Ses Fonts Ufanes: Bei den Wasserfeen

Die Quellen Ses Fonts Ufanes

Der Ausflug zu den Quellen von Ses Fonts Ufanes ist einer der leichtesten, den man auf Mallorca als Familie unternehmen kann. Mit etwas Glück erlebt man auf dem knapp einstündigen Spaziergang eines der beeindruckendsten Naturphänomene der Insel. Dafür braucht es etwas, was Urlauber nicht so gerne sehen: Regen. Und davon jede Menge. Dieser Ausflug ist speziell für Familien mit kleinen Kindern geeignet und sogar mit Kinderwagen machbar.

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Ausflug in den Zauberwald

In der Nähe von Campanet gibt es ein Tal, von dem man erzählt, dass die Götter besondere Schätze dort vergraben haben. Zwischen den Hügeln des Tramuntana Gebirges und den Feldern mit gelben Ähren, die sich im Wind wiegen, liegt ein verzauberter Wald, den wenige kennen.

Das Landgut Gabelli bei den Ses Fonts Ufanes

Das Tal nennt sich Valle de San Miquel und liegt nur ein kleines Stück hinter der Autobahn, die Palma mit Alcúdia verbindet. Verlasst ihr die Fernstraße, gelangt ihr  über einen kleinen, kurvigen Weg an eine Pfarrkirche aus den 13. Jahrhundert. Die Ermita de San Miquel. Auch sie ist voller Legenden. Sie steht auf dem Fundament eines römischen Tempels. Noch früher befanden sich hier keltische Heiligtümer, in denen man Waldgeister und Wasserfrauen verehrte. Ein Stück weiter gelangt ihr an die Höhlen von Campanet, die 1945 eher zufällig entdeckt wurden.

Zwischen der Kirche und den Höhlen befindet sich der Eingang zu einem Landgut, dass man auf der Insel unter den Namen Gabellí Petit kennt. Obwohl der Eingang umzäunt ist, ist er für die Allgemeinheit zugängig. Der Weg führt über weitläufige Felder, die im Winter grün und im Sommer gelb sind. Interessant wird es jedoch, wenn man nach einen 20-minütigen Spaziergang den Eichenwald erreicht. Denn dort findet nach starken Regenfällen ein für Mallorca einmaliges Naturphänomen statt.

Ses Fonts Ufanes

Früher erzählten sich die Leute, dass es die Mäntel der Feen waren, die den Waldboden bedeckten. Andere sagten, dass aus den Steinen die Tränen der Wasser- oder Meerjungfrauen strömten. Wieder andere wussten, dass es sich dabei um Diamanten handelte, die sich in Schaum und Wasser verwandelt hatten. Es gibt jede Menge Legenden, die das Naturschauspiel an den Ses Fonts Ufanes zu erklären versuchen. Am besten ihr geht selber und schaut, was es sein könnte.

Für Pragmatiker: Wissenschaftliches

Geologen haben natürlich eine ganz andere Erklärung für das Wasser, das plötzlich aus der Erde austritt und nach einigen Tagen wieder verschwindet. Sie sagen, dass wenn es an einem bestimmten Ort im Tramuntana Gebirge viel regnet, das Wasser durch die Kalkfelsen gefiltert wird und sich in einer Art unterirdischen Blase ansammelt. Wenn diese Blase kein Wasser mehr fassen kann, platzt sie. Das Wasser sprudelt zwischen den Steinen im Eichenwald der Finca Gabellì Petit nach oben und fließt dann in Richtung Meer. Das Spektakel dauert nicht lange. Mit etwas Glück drei oder vier Tage.

Ses Fonts Ufanes

Der Teil des nördlichen Gebirges, der die Quellen der Ses Fonts Ufanes füllt, umfasst ungefähr 46 Quadratkilometer. Es handelt sich dabei um Karstgebirge, durch welches das Wasser rinnt. Sobald es mehr als 50 Liter pro Quadratmeter regnet, sammeln sich in diesem Gebiet bis zu 2300 Millionen Liter Wasser. Dieses Wasser erreicht innerhalb weniger Stunden den Fuß des Gebirges und führt dazu, dass die Quellen anfangen zu sprudeln.

Aus den Quellen fließen dann zwischen 20 und 70 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Also kein kleines Bächlein, sondern ein eindrucksvoller Sturzbach. Je nach Stärke des Regens in den Bergen bringen die Quellen länger oder kürzer Wasser an die Oberfläche. Zusammen mit anderen Quellen der Region fließen die Quellen in den Sturzbach von San Miquel, der bis zu 25 Meter breit werden kann. Der Strom fließt weiter in Richtung Osten in das Feuchtgebiet der Albufera und hilft dort, das einzigartige Ökosystem am Leben zu erhalten.

Seit 2001 steht das Landgut um Ses Fonts Ufanes unter Schutz. Als Kulturgut besonderen Interesses ist es für alle offen zugängig.

Ses Fonts Ufanes ohne Regen

Das Landgut der Ses Fonts Ufanes könnt ihr auch bei trockenem Wetter besuchen. Zu entdecken gibt es immer etwas. Zum einen befindet sich gleich hinter der Stelle, an der gelegentlich das Wasser sprudelt eine Ausgrabungsstätte aus dem Talayot. Zum anderen finden sich an vielen Stellen die Spuren ehemaliger Köhler und Kalkbrenner, die im Eichenwald ihrer Arbeit nachgingen.

Zur Mandelblüte ist der erste Teil des Weges vor dem Eichenwald sehr schön und voller wohlriechender Blüten. Im Sommer schenkt der dichte Wald wohligen Schatten. Meistens ist es sehr ruhig. Ihr entdeckt hier auch viele Johannisbrotbäume. Wie so vieles ein Import der Mauren. Die Früchte der Bäume werden heute größtenteils nur noch als Viehfutter verwendet. In kargen Zeiten machte man aus den Hülsenfrüchten unter anderem Mehl und Kaffee. Man sagt, dass Gewicht der Kerne betrage konstant 0.2 Gramm. Genauso viel wie ein Karat, weshalb man sie früher nutzte, um Gold aufzuwiegen.

Wenn die Quellen sprudeln, solltet ihr euch auf viele Menschen einstellen. Das Naturphänomen ist auch bei den Mallorquinern sehr beliebt und da es nur an wenigen Tagen im Jahr auftritt, dann schnell überrannt.

Kurzinfo

Streckendetails:
Rundgang 3 km – Höhendifferenz 40 m – Gehzeit ca. 1 h – Ab 3 Jahren

Öffnungszeiten: Ganzjährig von 10 bis 17 Uhr.

Parkplatz: Kein Parkplatz direkt an den Quellen. Es bietet sich der Parkplatz der Höhlen von Campanet an. Es lohnt sich gegen 10.00 Uhr hier zu sein, um ohne Schwierigkeit einen Parkplatz zu bekommen.

Kinderwagen: Der Weg ist nicht asphaltiert und teilweise holprig, aber durchaus mit einem Kinderwagen zu meistern.

Wichtiger Hinweis: Die Quellen sprudeln nur nach starken Regenfällen. Der Spaziergang kann aber natürlich auch zu Trockenzeiten unternommen werden.

Mitnehmen: Verpflegung. Gummistiefel (wenn die Quellen sprudeln).

In der Nähe: Ermita de San Miquel. Die Höhlen von Campanet.

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