Panoramawanderung: Camí de S’Escolta bei Valldemossa


Rund um Valldemossa gibt es so viele Wanderwege, dass es wirklich schwerfällt, eine Auswahl zu treffen. Für alle, die eine kurze Wanderung bei Valldemossa mit wenig Steigung, aber vielen tollen Aussichtspunkten suchen, möchte ich die Rundtour auf dem alten Panoramaweg Camí de s’Escolta vorstellen. Er führt an der atemberaubenden Nordwestküste entlang, mit Blicken aufs weite Meer und das eindrucksvolle Bergmassiv der Tramontana.

Camí de s'Escolta Panoramawanderung Valldemossa

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An diesem Stück der Küste sind in regelmäßigen Abständen zahlreiche Aussichtsplattformen zu finden, die alle vom Erzherzog Ludwig Salvator angelegt wurden. Der Habsburger hatte sich in diesen Teil der Insel verliebt und legte ein kleines Netz an Wander- und Reitwegen an, um seinen größtenteils adligen Gästen die Schönheit Mallorcas nahezubringen. Einige dieser Aussichtspunkte, hier werden sie miradores genannt, passieren wir auf diesem kleinen Wanderausflug. Was unsere Kinder aber fast noch spannender fanden, war der erste Abschnitt durch den Steineichenwald, in dem riesige Felsbrocken liegen, die geradezu zum Klettern einladen.

Der Camí de s’Escolta

Ursprünglich handelt es sich beim Camí de s’Escolta um einen Küstenüberwachungsweg, auf dem die Eskorte, oder die Wachleute, patrouillierten. Der Weg wird bereits Mitte des 16. Jahrhunderts das erste Mal erwähnt. Also genau in der Zeit, in der Mallorca sehr unter Piratenangriffen zu leiden hatte und das Insel umspannende Abwehrsystem in Form von zahlreichen Wachtürmen entstand.

Nachdem die Angriffe der Piraten nachgelassen hatten und die Wachtürme obsolet wurden, geriet auch der Camí de s’Escolta in Vergessenheit. Erst einige Jahrhunderte später restaurierte der Erzherzog Ludwig Salvator den Pfad und legte mehrere Aussichtspunkte an, die auch heute noch sehr gut erhalten sind.

Parken und Startpunkt

Wir starten unsere Tour an der Landstraße Ma-10, die Deià mit Valldemossa verbindet, nur wenig außerhalb von Valldemossa. Dort befindet sich auf der linken Straßenseite, wenn ihr Richtung Deià fahrt, das Restaurant Can Costa. Der Parkplatz dort ist leider nur für Gäste. Aber circa 300 Meter vor dem Restaurant, noch vor der Bushaltestelle, gibt es auf der linken Straßenseite eine große Parkbucht, in der mehrere Autos Platz finden. Ich verlinke euch die genaue Stelle weiter unten.

Der kleine Parkplatz befindet sich genau in der Mitte zwischen Start- und Endpunkt der Rundtour. Es ist also ganz und gar euch überlassen, in welche Richtung ihr startet. Neben dem Restaurant Can Costa markiert ein Wegweiser mit Camí de s’Escolta den Start. Wir sind zunächst auf dem Fußweg wieder ein Stück Richtung Valldemossa zurückgelaufen und haben an einem von Steineichen flankierten Eisentor gestartet. Das handbemalte Holzschild „Cierren siempre las barreras“ zeigt euch, dass ihr richtig seid und teilt euch außerdem mit, das Tor wieder zu schließen.

Es geht hier, wie sehr oft, über Privatgrundstücke. Das ist auf Mallorca durchaus üblich, weil ein altes Wegerecht gilt. Mehr dazu erzähle ich auf der Hauptseite Wandern mit Kindern auf Mallorca. Nur so viel: es ist nicht illegal, auf diesen Wegen zu laufen. Aber ihr solltet die Hinweise zu verschließen der einzelnen Tore, die ihr auch im weiteren Verlauf passieren werdet, auf jeden Fall nachkommen.

Wegbeschreibung

Es gibt keine Informationstafel, die unsere Wandertour beschreibt und auch nur sehr wenige Wegweiser. Allerdings ist es fast unmöglich, sich zu verlaufen. Fast, weil wir natürlich an der einzigen Stelle, wo es Unsicherheiten geben konnte, erst einmal falsch abgebogen sind. Aber dafür müsst ihr diesen Umweg jetzt nicht mehr machen.

Das Wichtigste auf der gesamten Strecke ist, dass ihr dem Weg folgt. Rechts und links gehen immer wieder kleinere Wege ab. Die Grundstücke sind mit Maschendraht abgesperrt und markieren so sehr eindeutig den einzig möglichen Weg. Privatstraßen sind entsprechend markiert und so verschlossen, dass man nicht weiter kommt.

Durch den Steineichenwald

Der erste Teil der Strecke führt auf dem Camí de s’Abocador im Schatten von alten Steineichen. Parallel verläuft der kleine Wasserlauf Sa Noguera. Wir laufen am Landgut Can Franquet vorbei und kommen zu einer Weggabelung, an der wir dem Wegweiser folgend den Cami de s’Escolta einschlagen.

Auf der gesamten Strecke werdet ihr immer wieder an Tore, Schranken und andere Absperrungen gelange. Wie gesagt, alles immer wieder verschließen! Wir folgen dem Weg, der jetzt durch Olivenbäume und kuriose Felsformationen führt. Wenn wir uns umdrehen, sehen wir hinter uns das Massiv des Voltor-Gebirges.

Unser Weg führt im weiteren Verlauf zwischen Trockensteinmauern auf der einen Seite und Drahtzäunen auf der anderen Seite weiter. Bis ihr fast an der Küste seid und bereits aufs Meer blicken könnt. Und an dieser Stelle haben wir uns vermacht. Der richtige Weg geht nach rechts durch ein gut getarntes Tor, das wir für Teil des Zaunes gehalten haben.

Wir sind den anderen Weg weiter gelaufen und hatten plötzlich einen sehr tollen Blick auf Port de Volldemossa, das von hier auch wandernd zu erreichen ist. Der Abstieg sah recht steil aus. Obwohl einige rüstige Mallorquiner mit Wanderstöcken, die uns den richtigen Weg gezeigt haben, sehr mutig in diese Richtung weiter kletterten.

Aussichtspunkte an der Küste

Wenn ihr das Tor findet und weitergeht, gelangt ihr in wenigen Minuten zu dem ersten von vier Panoramapunkten. Der erste davon ist der Mirador des Barranc, der auf einer Steilklippe in circa 400 Metern Höhe liegt und einen tollen Blick auf Port de Valldemossa bietet. Weshalb es auch nicht unbedingt notwendig ist, im Vorfeld falsch abzubiegen.

Danach geht es weiter zum Mirador des Port. Port bedeutet Hafen, weshalb es wenig überrascht, dass auch hier der Hafen von Valldemossa zu sehen ist. Fast noch ein wenig besser als beim Ersten. Insgesamt ist das wohl der schönste Mirador auf der Strecke, wie uns eine weitere rüstige Mallorquinerin wissen ließ.

Der nun folgende Abschnitt lässt sich sehr leicht laufen, da der Weg besonders gut erhalten ist. Bevor der Pfad eine leichte Rechtskurve macht, lohnt sich ein Abstecher nach links zu einer Art Balkon mit einer skurril geformten eisernen Bank.

Zurück auf dem Hauptweg erreichen wir in wenigen Minuten den letzten der Panoramapunkte, den Mirador de la Volta de s’Escolta. Diese Plattform ist etwas kleiner, hat aber eine kleine Steinbank zum Rasten. Von hier genießt ihr tolle Blicke auf das Landgut s’Estaca (momentan im Besitz von Michael Douglas) und den Lochfelsen Sa Foradada.

Rückweg

Nach der letzten Aussichtsplattform gehen wir den Weg landeinwärts durch mehrere Privatgrundstücke und passieren noch einige weitere Tore. Schließlich gelangen wir auf der Höhe des Restaurants Can Costa wieder auf die Landstraße.

Genau auf der anderen Seite startet die Auffahrt zur Einsiedelei Ermita de la Santísima Trinidad. Die Wanderung dorthin ist ähnlich kurz und kann sehr gut mit dieser Tour kombiniert werden. Um diese Tour abzuschließen, überquert ihr die Straße und lauft einige Meter auf der Zufahrtsstraße zur Einsiedelei hinauf, geht dann aber parallel zur Straße auf dem Fußweg zum Auto zurück.

Kurz & Knapp

Tour-Details: Gehzeit 1 h – Länge 2.6 km – 80 Höhenmeter

Parken: Am Straßenrand.

Bus: TIB 203 Palma – Port de Sóller

Touren-Karte: bei outdooractive einsehbar

Einkehr: Restaurante Can Costa. Deià. Valldemossa,

In der Nähe: Deià. Valldemossa. Kloster Miramar. Herrenhaus Son Marroig.

Weitere Wandertouren in der Nähe: Camí d’Archiduc. Nach s’Estaca. Lochfelsen Sa Foradada. Cala Deià. Einsiedelei Ermita de la Santísima Trinidad.

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