Die Insel Cabrera: Inselhopping auf Mallorca

BurganlageEs ist immer noch warm. Und die Strände sind immer noch voll. Trotzdem gibt es auch noch stille Orte, an denen man zur Ruhe kommen kann. Man muss sie nur finden und dann auch hinkommen. Die Insel Cabrera ist eine dieser Ecken, die vom Massentourismus noch verschont wird.

Die Ziegeninsel

Cabrera, die Ziegeninsel, ist mehr als nur eine Insel. Es handelt sich um ein kleines Archipel mit 18 Inseln, welches 13,6 Kilometer südlich vor der Küste Mallorcas liegt. Es gehört sowohl administrativ als auch geografisch zu Mallorca und ist seit 1991 Teil des Parque Nacional marítimo-terrestre del Archipiélago de Cabrera, dem Nationalpark Cabreras, dem seit Februar 2019 größten Nationalpark Spaniens.

Expressboot zur Insel

Ein Besuch auf Cabrera ist ganzjährig möglich, jedoch wetterabhängig und muss im Vorfeld bei einem der Anbieter reserviert werden. Bootseigentümer benötigen eine staatliche Genehmigung zum Befahren der Gewässer um Cabrera. Die Überfahrt ab Colonia Sant Jordi dauert je nach Art des Bootes und gewählter Tour zwischen 30 und 60 Minuten. Die Touren mit den Schnellbooten sind für Kleinkinder ungeeignet. Prinzipiell ist die Exkursion aber auch mit kleineren Kindern und Kinderwagen möglich. Man sollte das jedoch vorher mit dem Bootsunternehmen absprechen.

Cabreras Geschichte

Alle Besucher Cabreras kommen in Es Port an, dem Hafen der Insel, der von der imposanten Burg überragt wird. Die Burg wurde ursprünglich als Schutz vor den Piratenübergriffen errichtet. Bis ins 20. Jahrhundert nutzten Schmuggler die Insel, um ihre Waren zu verstecken.

Cabrera

Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten Cabreras zählen ein ehemaliger Weinkeller, jetzt ethnografisches Museum, einige Leuchttürme und ein Denkmal, dass an die unmenschliche Internierung Gefangener während des spanischen Unabhängigkeitskrieges erinnert.

Wenn ich ehrlich bin, habe ich bisher weder den Weinkeller, noch den Leuchtturm, noch das Denkmal gesehen. Und dabei war ich schon oft dort.  Aber entweder war es zu heiß um weitere Strecken zurückzulegen oder wir hatten keine Lust. Und mittlerweile fahren wir auch gar nicht mehr auf die Insel Cabrera, um dort was zu sehen, sondern einzig und allein um am Strand zu liegen und zu schnorcheln. Maximal sehen wir uns die Burg an. Und das auch nur, weil die Jungs so wild auf Piratengeschichten sind und darauf bestehen. Hauptsächlich sind die Kinder jedoch daran interessiert, die Tierwelt im und am Wasser zu erkunden. Und die ist grandios.

Die Insel Cabrera mit Kindern erkunden

Da der Bootsverkehr um Cabrera streng geregelt und nur eine begrenzte Anzahl an Besuchern jeden Tag erlaubt ist, unterscheidet sich die Tierwelt im Wasser und an Land sehr von dem was wir von Mallorca kennen. Die Fische schwimmen um unsere Beine. Es gibt eine große Vielfalt an Krebsen und Seesternen. An Land verfolgen uns kleine Eidechsen, die lagartija balear, die zum Teil so frech sind, dass sie sich sogar in die Kühltasche trauen. Nur die Ziegen, die der Insel den Namen geben, sind nicht zu finden. Sie wurden verbannt, nachdem sie alle Pflanzen abgegrast und somit das einzigartige Ökosystem fast zerstört hatten.

Cabrera

Ein weiteres Highlight ist der Besuch der Cova Blava, der Blauen Grotte, auf der Rückfahrt nach Mallorca. Sie hält, was der Name verspricht: Tiefblaues Wasser. Beide Bootsfirmen machen auf der Rückfahrt einen Badestopp in der Höhle, der unbedingt wahrgenommen werden sollte.

Cabrera

Cabrera ist sicher kein typisches Ausflugsziel für Mallorca-Urlauber. Es sprengt den Rahmen vieler Familien, sowohl logistisch, als auch finanziell. Andererseits geben viele Urlauber auch Unmengen für einen Tag im Aqualand oder anderen Vergnügungsparks aus. Es liegt an jedem selbst zu entscheiden, ob sich diese Investition lohnt, oder nicht. Für uns ist es auf jeden Fall immer wieder einen Besuch wert. Und alle, die sich schon immer gefragt haben, wie Mallorca vor hundert Jahren ausgesehen hat, sollten sich die Ziegeninsel auf keinen Fall entgehen lassen.

Kurzinfo

Müll: Darf man auf Cabrera nicht zurücklassen. Alles, was ihr mitnehmt, muss auch wieder zurück.

Sonnenschutz: Unabkömmlich. Es gibt kaum schattige Plätze. Ein Sonnenschirm ist zwar sperrig, aber angebracht. Kopfbedeckung und Sonnencreme dürfen nicht fehlen.

Verpflegung: Am besten nehmt ihr ein Picknick mit. In der Bar gibt es Snacks und die Bootstouren bieten eine Lunchpaket an. Wie das Preis-Leistungs-Verhältnis aussieht, kann ich jedoch nicht sagen.

Kinderwagen: Bedingt. An einigen Stellen ist ein Kinderwagen eher hinderlich. Gerade bei ganz kleinen Kindern lohnt es sich aber, ihn mitzunehmen. Vorher mit den Bootsunternehmern absprechen.

Anbieter: Die Exkursionen können bei MarCabrera und Excursiones a Cabrera gebucht werden.

Weitere Infos: Zum Ein- oder Ausklang bietet sich ein Besuch des Besucherzentrums/Aquarium des Nationalparks an, das sich in Colonia Sant Jordi nur wenig entfernt vom Bootsanlegeplatz befindet.

Unterkunft: Für die harten Abenteurer gibt es die Möglichkeit, in der Albergue de Cabrera zu übernachten. Der Aufenthalt ist auf zwei Nächte begrenzt.

Fotogalerie

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