Prozessionsspinner auf Mallorca

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Sobald die Natur im Frühling erwacht, kommt auch ein unerwünschter Plagegeist wieder zum Vorschein: der Prozessionsspinner, auf Spanisch procesionarias. Auf Latein: haumetopoea Pityocampa. Ich finde die spanische Namensgebung sehr lustig. Rund um Ostern finden überall auf Mallorca Osterprozessionen statt. Und wenn man die kleinen haarigen Raupen beobachtet, die im Februar und März in langen Ketten durch die Gegend ziehen, kann man sehr leicht eine Analogie zu den menschlichen Prozessionen ziehen. Man sollte jedoch nicht vergessen, wie gefährlich die kleinen Tierchen sind.

Prozessionsspinner auf Mallorca

Die gute Nachricht zuerst: Die Tiere selbst sind nicht giftig. Trotzdem kann der Kontakt mit ihnen unter Umständen lebensgefährlich sein. Denn die kleinen Härchen der Tiere setzten sich mit einem Widerhaken in Haut und Schleimhaut fest und dort Nesselgifte frei. Werden die Haare vom Wind davon getragen können sie unter anderem auch an Kleidung kleben bleiben, die zum Trocknen im Freien hängt.

Ich selber habe die Gefahr immer verkannt und nahm an, sobald man die Raupen nicht anfasst, kann nichts passieren. Bis wir eines Tages einige einzelne Prozessionsspinner auf unserem Spaziergang sahen und aus der Ferne beobachteten.

Kurze Zeit später bekam mein Mann im Gesicht um am Hals brennende Pusteln. Er fuhr dabei mit dem Auto und hinterließ am Lenkrad Reste des Nesselgiftes. Als ich wenig später mit dem Auto fuhr, wurde ich auch „infiziert“. Wir duschten uns beide umgehend. Unser Jüngster trocknete sich am selben Handtuch die Hände ab und bekam juckenden Ausschlag an der Hand.

Wir alle mussten eine Creme auftragen, um den Juckreiz und Brennen Herr zu werden. Und dass, obwohl keiner von uns auch direkten Kontakt mit den Raupen hatte.  Deswegen Vorsicht!

Erste Hilfe bei Hautkontakt

In der Regel reicht schnelles Duschen und Abwaschen, um das Gift vom Körper zu bekommen. Es empfiehlt sich immer einen Arzt aufzusuchen, der reizmildernde Cremes und Allergie-Tabletten verschreiben kann. In schweren Fällen kommt auch Kortison zum Einsatz. Bei ganz schweren Verläufen, die jedoch nur als Einzelfälle stattfinden, kann es zu Kreislaufversagen kommen.

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Besser als heilen ist immer noch Vorsorgen. Augen auf bei Spaziergängen und Ausflügen überall auf Mallorca. Vor allem überall da, wo Pinien stehen. Die Gemeinden auf Mallorca haben weitläufige, ganzjährige Programme ins Leben gerufen, um den Zyklus der Prozessionsspinner zu unterbinden. Hundertprozentige Sicherheit gibt es jedoch nicht. Auf keinen Fall solltet ihr selbst die Nester entfernen.

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Die Raupen sind auch für Hunde gefährlich, da diese naturgemäß immer am Boden herumschnüffeln und so die feinen Härchen schnell einatmen oder an den Pfoten hängen haben. Die Gefahr mit einer Prozessionsspinner-Raupe in Kontakt zu kommen, besteht nicht nur in Wäldern. Auch an Stränden und in Parks kann es einen treffen.

Natürliche und andere Feinde

Der Wiedehopf (upupa epops) wird hier Puput genannt. Er ist mit seinem markanten Kopfschmuck sehr präsent auf Mallorca. Am liebsten isst er Prozessionsspinner Raupen. Seitdem man die chemische Bekämpfung der Raupen zurückgefahren hat, vergrößert sich die Population des Puputs ständig.

Neben dem Putput sind es vor allem mallorquinische Jäger, die den Raupen ohne Chemie zu Leibe rücken. Auf Wanderungen im Januar kann es durchaus vorkommen, dass ihr in regelmäßigen Abständen Schüsse hört. Falls in eurem Umfeld Kieferbäume stehen, könnt ihr euch fast sicher sein, dass die Nester der Prozessionsspinner von den Bäumen geschossen werden.

Zyklus des Prozessionsspinner

Die Eier der Raupen werden Ende des Sommers in den Ästen der Mittelmeerkiefer gelegt. Sobald sie schlüpfen, krabbeln sie Richtung Boden um sich dort zu vergraben. Kommt man mit den feinen Härchen in Berührung, werden wie bei den Brennnesseln und Quallen Nesselgifte freigesetzt, die allergische Reaktionen, Juckreiz und Entzündungen hervorrufen. Die allergischen Reaktionen sind um ein vielfaches größer, als bei anderen Nesselgiften.

  • Januar: Entfernung der Nester mit Schutzkleidung. Meldung von Nestern an zuständige Gemeinde. Verbrennung der Nester.
  • Februar / März: Raupen vergraben sich im Boden.
  • Ende August: Schmetterlinge schlüpfen und paaren sich. Anbringung kostenloser Duftfallen. Jedes Weibchen legt ca. 200 Eier.
  • Ab Oktober: Pflanzenschutzmittel. Raupen schlüpfen und ernähren sich an den Kiefern. Gezielt Gift in den Stamm der Kiefer spritzen. Nur wirksam zwischen September und November.

 

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