ohne zwei der wichtigsten Persönlichkeiten der mallorquinischen Kultur zu erwähnen.

Auf Wunsch von Ramon Llull, einem Mönch, Universalgelehrten und Begründer der katalanischen Schriftsprache, ließ König Jaume II. das Kloster 1276 errichten. Llull war besessen von der Idee, Moslems zum christlichen Glauben zu konvertieren. Das Kloster sollte als Sprachschule dienen, um jungen Mönchen orientalische Sprachen beizubringen, hauptsächlich Arabisch.

Kloster Monestir de Miramar

Der Philosoph verbrachte selbst einige Jahre auf Miramar de Mallorca, obwohl er sich zum Meditieren oft zurückzog. Nur wenig oberhalb des Klosters befindet sich eine kleine Höhle mit Kapelle, in die er sich zum Beten begeben haben soll.

Ein weiterer wichtiger Meilenstein war die Inbetriebnahme der ersten Buchdruckpresse Mallorcas. Bereits ab 1487 wurden in den Mauern die ersten religiösen Schriften zu Papier gebracht. Und zwar in ebendiesem Kloster. Die Buchpresse ist auch heute noch zu bestaunen.

Das Kloster Miramar & Erzherzog Ludwig Salvador

Der österreichische Erzherzog Ludwig Salvador ist unter dem Namen Arxiduc in die mallorquinischen Geschichtsbücher eingegangen. Als Sonderling des Habsburger Hofes reiste er mit großem Entdeckungsdrang über die Meere und verliebte sich in Mallorca.

Kloster Monestir de Miramar

Miramar war sein erster Wohnsitz auf der Insel. Er ließ 1872 auf den Grundmauern des Klosters ein Herrenhaus errichten. Die raue Landschaft der Berge faszinierte ihn. Obwohl er nach wie vor vom kleinen Hafen bei Sa Foradada Expeditionen unternahm, kaufte er nach und nach weitere Ländereien zwischen Deià und Valldemossa, um das Land vor Bebauung zu schützen.

Überall ließ er einige der schönsten Aussichtspunkte auf Mallorca und Wanderwege anlegen, damit seinen zahlreichen Gästen die Schönheit Mallorcas bewundern konnten. Zu den noblen Gästen zählte auch seine Cousine Sissi, die Kaiserin von Österreich.

Miramar auf Mallorca: Das Museum

Das ehemalige Herrenhaus beherbergt heute ein Museum, das vorrangig Erinnerungen und Besitztümer des Erzherzogs beherbergt. Zu sehen ist unter anderem ein Modell der Nixe, dem Expeditionsdampfer, mit dem der Arxiduc vom Lochfelsen das Mittelmeer erkundete.

Museum Kloster Monestir de Miramar

Eine Kapelle und ein Kreuzgang erinnern an die alte Missionsschule. Es gibt einen Raum, der dem Leben Ramòn Llulls gedenkt. Und ein Grabmal, das Ludwig seinem Sekretär gefertigt hat. Die Sargplatte ist aus vielen Gründen sehr kurios. Der Erzherzog war nie verheiratet und man war sich nicht sicher, ob er sich nicht auch dem eigenen Geschlecht hingezogen fühlte.

In Anbetracht dieser Erkenntnisse wirkt es fast bizarr, den Besuch an der Kapelle zu beenden, die der Heiligen Catalina Tomás und Ramón Llull gewidmet ist. In ihrem Inneren steht ein goldener Altar. Die Marienfiguren waren Geschenke der Kaiserin von Österreich und des Papstes Pius IX,

Monestir de Miramar: Atemraubende Ausblicke

Die Aussichtspunkte, die der Erzherzog rund um sein Anwesen errichten ließ, sind zum Großteil nicht von Miramar aus zu erreichen. Die Wanderwege sind teilweise in sehr schlechtem Zustand und einige der Bauten einsturzgefährdet.

Monestir de Miramar

Trotzdem bekommt ihr, wenn ihr das Herrenhaus durch den Hinterausgang verlasst und weiter durch den Garten geht, einen sehr guten Eindruck davon, was den Adligen und seine Gäste den Atem raubte. Es lohnt sich zwischen den knorrigen Olivenbäumen ein schattiges Plätzchen zu suchen und ein mitgebrachtes Picknick zu genießen.

Vor euch liegt ein eindrucksvolles Meerespanorama mit Blick auf die Halbinsel Sa Foradada. Richtung Nordosten ist Son Marroig zu erkennen, ein weiteres Anwesen des Erzherzogs zu sehen. Blickt ihr nach unten Richtung Meer, seht ihr eventuell S’Estaca. Richtung Westen ist die Ruine einer durch Blitzschlag zerstörten Kapelle zu sehen.

Preise & Öffnungszeiten

Die Anlage ist von Montag bis Samstag, 10 bis 16.30 Uhr geöffnet. Aufgrund der sehr dynamischen Lage der letzten Zeit solltet ihr aber vor einem Besuch prüfen, ob das Kloster Miramar auch wirklich geöffnet ist.

Der Eintritt kostet momentan vier Euro pro Person. Kinder unter 12 Jahren bezahlen nichts. Die Kasse befindet sich in einem Gebäude direkt am Parkplatz. Sollte dort niemand anzutreffen sein, müsst ihr am Seil ziehen, um die alte Glocke zu bedienen.

Kurz & Knapp

Parken: Das Anwesen verfügt über einen eigenen Parkplatz, abseits der Küstenstraße, die Valldemossa mit Deià verbindet.

Bus: Die TIB Linie 203 fährt von Valldemossa nach Deià. Die Bushaltestelle befindet sich einige Meter abseits des Eingangs zum Anwesen an der Hauptstraße.

Öffnungszeiten: Montag bis Samstag, 10 bis 16.30 Uhr.

Eintritt: € 4, Kinder unter 12 Jahren kostenfrei.

Einkehr: Am Kloster keine, aber zahlreiche Picknickmöglichkeiten. Restaurants findet ihr wenige Minuten weiter in Deià.

In der Nähe: Das Bergdorf Deià, Valldemossa, Camí d’Arxiduc. Port de Valldemossa.

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Mein Name ist Damaris, zweifache Mutter und lebe seit 2005 auf Mallorca. Ursprünglich wollte ich nie auf die Insel. Mehr lesen

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