Gran Canaria: Urlaub in der Felshöhle

Von einer Insel auf die nächste. Um dem Inselkoller zu entkommen. Das ist Insellogik. Nach einen sehr heißen und anstrengenden Sommer benötigten wir alle ein paar ruhige Tage. Als ich auf der Suche nach einer geeigneten Unterkunft die bewohnbaren Felshöhlen auf Gran Canaria entdeckte, wusste ich sofort, dass wir unbedingt dort hin mussten. Natur. Ruhe. Kein Handyempfang.Felsenhöhle Gran Canaria

Felsenhöhle auf Gran Canaria

Doch so einfach wie ich es mir vorstellte, war es nicht. Die Unterkunft war schnell gebucht und bezahlt. Aber irgendwie muss man ja auch dort hinkommen. Ich mag Mallorca sehr, wirklich. Und das Inselleben hat auch seine Vorteile. Mobilität gehört jedoch nicht dazu. Einfach mal so mit dem Auto in den Urlaub fahren ist nicht drin. Und die Flugverbindungen sind auch nur im Sommer flächendeckend. Weshalb wir einen Gabelflug nehmen musste.Felsenhöhle Gran Canaria

Das alleine wäre noch nicht weiter schlimm gewesen. Das Abenteuer begann jedoch in dem Moment, in dem wir mit unserem Mietwagen Las Palmas de Gran Canaria verließen und dem Sonnenuntergang entgegen in die Berge fuhren. Es war sehr romantisch. Bis zu dem Moment, als die Tankleuchte ansprang. Und das obwohl der Tank eben noch fast voll war und wir maximal 25 Kilometer zurückgelegt hatten.

Plötzlich stellten wir auch fest, dass wir schon seit einiger Zeit keinem Auto mehr begegnet waren. Das GPS verlor zwischen den Bergen immer wieder das Signal und es war mittlerweile stockdunkel. Und eine Tankstelle war weder ausgeschildert, noch war uns eine in den letzten Kilometern begegnet. Panik! Zumindest hatten wir den Kofferraum voller Lebensmittel.Felsenhöhle Gran Canaria

Die Terrorphase hielt kurz, bis wir endlich Zivilisation entdeckten, die wir ja eigentlich hinter uns lassen wollten. Wir tankten und dankten. Als wir etwas erschöpft unser Ziel erreichten, schnappte sich jeder einen Rucksack, ein Kind, Wochenendeinkauf und Taschenlampe und wir marschierten in die Felsen hinein. Anfangs war der Weg noch eben und beleuchtet. Später war er nur noch eben. Und zum Ende hin nicht einmal das mehr. Erst am nächsten Morgen sahen wir, wie gefährlich unsere kleine Wanderung gewesen war. Und wir entdeckten vor unserer Höhle eine Laterne, die ein romantischer Mensch mit Steinen kaputt geworfen hatte. Um die Sterne bestaunen und die nächtliche Idylle genießen zu können.

Ohne Wecker: Man wacht mit der Sonne auf

Aber: Am nächsten Morgen wurden wir für alles entschädigt. Sehr früh,  um sechs Uhr morgens, weil die Kinder im Urlaub natürlich nicht ausschlafen wollen. Trotz einigen Grummelns war ich ihnen dankbar. Denn sonst hätte ich nicht sehen können, wie die Sonne hinter dem Roque Nublo aufging. Und ich hätte auch die absolute Ruhe nicht bemerkt, bevor die Vögel mit den ersten Sonnenstrahlen aus ihren Schlafhöhlen flatterten. (Ich beneidete die Vögel kurz, da sie vor mir ins Bett gegangen sind, und nach mir aufstehen konnten. Spanische Vögel.)Felsenhöhle Gran Canaria

Das Wochenende verging viel zu schnell. Obwohl es ohne Fernseher und Telefon auch sehr langsam durch den Tag ging. Entschleunigt, sagt man da wohl. Die Kinder brauchten das alles nicht. Hin und wieder was zu Essen. Aber ihre Spielsachen benötigten sie nicht. Schuhwerk auch nicht. Sie suchten Dinosaurierknochen, wühlten im Dreck, liefen in Socken im Freien herum, spielten mit einer zerzausten und verflohten Katze und fütterten einem zerupften Huhn Cornflakes. Keiner beschwerte sich. Außer ich manchmal, wenn ich mich kalt duschen musste, weil die Männer das Warmwasser vermatscht hatten.

Kurzinfo

Acusa Seca Wohnhöhle, Artenara, Gran CanariaUnterkunft für bis zu sechs Personen.

1 Schlafzimmer. Badezimmer und Küche außerhalb.
Kühlschrank, Herdplatten. Strom, Warmwasser.
Haustiere erlaubt.
Nicht barrierefrei. (Ganz und gar nicht!)
Buchbar ganzjährig über Airbnb.

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