Sa Foradada Mallorca: Wandern zum Lochfelsen bei Son Marroig

Berge und Wasser. Leicht und schön. Diese kleine Wanderung zum spektakulären Lochfelsen Sa Foradada auf Mallorca an der Nordwestküste ganz in der Nähe von Deià hat fast alles zu bieten, was Mallorca so auf Lager hat. Und gleichzeitig ist der Ausflug zu Sa Foradada nicht nur ein Naturerlebnis, sondern auch ein Abstecher in die mallorquinische Geschichte und Kultur.

Lochfelsen Sa Foradada Mallorca

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In der kleinen Bucht am Felsen Sa Foradada könnt ihr im Sommer ein erfrischendes Bad nehmen. Und nebenan die beste Paella der Insel essen (sagt man). Oder am Ende der Tour den Sonnenuntergang von einer der schönsten Aussichtsplattformen der Insel genießen. Die Wanderung zum Lochfelsen Sa Foradada eignet sich für alle Altersgruppen. Das einzige Manko ist, dass es auf dem Rückweg stetig bergan geht.

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Sa Foradada: Sissi und Österreichs Erzherzog

Sa Foradada – ihr könnt es euch denken – ist mallorquinisch und heißt: die Durchlöcherte. So einfach. So spektakulär. Ehemals gehörte das gesamte Anwesen, das vom Parkplatz vor dem Herrenhaus Son Marroig bis hinunter zum markanten Felsen reicht, dem Erzherzog Luis Salvator. Auf Mallorca nennt man ihn nur den Arxiduc und er genießt als einer der wenigen Ausländer ein sehr hohes Ansehen unter den Hiesigen. Warum das so ist, dazu später.

Wandern in Deia. Sa Foradada
Esel bei Sa Foradada

Nur soviel: Unser Ziel auf dieser Wanderung, der kleine Anlegesteg neben dem Lochfelsen, wurde auch schon von der Kaiserin Sissi beschritten, die ihren Cousin mehrmals auf seinem Anwesen unweit von hier besuchte. Sa Foradada war ihr Hafen. Ob sie dabei den gleichen Weg ging, wie wir heute, wissen wir leider nicht.

Damit ihr aber den richtigen Weg findet, geben wir euch hier eine ausführliche Wegbeschreibung. Am Ende gehe ich noch ein wenig mehr auf die Geschichte und das Wirken des Erzherzogs Ludwig Salvador ein.

Der Lochfelsen auf Mallorca: Start der Wanderung

Wir starten unsere Wanderung zum Lochfelsen Sa Foradada am alten Herrenhaus Son Marroig, dessen Besuch ich im Anschluss an die Tour empfehle, sofern es geöffnet ist. Davor findet ihr viele Parkplätze, die allerdings durchaus belegt sein können. Denn genau hier befindet sich auch ein spektakulärer Aussichtspunkt und ein Restaurant, das vor allem in den Abendstunden im Sommer stark besucht wird. Die Terrasse ist einer der beliebtesten Spots, um Sonnenuntergänge auf Mallorca zu beobachten. Wir lassen uns davon erst einmal nicht ablenken, da wir ja zum Wandern hergekommen sind.

Ein Stück hinter dem Haus gelangen wir an ein geschlossenes Tor. Keine Angst, das soll nicht uns abhalten, sondern die frei laufenden Tiere auf der anderen Seite. Über eine kleine Leiter könnt ihr leicht auf die andere Seite klettern. Und dann geht es richtig los.

Die Praktik der geschlossenen Wanderwege ist auf Mallorca übrigens stark verbreitet. Nicht wenige Wanderstrecken führen über Privatgrundstücke. Allerdings kommt dort ein altes Wegerecht zum Tragen. Die Tore und Gatter gibt es hauptsächlich, um Nutztiere in einem für sie vorgesehenen Areal zu halten. Deswegen Gatter, die sich öffnen lassen, auch immer wieder schließen.

Im Zickzack zu Sa Foradada

Der Weg zu Sa Foradada geht stetig bergab. Immer im Zickzack. Zunächst noch auf asphaltierter Straße durch Olivenhaine, auf denen Schafe grasen. Später dann über einen Erdpfad, durch riesige Felsgebilde, unter Pinienbäumen hindurch. Einige der Olivenbäume sind so alt und knöcherig, dass wir nicht anders können, als ein wenig darauf herumzuklettern.

Das weitaus wichtigere Highlight sind jedoch die Esel. Sie spazieren nach eigenem Gutdünken über das gesamte Anwesen. Irgendwo auf dem Weg werdet ihr sie aber sicher treffen. Sie sind etwas reserviert, aber nicht scheu. Es ist durchaus möglich, sie zu streicheln. Viel Wert legen sie allerdings nicht darauf.

Die Höhlen von Son Marroig

Nachdem wir den landwirtschaftlichen Teil hinter uns gelassen haben, wird die Landschaft schroffer. Wind und Wasser haben die Felsen hier wunderlich geformt. Ganz spektakulär an einer Stelle, wo mehrere Höhlen im Gestein zu finden sind. Es lohnt sich, den Hauptpfad kurz zu verlassen und ein wenig zu klettern und die Höhlen zu erkunden. Trittsicher und schwindelfrei solltet ihr dabei allerdings sein.

Weniger actionreich, aber ebenso spektakulär sind die Aussichtspunkte, die wir immer wieder passieren werden. Jede bietet einen anderen Blick auf das Steinloch, dem wir uns langsam aber sicher immer weiter nähern.

Sa Foradada Mallorca: Picknick am Meer

Der letzte Abschnitt führt uns in einem großen Bogen um den Lochfelsen Sa Foradada herum, ehe wir an den kleinen, felsigen Hafen gelangen. Das Loch sehen wir jetzt nicht mehr, denn es befindet sich genau über uns. Je nach Alter und Geschicklichkeit könnt ihr den Gipfel des Lochfelsens erklimmen. Dafür ist aber sehr viel Agilität und Mut erforderlich. Also, liebe Eltern: Überschätzt euch nicht! Es gibt keine eindeutigen Wege nach oben und der Abstieg ist noch schwieriger.

Besser ist es, ein kleines Picknick unterhalb der Felsen abzuhalten. Mallorquiner bringen manchmal sogar ihr eigenes Grillzeug mit und machen sich ein Feuerchen. Im Sommer sind offene Feuer allerdings überall auf der Insel verboten! Danach könnt ihr im klaren Wasser der Bucht ein wenig schwimmen.

Sa Foradada Wandern Lochfelsen Deia

Wenn ihr weniger Aufwand wollt und gerne eine gute Paella probieren möchtet, könnt ihr in das Restaurant Sa Foradada einkehren. Hier gibt es die beste Paella Mallorcas. Und ein WC. Sofern das Restaurant geöffnet ist, was im Winter leider nicht der Fall ist. Das Restaurant hat einen so guten Ruf, dass im Sommer Mittagsgäste in Booten im kleine Hafen anlegen, um sich den Weg zu sparen.

Und irgendwie haben sie da wohl recht. Der Rückweg ist der gleiche wie runter. Da es stetig nach oben geht, ist es ein klein wenig anstrengender und dauert eventuell ein wenig länger.

Weitere Ausflüge in der Nähe von Sa Foradada

Der Ausflug zum Lochfelsen Sa Foradada nimmt schon etwas Zeit in Anspruch, weshalb es nicht ganz so einfach ist, im Anschluss noch eine weitere Aktivität anzuschließen. Außer vielleicht eine kurze Eispause in den Bergdörfern Deià oder Valldemossa. Beide sind sehr nett. Falls ihr aber in die Region genau so vernarrt seid, wie wir, habt ihr vielleicht Lust ein andermal eine andere Tour ausprobieren. Für diesen Fall schon einmal einen kleinen Vorgeschmack.

Schnitzeljagd Deià

Deià ist ein Ort der Boheme, voller Künstler und VIPs. Allerdings nur auf den ersten Blick. Denn versteckt zwischen den engen Gassen findet ihr eine Menge Geschichten. Echte historische Juwelen und auch einige ausgedachte, legendäre Erzählungen.

Deia Mallorca

Auf unserer Schnitzeljagd, die ihr entweder mit einem Spielheft oder in einer App spielen könnt, nehmen wir euch mit an genau diese Orte. Zum schönsten Aussichtspunkt des Ortes, zu Urzeitziegen, erzählen euch, warum auf Mallorca die Zeit langsamer vergeht und wie die Frauen früher Wäsche wuschen. Die Tour inklusive einer Leseprobe findet ihr hier.

Ermita de Valldemossa

Rundwanderung: Zur Ermita Santísima Trinidad

Im Wald zwischen Valldemossa und Deià wurden früher nicht nur wichtige Arbeiten wie Kalkbrenner und Köhlerei verrichtet, auch viele Mönche wussten die Abgeschiedenheit zu schätzen und gründeten kleine Einsiedeleien und größere Klöster.

Ermita de la Santísima Trinidad in Valldemossa

Eines davon, die Ermita de Trinidad, liegt etwas versteckt, aber leicht erreichbar, mit toller Aussicht inmitten dieses Waldes. Ihr könnt sie einfach so besuchen und dabei sogar mit dem Auto heranfahren, oder ihr begebt euch auf eine leichte Rundtour durch den Steineichenwald und entdeckt noch einige andere Relikte aus vergangenen Zeiten.

Aussichtspunkte Camí de s’Escoltes

Erzherzog Ludwig Salvador hatte sich auf den ersten Blick in die Landschaft rund um Sa Foradada verliebt. Weshalb er dort nicht nur zahlreiche Anwesen kaufte, sondern auch Wanderwege mit Aussichtspunkten anlegen ließ, um seinen adligen Gästen die Schönheit der Natur nahezubringen.

Panoramawanderung Valldemossa Camí de s'Escolta

Es gab sehr viele dieser Aussichtspunkte, einige davon mittlerweile nur noch schwer begehbar. Auf dem Camí de s’Escoltes bekommt ihr jedoch einen kleinen Eindruck davon, wie das damals ausgesehen haben könnte und passiert vier Aussichtspunkte des Erzherzogs.

Port de Valldemossa nach s’Estaca

Wanderung: Von Port de Valldemossa nach s’Estaca

Und wo wir schon vom Arxiduc sprechen. Ein weiteres seiner Anwesen war s’Estaca. Die Villa liegt über dem gleichnamigen Fischerhafen und gehört heute Michael Douglas. Und sie ist gar nicht so einfach erreichbar. Zumindest nicht, wenn man dort kein Anwesen hat.

Allerdings gibt es einen flachen, nicht allzu langen Weg von Port de Valldemossa aus, der an dem Anwesen vorbei führt. In unseren Augen viel schöner und authentischer ist aber der kleine Hafen, mit den eng stehenden Fischerhütten.

Kloster Miramar

Das eigentliche Herzstück im Portfolio der Ländereien des Erzherzogs war ganz klar das Kloster Miramar. Ehemals wurde es als Missionsschule für Fremdsprachen gegründet. Später wurde es verkauft und umgebaut. Auch hier findet ihr einige der charakteristischen Aussichtspunkte. Und die wohl schönsten Blicke auf den Lochfelsen Sa Foradada.

Kloster Monestir de Miramar

Der Erzherzog wollte hier eigentlich im Schein der untergehenden Sonne beerdigt werden. Das hat leider nicht geklappt. Aber sehr viele Ausstellungsstücke im Haus erinnern an sein Leben. Fast noch schöner als das Museum ist das Areal im Freien, das durch Olivenbäume an die Küste führt. Hier finden sich lauschige Plätze zum Picknicken.

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Video

Kurz & Knapp

Streckendetails:
7 km – Höhendifferenz 230 m – Gehzeit ca. 3 h

Parkplatz: An den Cases de Son Marroig auf der Landstraße Ma-10 Valldemossa-Deià Ma-10, km 65.8.

Einkehr: Restaurante Sa Foradada am Lochfelsen (Reservierung:  +34 616 087 499). Am Parkplatz Restaurante Mirador Na Foradada.

Herrenhaus Son Marroig: Montag – Samstag 9.30 – 14 Uhr, 15.30 – 16.30 Uhr. Erwachsene € 4.

WC: In den Restaurants am Start und Ziel, sofern diese geöffnet sind.

In der Nähe: Deià. Valldemossa. Reitweg Camí de s’Arxiduc.

Zum Weiterlesen

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Wer schreibt hier?

Mein Name ist Damaris, zweifache Mutter und lebe seit 2005 auf Mallorca. Ursprünglich wollte ich nie auf die Insel. Mehr lesen

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