Torrent de Pareis: Wanderung mit Kindern + Sa Calobra

Die Schlucht des Torrent de Pareis ist eines der eindrucksvollsten Naturdenkmäler Mallorcas. Entstanden ist der Grand Canyon von Mallorca durch die Naturgewalt des sporadisch fließenden Sturzbaches, der nur unweit des kleinen Hafens Port de Sa Calobra ins Meer mündet. Für die Wanderung durch den Torrent de Pareis braucht es nicht in jedem Fall besondere sportliche Voraussetzungen. Sofern man die Schlucht nur im Mündungsbereich erkundet, kann sie auch leicht mit Kindern begangen werden. Worauf ihr dabei achten solltet, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Torrent de Pareis Wanderung mit Kindern & Port de Sa Calobra

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Bis zu 200 Meter sind die steilen Felswände der Schlucht Torrent de Pareis hoch. An einigen Stellen rücken sie so nah zusammen, dass man nur die Arme ausbreiten muss, um die Felsen auf beiden Seiten zu berühren. Früher war der Weg durch die Klamm neben der Fahrt über das Meer die einzige Möglichkeit, um aus dem Ort Sa Calobra in andere Teile der Insel zu gelangen. Beides war nicht unbedingt ungefährlich. Auch heute noch leben nur wenige Menschen ganzjährig hier.

Dafür kommen in der Hauptsaison mehrere tausende Gäste täglich zu Besuch. Auch solche, die vom Landesinneren durch den Torrent de Pareis wandern. Über das Meer oder über die wohl eindrucksvollste Straße Mallorcas sind zwei weitere Möglichkeiten. Wir verraten euch, was sich lohnt und wie eine Wanderung durch den Torrent de Pareis mit Kindern aussehen könnte.

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Die berühmte Sa Calobra Straße: Anfahrt zum Torrent der Pareis

Die Ma-2141 nach Sa Calobra ist wohl die bekannteste Straße Mallorcas und zweifelsfrei eine der eindrucksvollsten in Europa. Sie ist ein Paradebeispiel für einen Straßenbau, der nur so wenig wie nötig in die Natur eingreift. Und ein Stresstest für den einen oder anderen Fahrer ist sie auch. Denn die 12,5 Kilometer Serpentinen muss man mögen.

Auf der Straße nach Sa Calobra und zum Torrent de Pareis muss der sogenannte Krawattenknoten passiert werden. Sowohl die Straße, als auch diese spektakuläre Kurve, in der die Straße einmal sich selbst umfährt, wurde vom mallorquinischen Ingenieur Antonio Parietti entworfen und 1932 eröffnet. Auf der gesamten Strecke genießt ihr nicht nur atemraubende Ausblicke, ihr überwindet auch in 12 Serpentinen und vielen Kurven außerdem einen Höhenunterschied von 800 Metern.

Parietti wollte steile Kurven vermeiden und dem Gelände folgen. Weshalb der nunmehr berühmte Krawattenknoten entworfen wurde. Dem einzigen Punkt der gesamten Abfahrt, bei dem Stützpfeiler zum Einsatz kamen.

Auf der Suche nach weniger überlaufenen Zielen? Besucht die Schlucht Barranc de Son Cifre.

Sa Calobra und der Krawattenknoten: Anfahrt Torrent de Pareis

Was hat es mit diesem Krawattenknoten auf sich? Am Aussichtspunkt Coll dels Reis vollführt die Bergstraße eine 270-Grad-Wendung, um den Höhenunterschied auszugleichen. Der Nus de sa Corbata führt zunächst über eine Brücke und gleich darauf auch unter der Brücke hindurch.

Noch eindrucksvoller ist nur die Tatsache, dass beim Bau dieser Straße keine Maschinen genutzt wurden. Ein weiterer Grund, warum die Bergstraße auch als Meisterwerk der Straßenbaukunst gilt. Allerdings ist die Anfahrt vor allem für Menschen wie mich eine Herausforderung. Vor allem, wenn in der Hauptsaison zahlreichen Bussen am Abgrund ausgewichen werden muss.

Trivia: Antonio Parietti zeichnete sich auch für den Bau der Straßen zum Cap de Formentor und auf den Puig de Randa verantwortlich.

Ende 2022 ist ein Teil der Straße nach Sa Calobra abgesackt. Die Straße war lange Zeit gesperrt, dann nur für kleinere Fahrzeuge passierbar. Mittlerweile gibt es keine Einschränkungen mehr. Busse und Autos dürfen wieder gleichermaßen in die Schlucht hinab.

Generell ist es ratsam, früh vor zehn Uhr nach Sa Calobra zu fahren, wenn die Straße noch nicht so stark frequentiert wird. Für die Rückfahrt solltet ihr im besten Fall bis nach 15 Uhr warten. Auf diese Weise könnt ihr mit dem Fluss schwimmen und seht euch weder zu viel Gegenverkehr, noch aufregenden Ausweichmanövern ausgesetzt.

Besondere Fahrkenntnisse braucht ihr nicht, um die Straße nach Sa Calobra zu bewerkstelligen. Aber etwas Fahrerfahrung und gute Nerven schaden auf keinem Fall. Sehr anstrengend finde ich den Touristenbussen ausweichen zu müssen. Weitaus gefährlicher sind allerdings die Radfahrer, die bei der Abfahrt um einiges schneller sind, als die Autos und diese auch entsprechend überholen. Vor allem bei der Rückfahrt bergauf solltet ihr immer mit Radfahrern rechnen, die euch eventuell die Kurve schneiden.

Und noch ein Hinweis an Eltern und Kindern mit schwachem Magen: Falls ihr wisst, dass ihr zu Reiseübelkeit neigt, nehmt vorher schon etwas dagegen ein. Vor allem auch, um dann bei der Wanderung in den Torrent de Pareis fit zu sein.

Eine weitere Herausforderung ist es in Sa Calobra dann einen Parkplatz zu finden. Es gibt nur kostenpflichtige Parkmöglichkeiten. In der Hauptsaison kann es sein, dass ihr auf einen Parkplatz warten müsst. Alternativ erreicht ihr den ehemaligen Fischerort aber auch mit dem Bus, oder mit einem Ausflugsboot von Port de Sóller aus, mit dem ihr circa drei Stunden Aufenthalt am Torrent de Pareis habt. Allerdings auch gerade dann mit einem Pulk von Menschen unterwegs seid, die genau das Gleiche vorhaben wie ihr. Ihr könnt die verfügbaren Parkplätze im Vorfeld online über diese App in Echtzeit prüfen.

Torrent de Pareis: Wanderung mit Kindern

Die Tour durch den gesamten Torrent de Pareis ist eine der anspruchsvollsten Wanderungen auf Mallorca. Selbst wir sind sie noch nicht komplett gelaufen, da wir es gerne mit unseren Kindern machen würden, aber noch warten, bis beide das dafür empfohlene Alter von 12 Jahren erreichen. In der Zwischenzeit begnügen wir uns mit kleineren Ausflügen vom Meer aus in die Schlucht. Und auch die sind spannend und herausfordernd, aber immer an das Niveau der Kleinen angepasst.

Wandern durch den gesamten Torrent de Pareis

Tipp: Die Königswanderung durch die Schlucht sollte von einem erfahrenen Bergführer begleitet werden. Geführte Wanderungen durch den Torrent de Pareis werden unter anderem hier angeboten.

Um die durch gesamte Schlucht des Torrent de Pareis zu wandern, werden grob fünf bis sechs Stunden angesetzt. Die Wanderung wird in der Regel von oben, also vom Landesinneren, Richtung Meer durchgeführt und gilt als eine der anspruchsvollsten Touren der Insel. Sie sollte auf keinem Fall ohne Vorbereitung oder allein absolviert werden.

Torrent de Pareis wandern

Ich würde sogar so weit gehen und behaupten, man sollte unbedingt einen erfahrenen Bergführer mitnehmen. Zu oft lese ich in den Nachrichten, dass die Bergrettung erneut ausfliegen musste, weil sie Wanderer überschätzt haben. Die Durchquerung des gesamten Torrent de Pareis mit Kindern ist nicht zu empfehlen. Bei organisierten Ausflügen wird ein Mindestalter von 12 Jahren angesetzt. Außerdem sollten alle Wanderer in guter physischer Verfassung und erfahrene Wander sein.

In der Schlucht gibt es zudem keinen Handyempfang und GPS-Signale sind sehr ungenau. Einmal gestartet, kann der Abstieg weder abgebrochen noch abgekürzt werden.

Torrent de Pareis: Wanderung mit Kindern

Es muss aber nicht die ganze Schlucht durchwandert werden, um einen Eindruck von der Größe zu bekommen. Für Familien und alle anderen Wanderer, die sich den gesamten Abstieg nicht zutrauen, empfehlen wir vom Meer aus ein wenig in die Schlucht hineinzuwandern.

Bereits das erste Stück, wenn ihr den Strand hinter euch lasst, ist wunderschön. Eventuell ist das Flussbett bereits sehr trocken und ihr findet nur noch einzelne Pfützen vor. Aber vielleicht müsst ihr auch den flachen Flusslauf an einigen Stellen überqueren. Am besten habt ihr dafür einige Badeschuhe dabei oder geht barfuß, wenn eure Kinder damit klarkommen.

Um mit Kindern in den Torrent de Pareis zu wandern, startet ihr am Parkplatz in Port de Sa Calobra und lauft die Straße in Richtung Meer. Ihr kommt am Hafen, einem kleinen Strand und mehreren Restaurants vorbei. Der Weg bis zum Felsdurchlass ist gepflastert und Kinderwagen tauglich. Danach ist ein Kinderwagen allerdings nur noch hinderlich.

Durch den Fels in die Schlucht führen eine Reihe von Fußgängertunneln. Bereits das ist ein kleines Higlight für viele Kinder. Die Tunnel sind zwar beleuchtet, allerdings funktionieren viele der in den Boden eingelassenen Lampen durch Nässe regelmäßig nicht. Taschenlampen sind trotz allem nicht unbedingt notwendig.

Nach den Tunneln liegt vor euch der Strand Platja de Torrent de Pareis. Zum Wandern haltet ihr euch nach rechts. Die Schlucht ist hier noch sehr breit. Gelegentlich werden kleinere und größere Tümpel passiert, in denen Fische oder Frösche zu entdecken sind. Der Weg ist eben. Größere Felsbrocken können leicht umlaufen werden. Die Wanderung endet, wenn es ohne Klettern nicht mehr weiter geht.

Neben dem riesigen Felsen, der den Weg versperrt, ist an dieser Stelle auch ein Hinweisschild aufgestellt, dass vor dem nun folgenden anspruchsvollen Teil warnt. Fitte Personen und Kinder, die gerne klettern, können selbst hier noch ein wenig weiter in die Schlucht hinein. Nach einer Weile wird es dann auch wieder einfacher und ihr lauft im Flussbett über die vom Wasser rund geschliffenen Steine weiter.

Es wird dann aber schon auch zunehmend steiler, enger und schwieriger. Erfahrene Bergguides sagen, dass die Durchquerung der Schlucht vom Meer aufwärts ohne Kletterausrüstung nicht machbar ist. Deswegen gehen wir auf dem gleichen Weg wieder zurück.

Die Länge dieser Variante ist überschaubar und für geübte Wanderer wohl auch eher etwas aus der Kategorie Spaziergänge. Durch die spektakuläre Kulisse der unberührten Natur ist es aber durchaus auch gerechtfertigt von einer Wanderung für kleinere Kinder zu sprechen. Noch dazu, weil ihr euch auch auf der kleinen Strecke sehr lange beschäftigen könnt. Überall gibt es interessante Dinge zu entdecken. Manchmal schauen sogar Ziegen vorbei.

Der Strand Platja de Torrent de Pareis

Das Bild des Strandes ist wohl eines der am meisten geteilten in den sozialen Medien. Entsprechend voll ist es auf dem kleinen und engen Strand. Landläufig sind es Badegäste, die einander aufs Handtuch treten. Vom Meer her ankern zahlreiche Segelschiffe und Boote.

Dabei ist es weder bequem, hier zu liegen, noch angenehm zu schwimmen. Der Strand besteht aus groben Kieseln und angeschwemmten Geröll. Es gibt keinerlei Infrastruktur und dennoch kommen alle genau an die schmale Mündung. Der Strand fällt nach dieser Stelle sehr steil ins Meer ab. Es ist also gerade auch mit Kindern alles andere als angenehm, hier ins Wasser zu gehen.

Zudem ist die Nordküste rau und die Strömung hier nicht zu unterschätzen. Wer sich nur schnell abkühlen möchte, kann das tun. Zum Baden würde ich jedoch eher auf den Strand der Cala Tuent ausweichen. Denn wie auch bei vielen anderen weitläufig bekannten Touristenspots, geht es hier vorrangig ums Posieren. Baden könnt ihr an anderer Stelle besser.

Die unterschätzten Gefahren am Torrent de Pareis

Natürlich kann jeder, der es sich zutraut, den Torrent de Pareis auch alleine wandern. Es gibt genügend klettererfahrene Menschen und sicher ist Bergführer auch einfach nur ein Job, der Abnehmer braucht. Aber Fakt ist auch, dass die Bergwacht regelmäßig anrücken muss. Weil Wanderer sich selbst über- und die Strecke unterschätzt haben. Sie zu wenig Wasser mitgenommen haben und im mallorquinische Klima plötzlich dehydrieren. Weil die Tour doch länger dauert als erwartet und es plötzlich schon dunkel wird. Oder weil man von aktuellen Wetterwarnungen nichts mitbekommen hat und sich plötzlich einem Unwetter ausgesetzt sieht.

Alles das sind keine Ausnahmen, sondern Routine, und besonders in der Saison sind hauptsächlich Menschen von außerhalb, sprich Touristen, dafür verantwortlich. Ich bekomme sehr oft Nachrichten, in denen sich Menschen als Alpenerfahren vorstellen. Ich war nur wenige Male in den Alpen wandern. Und diese Strecken waren nicht mit Mallorca vergleichbar.

Meiner Meinung nach ist die wichtigste Eigenschaft, sich selbst und die eigenen Kinder realistisch zu betrachten. Man überschätzt sich schneller als gedacht. Und Wetterwarnungen auf Mallorca sollten auf jeden Fall immer ernst genommen werden.

Und noch ein weiterer wichtiger Punkt: Auch nach Regenfällen solltet ihr nicht in den Torrent de Pareis. Im Mündungsbereich eventuell schon, wenn dieser begehbar ist. Aber keinesfalls weiter, als das weiter oben erwähnte Warnschild. Die Steine sind dann ziemlich rutschig und weite Teile der Schlucht aufgrund des Wassers nicht passierbar.

Der Hafenort Port de Sa Calobra

Dafür, dass der Hafen von Sa Calobra so bekannt ist, ist er winzig. Das Dorf – eigentlich nur eine Anhäufung weniger Häuser – liegt oberhalb des Hafens an den Hängen. In der Bucht liegen alte Bootsgaragen. Das Ganze wird von hohen Felsen gerahmt.

Port de Sa Calobra

Bis zum Bau der Serpentinenstraße war Sa Calobra vom Rest der Insel praktisch abgeschnitten. Wer außerhalb des Ortes Geschäfte zu erledigen hatte, musste durch die Schlucht oder über das Meer fahren. Beides nicht ganz ungefährliche Unternehmungen.

Denn auch hier trieben sich Piraten herum. Es wird erzählt, dass Sa Calobra Schmugglern und Freibeutern als Versteck diente. Der berüchtigte Pirat Barbarossa soll einen Bauern mit Namen Calobra von hier entführt haben. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts haben Schmuggler in den Höhlen der Gegend ihre Waren versteckt. Heute bringen Touristen zum Glück mehr Geld ein, als illegale Geschäfte.

Restaurants in Sa Calobra und am Torrent de Pareis

Als kleine Faustregel für die Restaurants in Sa Calobra: Je besser die Aussicht, umso schlechter ist das Essen. Ihr solltet keine kulinarischen Großleistungen erwarten. Einige Restaurants bieten durchaus lokale Küche an, jedoch herrscht an fast allen Stellen Selbstbedienung und die Gerichte werden dementsprechend nicht frisch zubereitet.

Restaurants in Sa Calobra

Günstig ist das Ganze zudem auch nicht. Es wird oft von Touristenabzocke geredet. Allerdings wird ja auch niemand gezwungen, sich das Essen anzutun. Viele Ausflügler, vor allem solche, die mit den Ausflugsbooten ankommen, nehmen die Dienste in Anspruch und erhalten sie damit am Leben.

Ich würde in jedem Fall ein eigenes Picknick mitbringen. Damit könnt ihr euch an die ruhigeren Stellen zurückziehen und müsst euch nicht über die Restaurants in Sa Calobra ärgern. Ich würde auch gar nicht in Hafennähe essen, sondern eher in den abgelegenen Teilen des Torrent de Pareis. Dort gibt es aber nichts zu kaufen, also unbedingt ein Picknick einpacken!

Der Strand Platja de Sa Calobra

In Sa Calobra findet ihr eine kleine Strandfläche. Direkt neben dem Hafen und inmitten der Restaurants ist das auch die Stelle, mit den meisten Gedränge im Sommer. Außerdem ist Schwimmen teilweise nicht ganz ungefährlich. Wenn der Wind sehr stark aus Westen bläst, können euch die Wellen an die Felsen spülen. Der Strand wird nicht überwacht.

Wie auch beim Strand des Torrent de Pareis: Für mich wäre es ok, um uns kurz im Wasser abzukühlen. Aber eigentlich ist es zu voll. Wir bevorzugen den Strand der Cala Tuent. Diese liegt ein wenig außerhalb. Weiter unten schreibe ich mehr dazu.

Torrent de Pareis: Entstehung

Es gibt auf Mallorca keine Flüsse, nur sogenannte torrents. Das sind Gebirgsbäche, die nur nach sehr starken Regenfällen Wasser zum Meer führen. Der Torrent de Pareis ist einer dieser Sturzbäche. Wahrscheinlich der eindrucksvollste der gesamten Insel.

Mallorca besteht größtenteils aus Kalkstein. Dieser lässt sich durch Wasser relativ schnell und vor allem bizarr auswaschen und eindrucksvolle Karstformationen entstehen. Der Torrent de Pareis ist ein gutes Beispiel dieser Auswaschung. Im Sommer ist der Gebirgsbach teils komplett ausgetrocknet. Starker Regen auf Mallorca lässt jedoch 15 Kilometer entfernt in den Bergen einen Sturzbach entspringen, der über 600 Höhenmeter zum Meer rauscht und dabei über viele Jahre eindrucksvolle Gräben und Höhlen in den Fels hinterlassen hat.

Die Schlucht endet mit einem Durchbruch zum Meer. Zwischen zwei Felsen, die zu beiden Seiten thronen, findet ihr hier den steinigen Strand, Kiesel, die der Fluss mit sich gerissen und abgerundet hat. Im Grunde ist es die Geröllmündung des Sturzbaches.

Bootsausflüge in den Torrent de Pareis

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Abstecher: Badepause am Strand von Cala Tuent

Wenn ihr die Serpentinenstraße nach Sa Calobra genommen habt, seht ihr kurz vor Erreichen der Siedlung einen Abzweig nach links, an dem die Cala Tuent ausgeschildert ist. Unter den Mallorquinern ist diese kleine Bucht das eigentliche Highlight der Region.

Cala Tuent

Zwar ist auch hier der Strand steinig, aber er liegt abgeschiedener und ruhiger direkt am Fuß des Puig Major, dem höchsten Gipfel der Insel. Der Strand ist knapp 200 Meter lang und sehr klar und sauber. Im Gegensatz zu den beiden Stränden bei Sa Calobra, ist der Wellengang in der Cala Tuent meist zu vernachlässigen. Es ist hier um einiges sicherer zum Schwimmen.

Häufige Fragen zum Torrent de Parais und Sa Calobra

Ich beende diesen Beitrag mit häufig gestellten Fragen von euch Lesern und hoffe, dass ihr dadurch euren Besuch in der Schlucht und dem Fischerdorf besser planen könnt.

  • Mein Kind leidet unter Reiseübelkeit. Lohnt sich der Besuch trotzdem? Wenn ihr Mittel nutzt, mit denen ihr die Übelkeit lindern könnt, ja. Es gibt in den Kurven aber nur wenige Möglichkeiten zum Anhalten. Falls das zu viel Stress bedeutet für das Kind, dann lieber nicht.
  • Ich bin ein unsicherer Fahrer: Ich auch. Und das Wort, das ich verwende, ist vorsichtig. Startet rechtzeitig, um den schlimmsten Verkehr zu umgehen. Und lasst euch nicht stressen. Im schlimmsten Fall gibt es einen Kratzer am Auto. Und die spanischen Autos sind eh alle zerkratzt. Das ist hier kein Drama.
  • Wir wollen eigentlich nicht wandern. Lohnt sich der Besuch trotzdem? Es gibt in Sa Calobra und am Torrent de Pareis wenig mehr zu tun. Für einen Badetag sind die Strände meiner Meinung nach ungeeignet.
  • Und was machen wir, wenn es keine Parkplätze gibt? Warten. Die Parktickets kosten drei Euro pro Stunde und sehr lange bleiben die meisten Besucher nicht.
  • Wann ist es denn nicht so voll? Vor den ersten und letzten Ausflugsbooten und Bussen. Also vor zehn und nach 16.30 Uhr. Dann ist im Ort allerdings auch tote Hose. Die Restaurants schließen alle sehr zeitig.
  • Brauchen wir Wanderschuhe für die Schlucht? Wenn ihr nur ein kleines Stück hineinlauft, nicht. Aber extra Schuhe oder solche, mit denen ihr Pfützen und Rinnsale überqueren könnt, sind eine gute Idee.
  • Ist die Schlucht ein guter Ort für Sonnenuntergänge? Wir haben sie ja bei den schönsten Sonnenuntergängen auf Mallorca dabei. Die starken Kontraste zwischen bunten Himmel und der schwarzen Schlucht sind aber schon eindrucksvoll. Nehmt aber eine Taschenlampe mit. Wenn die Sonne weg ist, wird es stockdunkel in der Schlucht.

Kurz & Knapp

Bustour: Der Linienbus nach Sa Calobra wurde eingestellt. Es fahren nunmehr nur noch Ausflugsbusse.

Bootstour: Die Bootstour von Port de Sóller dauert eine Stunde und kann hier reserviert werden.

Wanderungen: Zur kompletten Durchquerung der Schlucht sollte immer ein erfahrener Bergführer herangezogen werden. Wenn ihr alleine wandert, nehmt unbedingt ausreichend Wasser mit und wandert nicht, wenn es stark geregnet hat oder Wetterwarnungen aktiv sind.

Ausrüstung: Zum Wandern feste Schuhe. Wasserfeste Schuhe. Wasser. Verpflegung. Badesachen.

Anfahrt mit dem Auto: Die Bergstraße ist nichts für schwache Nerven. Besonders, wenn Reisebusse entgegenkommen.

Parken: Kostenpflichtig. Es wird minütlich abgerechnet. Circa 5 Cent/Minute. Zahlbar bar im Kassenhäuschen oder mit Karte. Hier findet ihr den Parkplatz in Sa Calobra. Eine Ladestation für Elektroautos findet ihr auf der gegenüber liegenden Straßenseite.

Einkehr: In Sa Calobra gibt es zahlreiche Restaurants, hauptsächlich überteuerte Selbstbedienungsrestaurants.

Baden: Der Platja de Torrent de Pareis und der Platja de Sa Calobra sind nett, aber überlaufen und eng. Zur Abkühlung ok. Badeschuhe sind hilfreich. Es gibt keine Duschen oder WCs. Für längere Badepausen empfehlen wir die Cala Tuent.

Übernachten: Es gibt in Sa Calobra keine Hotels oder Ferienwohnungen, aber eine einfache Wanderherberge mit Platz für bs zu 12 Personen. Die Herberge kann nur komplett gebucht werden. Weitere Informationen hier.

In der Nähe: Kloster Lluc, Sóller, Valldemossa. Port de Valldemossa.

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Mein Name ist Damaris, zweifache Mutter und lebe seit 2005 auf Mallorca. Ursprünglich wollte ich nie auf die Insel. Mehr lesen

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