Santa Catalina in Palma de Mallorca: Von Mühlen, Seefahrern & Fischern

Santa Catalina in Palma de Mallorca kennt ihr vielleicht als Szeneviertel mit lebhaften Restaurants und Bars, in denen es vor allem am Abend lustig hergeht. Als Touristenspot ist das ehemalige Fischer- und Seefahrerviertel, das nur unweit von der Kathedrale liegt, noch relativ unbekannt. Wir wollen das ändern.

Mühlenviertel und Santa Catalina in Palma de Mallorca

Es Jonquet ist ein verschlafenes Viertel mit dem malerischen Charme eines ehemaligen Fischer- und Seefahrerdorfes. Kleine weiß getünchte Häuser stehen neben alten, halb verfallenen Mühlen. Dahinter liegt Santa Catalina, ein multinationales, geselliges Viertel, vor allem in den Abendstunden.

Sehenswürdigkeiten zwischen Kathedrale und Santa Catalina

Schon park-technisch ist die Kathedrale der zentralste Ausgangspunkt für jegliche Art von Spaziergängen in der Stadt. Und auf dem Weg zum Viertel Santa Catalina in Palma gibt es einige Dinge zu entdecken, die noch nicht in jedem Reiseführer zu finden sind. Damit der Weg euch und vor allem euren Kindern nicht zu lang wird, hier einige prominente Wegpunkte.

Forn de la Gloria: Die Bäckerei des Königs

[> Hauptartikel: Die ältesten Geschäfte in Palma de Mallorca]

Die Bäckerei Forn de la Gloria ist eines der ältesten Geschäfte Palmas. Es ist nicht ganz klar, wer wem den Namen gab: die Straße dem Bäcker oder andersherum. Obwohl sich der ursprüngliche Laden an anderer Stelle im Viertel befand, gibt es Schriftstücke die naheliegen, dass die Ursprünge bis zur Zeit der Eroberung durch König Jaume I zurückgehen.

Forn bedeutet auf mallorquinisch Ofen. Und mit einem typischen Holzofen wird auch heute noch gebacken. Eine typische Spezialität sind die Llonguets, Weißbrötchen, und Empanadas, gefüllte Teigtaschen.

La Llonja, Placa de la Drassana & Mallorcas letzter Pirat

Im Mittelalter war dieser Platz das Zentrum des Seefahrerviertels La Llonja. Die gleichnamige Seehandelsbörse, ein Prachtbau der Gotik, liegt unmittelbar dahinter. Hier wurden die Schiffe gebaut, dass Meer befand sich in unmittelbarer Nähe. An die maritime Geschichte erinnert die Statue von Jaume Ferrer, einem der wichtigsten mallorquinischen Seefahrer und berühmten Entdecker.

Der bekanntere Seefahrer dürfte jedoch Toni Barcelo sein, der ebenfalls hier in der Nähe wohnte. Gelegentlich wird er als Mallorcas letzter Pirat bezeichnet. Er startete seine Karriere als unbarmherziger Jäger der Piraten, der jedoch irgendwann das Maß verlor und willkürlich bestrafte und stahl.

Ein drehendes Stein Ei

Drehendes Stein Ei am Museum Es Baluard

Die Kunstinstallation von Manolo Paz hat weder einen Namen, noch eine tiefgründige Geschichte. Aber sie ist gerade für Kinder ein witziges Element auf einem Spaziergang durch die Stadt. Denn das seltsame Ei kann sich drehen.

Ein Grund für die Platzierung des Eies an dieser Stelle könnte das Museum für moderne Kunst sein, dass sich in unmittelbarer Nähe befindet.

Es Baluard: Das Bollwerk der Modernen Kunst

Auch wenn ihr keine Freunde der modernen Kunst seid, lohnt sich an der alten Festungsanlage eine kleine Pause. Von der Terrasse außerhalb des Museums genießt einen fantastischen Panoramablick über Kathedrale, Hafen und Burg von Bellver. Noch mehr könnt ihr sehen, wenn ihr den frei zugänglichen Teil der Außenmauern besteigt.

Früher war die Festung mit den dicken Mauern Teil des Abwehrsystems der Stadt. Viele Jahre verfiel der Bau jedoch. Erst 2004 wurde das Bollwerk von der Stadt restauriert und in ein Museum umgewandelt. Die Ausstellung ist in Teilen kindertauglich. Es gibt einige interaktive Elemente und Knöpfe zum Drücken. Besonders schön ist der Rundgang auf der Festungsmauer.

Sa Feixeina: Palmas beliebtester Spielplatz

Wenn ihr die Museumsanlage durch das Haupttor verlasst, an der auf dem Kopf stehenden Kirche vorbeigeht (ebenfalls eine Kunstinstallation) und den Kanal la Reira überquert, gelangt ihr zum beliebtesten Spielplatz der Stadt. Auch ohne Kinder lohnt hier eine Pause. Es gibt wohltuenden Schatten und eine kleine Cafeteria. Während die Kids sich auspowern, könnt ihr also entspannen.

Santa Catalina in Palma

Hinter Sa Feixeina beginnt dann das Viertel Santa Catalina. Es sieht aus wie ein modernes Szeneviertel, und ist es auch, hat aber eine lange und sehr bewegte Geschichte. Es ist noch nicht lange her, dass viele ältere Gebäude in diesem Stadtteil verfielen, darunter auch historisch wertvolle. Teilweise war es hier sogar gefährlich. Erst mit der Gentrifizierung ließen sich viele junge Leute aller Nationalitäten nieder und brachten dem Viertel den unverkennbaren Charme, den es heute ausmacht.

Ursprünglich lebten in Santa Catalina die Fischer und Seeleute der Stadt. Später ließen sich auch Handwerker und Industrie nieder. Weshalb es heute eine etwas verstörende Mischung an denkmalgeschützten Gebäuden und moderner, mehrstöckiger Wohnblöcke gibt.

Die Markthalle Santa Catalina

Herzstück des Viertels ist die gleichnamige Markthalle, der Mercado de Santa Catalina. Sie besteht seit den 1920er Jahren und ist damit die älteste Markthalle Palmas. In dem Markt wuselt das Leben. Obst, Gemüse, Fisch, Blumengeschäfte und Essenstände. Man findet hier so ziemlich alles. Wer mag, kann eine kleine Pause einlegen. So wie all die Menschen, die auf den Terrassen vor den Bars und Cafés ihre Gesichter in die Sonne halten.

Auch empfehle ich euch an irgendeiner Stelle Tapas und Pa amb Oli zu probieren. Beides eignet sich als Snack zwischendurch und als vollwertige Mahlzeit.

Es Jonquet: Das Mühlenviertel

Das Mühlenviertel Es Jonquet ist das älteste Viertel der Stadt, eines der unbekanntesten und zugleich das mit dem größten Charme. Es besteht aus kleinen Häusern und engen Straßen, auf denen immer noch der Puls der alten Zeit zu schlagen scheint.

Früher lebten hier die Fischer und Seefahrer in ihren kleinen windschiefen, weiß getünchten Häusern direkt am Meer. Die verbliebenen Mühlen und Häuser stehen als wichtiges Erbe der Stadt unter Denkmalschutz. Der Name Jonquet bezieht sich auf das Schilfgras, das dort wuchs, wo jetzt die Hafenstraße entlangführt.

Eine der wenigen restaurierten Mühlen beherbergt das Museu dels Molins, ein Windmühlenmuseum. Die Mühlen stammen aus dem 14. und 15. Jahrhundert und wären beinahe abgerissen worden, um modernen Wohnraum zu schaffen. Von den sieben ursprünglichen Mühlen auf dem kleinen Hügel mit Blick aufs Meer, stehen heute noch fünf. Drei davon befinden sich in sehr schlechtem Zustand.

Legenden des Seemannsviertels

Mühlenviertel bei Santa Catalina in Palma de Mallorca

Seefahrer waren sehr abergläubige Menschen, weshalb es eine Vielzahl an Geschichten gibt, deren Wahrheitsgehalt fragwürdig bleibt. Eine Anekdote aus modernerer Zeit behauptet, Jules Vernes sei im Seemannsviertel unterwegs gewesen und habe sich dort inspirieren lassen.

Älter ist die Geschichte der Hexe, die sich im Viertel herumtrieb und die Boote der Fischer zum Fliegen brachte.

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Wegbeschreibung

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