Llucalcari: Zwischen Fischern, Malern und Piraten

Llucalcari ist ein kleiner, verschlafener Ort mit nicht mehr als 15 Häusern. Während in Cala Deià früher die Fischer arbeiteten, diente das Gebiet um Llucalcari der Abwehr der Piraten. Insgesamt fünf Wehrtürme wachten in diesem Küstenabschnitt, drei davon sind heute noch erhalten und beherbergen unter anderem ein Hotel.

Llucalcari un Es Canyaret: Geheimtipp bei Deià

Der Ort selbst geht auf ein Anwesen aus der Zeit der arabischen Belagerung zurück. Am Strand Es Canyeret unterhalb der Siedlung gibt es eine Quelle, an der viele Einheimische Schlammbäder einnehmen. Die Küste hier ist eine rausten der gesamten Insel. Bereits Picasso und Miro sollen hier Inspirationen gesammelt haben. Zweifelsfrei bekam der Wanderweg Camí de los pintores an der wildromantischen Küste auch deswegen den blumigen Namen „Weg der Maler“.

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Arabische Ursprünge

Nachdem die Araber von der Insel vertrieben worden waren, war das kleine Anwesen von Llucalcari viele Jahre im Besitz adliger Großgrundbesitzer, die zahlreiche Liegenschaften im Gemeindegebiet Deià ihr Eigen nannten. Probleme gab es ab dem 14. Jahrhundert vermehrt mit Piratenangriffen, weshalb hier im Ort fünf Piratenwachtürme gebaut wurden. Sie sollten den Ort, den Fischerhafen der Cala Deià und einen Teil der Küste überwachen und Alarm schlagen, falls Piratenschiffe in Sicht kamen. Wie genau das Piratenwachsystem funktionierte, erzähle ich hier.

Von den fünf Türmen stehen heute noch drei. Zwei davon, das Casa d’Amunt und Can Simó, sind Wohnhäuser. Im Can Paloni wurde das Hotel Costa d’Or untergebracht. Unter den insgesamt 15 Gebäuden befindet sich auch ein Oratorium aus dem 16. Jahrhundert.

Die Siedlung Llucalcari

Llucalcari un Es Canyaret: Geheimtipp bei Deià

Es gibt auf Mallorca viele kleine Ortschaften, sogenannte llogarets, die weniger eigenständige Orte sind, als vielmehr Siedlungsgebiete. Llucalcari ist einer dieser llogarets und liegt 3 Kilometer von Deià entfernt 85 Meter über dem Meer direkt zwischen der Küste und der Küstenstraße, die Valldemossa mit Sóller verbindet. Außer Anwohnern ist das Parken im Ort nicht erlaubt. Die enge Straße endet in einer Sackgasse und setzt sich als Pfad bis ans Meer fort, durch Olivenhaine und Pinienwälder, bis der abgelegene Strand Es Canyeret erreicht wird.

Der Erzherzog Ludwig Salvador, der ganz in der Nähe mehrere Anwesen besaß, schrieb über Llucalcari, der Ort sei einer der schönsten Flecken der Erde. Auch heute noch ist der Ort einer der idyllischsten und privilegiertesten der Insel, aufgrund der Schönheit der Landschaft, den alten Gebäuden und der unwirklichen Stille die in den kleinen Straßen und dem Wald am Meer herrscht.

Strand & Schlammbäder

Der kleine Strand ist fast ein Geheimtipp und auch im Sommer nur mäßig besucht. Auch hier ist die Liegefläche nicht sehr bequem, es ist steinig und felsig, aber das Wasser ist kristallklar und sauber. Etwas oberhalb des Strandes gibt es zudem eine breite erdige Fläche mit Piniengewächsen, wo ihr entspannt und bequem sitzen könnt.

Die Mallorquiner pilgern an den Strand Es Canyeret, weil hier eine kleine Quelle Wasser ins Meer leitet und eine Becken mit braun-rotem Schlamm entstehen lässt. Die rötliche Farbe ist höchstwahrscheinlich auf Eisenvorkommen zurückzuführen. Im 19. Jahrhundert gab es in Llucalcari eine Eisenmine. Der Schlamm soll entspannend wirken und die Haut mit Feuchtigkeit versorgen. Dazu muss er zunächst auf dem Körper trocknen und dann im Meer abgewaschen werden. Das Komplettprogramm eines Spa-Aufenthaltes – vollkommen kostenlos.

Anreise: Der schwere Weg nach Llucalcari

Es gibt in Llucalcari nur einen Parkplatz für Anwohner und an der engen Straße keine weiteren Parkmöglichkeiten. Weshalb die Anreise bis in den Ort mit dem Auto ausfällt. An der Küstenstraße kann an wenigen Stellen geparkt werden, sofern es weder den Verkehr noch Zufahrten zu anderen Anwesen stört. Allerdings sind diese Buchten nicht unmittelbar in der Nähe des Ortes.

Eine weitere Möglichkeit wäre mit dem Bus anzureisen. Ab Palma verkehrt ganzjährig eine Linie über Deià bis nach Sóller, allerdings nicht sehr häufig. Dafür ist die Haltestelle direkt an der Zufahrtsstraße zum kleinen Küstenort.

Wandern nach Llucalcari: Der Weg der Maler

Weitaus weniger kompliziert, dafür allerdings etwas länger und steiniger ist die Anreise über den sogenannten Weg der Maler, der von Cala Deià an den Strand Es Canyaret und von dort in die Siedlung führt. Der Weg ist insgesamt nicht sonderlich lang und auch nicht besonders schwer. Das einzige Manko ist, dass er stellenweise sehr nah am Abgrund verläuft. Zwar sind gefährliche Abschnitte mit Holzzäunen gesichert, aber da die Gegend immer wieder unter Unwettern und Stürmen leidet, ist es nicht selten, dass einige Abschnitte durch umgefallene Bäume blockiert sind oder Teile des Weges ins Meer abgerutscht sind. Mit der entsprechenden Vorsicht und vernünftigen Kindern ist aber auch das kein Problem.

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In aller Ausführlichkeit beschreiben wir die Wanderung auf dem Weg der Maler von Cala Deià nach Llucalcari in unserem Buch Naturzeit mit Kindern: Mallorca. Neben der detaillierten Wegbeschreibung ist dort auch der GPS-Track enthalten, mit dem ihr die Tour digital auf eurem Handy nachverfolgen könnt. Das Buch ist überall im Buchhandel erhältlich und kann im Internet unter anderem hier bestellt Partnerlink werden.

Video

Kurz & Knapp

Details der Wanderung: 5 km – 155 Höhenmeter – Gehzeit: 2 h 10

Einkehr: In Llucalcari keine. Ausreichend Wasser mitnehmen. Das Quellwasser ist trinkbar, aber nicht behandelt. Also Vorsicht.

Kinderwagen: ungeeignet

Ausrüstung: Sonnenschutz, Verpflegung, feste Schuhe, Badeschuhe.

Zum Weiterlesen


Schnitzeljagd Palma


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