Klippenwanderung nach Cala Figuera

Klippenwanderung nach Cala Figuera

Die Klippenwanderung nach Cala Figuera ist in unserer Familie ein Klassiker. Wir gehen sie mit großen Gästen, mit kleinen und natürlich auch mit unseren eigenen Kindern. Die Tour eignet sich gut für Schulkinder. Aber auch jüngere, aktive Láufer schaffen es. Bei der Wanderung deckt man ein breites Spektrum Mallorca ab: Kalkformationen, wilde Vegetation, Sandstein, ein Fischerdorf, Krebse und am Ende Ausspannen am Strand.

Vom Strand zum Fischerdorf

Unser Ausflug startet in Cala Santanyí. Am besten früh am Morgen, wenn die Sonne noch nicht so brennt. Falls ihr mit dem Auto anreist, könnt ihr direkt am Strand parken. Falls der Parkplatz dort bereits voll ist, könnt ihr es auf der Straße oberhalb der Bucht versuchen (seht die Markierung auf der Karte unten.)

Piratenwachturm Cala Santanyi

In Cala Santanyí gibt es einen restaurierten Piratenleuchtturm. Je nachdem wo ihr die Wanderung startet, liegt er am Anfang nicht unbedingt auf dem Weg. Meistens sind die Kinder jedoch auf dem Rückweg zu geschafft, um dort noch vorbei zu schauen, weshalb es eine Überlegung wert ist, ob man da nicht zu Beginn einen kleinen Abstecher macht. Parkt ihr an der mit „Parkplatz 2“ markierten Stelle, lauft ihr einfach gerade aus bis ihr am Turm seid. Parkt ihr unten am Strand, müsst ihr linkerhand am Strand nach oben, an den Apartaments Drac vorbei und dann rechts gerade aus. Die Wachtürme stammen aus einer Zeit, in denen Mallorca schwer unter den Angriffen von afrikanischen Piraten zu leiden hatten. Die Geschichten darum sind eine gute Einstimmung für die Klippenwanderung nach Cala Figuera.

Klippenwanderung nach Cala Figuera

Nun lasst uns aber endlich die Klippenwanderung nach Cala Figuera starten. Ihr müsst auf die Straße oberhalb der Apartamentos Drac. Ein Stück darüber findet ihr links eine zugewachsene Höhle, gegenüber das Hostal Palmaria. Unterhalb des Gebäudes gehen Steinstufen direkt an die Küste.

Das ganze sieht sehr privat aus und ist es vielleicht auch. Aber es gibt auf Mallorca und in ganz Spanien eine Regelung, die besagt, dass die Küstenstreifen und Strände alle der Öffentlichkeit zugängig bleiben müssen. Deswegen wird euch da niemand zur Rechenschaft ziehen, wenn ihr das kleine Stück Privatgrundstück passiert. Und falls doch, habt ihr jetzt gute Argumente.

Hinter dem Palmaria lauft ihr durch die Pinienbäume immer an der Klippe entlang. Ihr kommt unterhalb von Wohnhäusern vorbei, bis ihr schließlich auf einer weiteren Fläche seid, von wo man einen guten Blick auf das Es Pontàs hat. Auf deutschen Mallorcaseiten wird es immer Felsentor genannt, das Tor zum Meer. Dabei ist die korrekte Übersetzung „Brücke“.

Wandern mit Kindern auf Mallorca

Wenn ihr weiter geht, bemerkt ihr vielleicht, dass einer der großen Felsen Ähnlichkeit mit der Sphinx hat. Falls nicht, auch nicht so schlimm. Ich habe 10 Jahre gebraucht um das zu sehen.

Salze und Sandsteine

Abhängig von der Jahreszeit werdet ihr nasse oder ausgetrocknetet Felslöcher finden. Alles was ihr hier seht ist Kalkstein. In den verkarsteten Flächen bleibt bei Sturm Meerwasser liegen, das bei guten Wetter wieder verdunstet. Zurück bleibt das Salz, dass wie weißer Schnee in der Sonne klitztert. Genau dieses Prinzip wird auch bei der Salzgewinnung, zum Beispiel in den Salinen von Ses Salines angewendet. Ihr könnt hier ein wenig als Andenken mitnehmen. Ist günstiger.

Weiter über die Felsen gelangt ihr eventuell an einige Stellen, die unpassierbar aussehen. Es sollte an keiner Stelle zu gefährlich sein. Falls doch, besser einen alternativen Weg suchen. An einigen Stellen müsst ihr aber vor allem kleine Kinder und nicht so trittfeste Erwachsene gut festhalten. Falls ihr uns schon länger folgt, wisst ihr, dass unser Motto Fordern und Fördern ist. Wir trauen unseren Jungs einiges zu. Würden sie aber nie in Gefahr bringen.

Wieder ein Stück weiter (auch auf der Karte markiert) gelangt ihr an eine Stelle, wo früher das Marés abgebaut wurde. Dieser für Mallorca typische Sandstein wurde auch beim Bau der Kathedrale in Palma verwendet. Man sagt, dass speziell das Marés aus Santanyi die beste Qualität hat. Wer will, kann sich hier verewigen. Der Stein ist sehr leicht verformbar.

Letzte Anstrengung

Bald gelangt ihr dann an einen trockenen Flusslauf. Den müsst ihr hinauf, was aber nur bis zur Hälfte geht, weil irgendjemand eine Mauer dort bauen musste. In der Regel ignorieren wir solche Mauern (weil die Küste ja zugängig ist). An dieser Stelle ist die Mauer aber mit mehrpsrachigen Warnsschildern plakatiert, die es auch dem letzten klar machen sollten, das ein Zutritt nicht erwünscht ist. Das ist ärgerlich, aber mit etwas Mühe kommt man auch über den Flusslauf auf die andere Seite und dort an der Mauer vorbei.

Als nächstes gelangt ihr an einen kleine Parkplatz. Der Fels dort sieht auf den ersten Blick nicht begehbar aus. Wenn ihr genau hinschaut, erkennt ihr aber rote Wegpunkte (aka Blutspritzer für die kleinen Abenteurer). Sie zeigen euch den Weg nach oben. Wenn ihr das geschafft habt, ist der anstrengende Teil der Klippenwanderung nach Cala Figuera auch schon vorbei. Es heißt jetzt: Luftholen!

Der Fischerort Cala Figuera

Schaut ihr nach rechts, blickt ihr zum einen auf den Strand von Cala Llombards. Weiter in der Ferne zeichnet sich die Insel Cabrera ab. Während ihr weiter in Richtung Cala Figuera lauft, begebt ihr euch durch Rosmarin und Lavendelbüsche. Kommt ihr im Frühling, steht der Lavendel in der Blüte. Wieder eine gute Gelegenheit einige Andenken zu sammeln.

Lavendelfeld auf den Klippen.

Schließlich gelangt ihr wieder auf befestigte Straßen. Willkommen in Cala Figuera, dem kleinen Fischerort im Südosten Mallorcas. Lauft in den Hafen hinunter. Dort findet ihr verschiedene Bars und Restaurants. Es gibt auch ein kleines Tourismusbüro, das aber nur im Sommer geöffnet ist. Wir holen uns in der Regel nur ein Eis auf die Hand und setzten uns ein wenig in den Hafen. Die Kinder jagen hier kleine Krebse und wir ruhen uns aus. Falls ihr nicht am Morgen, sondern am Nachmittag gewandert seid, besteht die Möglichkeit, dass ihr die Fischerboote beim Einlaufen und Ausladen beobachten könnt. Sie kehren in der Regel zwischen 16.00 und 17.00 Uhr zurück.

Cala Figuera. Fischerhafen.

Für den Rückweg laufen wir einmal komplett durch die erste Bucht. Am Ende der Caló d’en Busques befindet sich eine kleine Bootseinlasstelle. Dahinter geht eine Straße dem ehemaligen Flusslauf hinauf. Zunächst ist diese noch erdig, später auch asphaltiert. Am Kreisverkehr geht es gerade aus weiter Richtung Cala Santanyí. Ihr lauft durch die Siedlung hindurch, bis ihr an Carrer de Sa Pedrassa in Richtung Torre Nova links abbiegt. Wenn ihr am Anfang beim Piratenleuchturm wart, sollte euch bald einiges bekannt vorkommen. Ihr lauft rechts weiter und geht dann nach links runter zu den Apartamentos Drac. Und seid dann wieder am Strand von Cala Santanyí, wo ihr den Rest des Tages verbringen könnt.

Kurzinfo

Dauer: Rundgang 2,5 Stunden. Nach Cala Figuera ca. 70 Minuten. Zurück ca. 50 Minuten. Plus Aufenthalt und Pause in Cala Figuera.

Parken: Am Strand in Cala Santanyí ist ein großer Parkplatz. Ansonsten an der Straße, die zum Piratenleuchtturm führt.

Schwierigkeit: Mittel. Für Schulkinder ohne weiteres meisterbar. Aber auch fitte, jüngere Kinder schaffen die Wanderung.

Verpflegung: Bars und Restaurants gibt es sowohl in Cala Santanyi, als auch in Cala Figuera. Während der Wintermonate ist in Cala Santanyi jedoch alles geschlossen. In Cala Figuera sind einige Lokale ganzjährig geöffnet.

Mitnehmen: Festes Schuhwerk ist sehr wichtig. Sonnenschutz. Wasser. Snacks.

Fotogalerie

Auf der Karte

Klippenwanderung auf Mallorca. Mit Kindern von Cala Santanyi nach Cala Figuera.

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