Warum auf Mallorca die Zeit langsamer vergeht.

Falls ihr euch schon einmal gefragt habt, warum auf Mallorca die Zeit langsamer vergeht, erfahrt ihr hier, warum das so ist.

Això era i no era…

Auf Mallorca treiben seit jeher die Boiet Teufel ihr Unwesen. Anders als ihre Kollegen,  die furchteinflößenden Dämonen, sind die Boiets eher klein als groß und mehr frech als gefährlich. Im schlimmsten Fall stiften sie Chaos.
Vor langer Zeit begaben sich acht von ihnen auf eine Reise. Sie versteckten sich auf einem Schiff und gelangten so in den Norden, in Länder in denen es schneite und regnete.

Immer gut für Schabernack: Die Boiet Teufelchen auf Mallorca.
Illustration via 
Illa dels Tresors de 
Fundació Mallorca Literària

Sie erkundeten viele Orte und schlichen sich in die Häuser der Menschen.  Heimlich, still und leise stahlen sie jedem, den sie begegneten ein wenig seiner Zeit. Die Menschen wunderten sich, dass ihnen plötzlich Zeit fehlte. Die Zeit für ein Mittagsschläfchen oder eine Plauderei auf der Straße. Sie hatten keine Zeit mehr um den Sonnenuntergang zu beobachten oder um Geschichten zu erzählen. 

Diese Zeit hatten die Boiets in Säcke geschnürt. Jeder von ihnen trug einen. Als sie genug Zeit gesammelt hatten, machten sie sich auf dem Rücken von Zugvögeln zurück auf den Heimweg. Dem kleinsten der Teufelchen rutschte dabei dummerweise sein Sack aus den Händen. Die Zeit fiel auf die schneebedeckten Gipfel der Alpen. 

Die Boiet Teufel mit der gestohlenen Zeit.
Illustration via 
Illa dels Tresors de 
Fundació Mallorca Literària

Die restlichen sieben Säcke gelangten sicher nach Mallorca. Kein Wunder also, dass die Menschen auf Mallorca mehr Zeit haben als anderswo. Und wenn man an einen ganz versteckten Winkel der Insel gelangt, kann es gut sein, dass die Zeit auch einfach mal stehen bleibt. 

Kurze Info

Es gibt unzählige Mallorquinische Märchen. Sie werden rondaies oder rondalles genannt. Die meisten davon sind weder in Spanische noch ins Deutsche übersetzt worden. Die Fundació Mallorca LiteRàriA hat dieses Jahr eine Anwendung gelauncht, mit der Kinder auf spielerische Weise die wichtigsten Legenden Mallorcas kennenlernen können. Die Bilder dieses Beitrages stammen aus dieser Anwendung, die leider nur auf Mallorquin verfügbar ist. Ich finde das sehr schade, weil da wirklich ein Schatz liegt, der auch Nicht-Mallorquinern viel über die Insel erzählt, die im Spiel die „Schatzinsel“ genannt wird.

Auf Instagram und auf dieser Seite erzähle ich euch immer einmal wieder einige davon. Wer sich für die App interessiert, kann sie sowohl bei Google Play als auch im App Store finden.

Eine weite Möglichkeit zum Kennenlernen der mallorquinischen Volksmärchen ist der Besuch des Märchenmuseums in Artà.

 

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