Porreres

Porreres ist einer der Orte auf Mallorca, die man gerne übersieht. Jeder Besucher, der von Palma in den Südosten der Insel will, fährt über die Autobahn dorthin, ohne etwas von dem kleinen Ort zu sehen. Auf dem Weg nach Manacor führt die Autovia einmal quer über die Insel. Nach Porreres kommt man aber auch nicht. Die Gemeinde liegt genau zwischen den beiden Hauptverkehrsstraßen und wird deshalb hauptsächlich von Radfahren besucht. Sie kommen über die kleine Landstraße von Llucmajor und sehen so was vielen anderen verborgen bleibt: Eine der schönsten Landstraßen der Insel.

Herbe Schönheit

Porreres selbst ist nicht unbedingt das schönste Dorf Mallorcas. Alles ist etwas derber und ursprünglicher als in anderen Dörfern. Die wuchtige Kirche dominiert das Stadtbild. Seinen Namen hat der Ort von einem Kreuzritter. Guillem de Porrera, ein Katalane, soll an der Vertreibung der Mauren beteiligt gewesen sein.

Die Besiedlung des Ortes geht bis in die Bronzezeit zurück. Einen Ruf, leider keinen guten, erlangte er nach dem Spanischen Bürgerkrieg. Denn da gab es in Porreres die meisten Hinrichtungen. Nur in Manacor und Palma wurden noch mehr Anhänger der Republik umgebracht.

Aprikosen & Wein

Besser ist der Ruf Porreres heute. Es ist eines der wichtigsten Aprikosen-Anbaugebiete auf Mallorca. Die Frucht ist so wichtig für den Ort, dass jedes Jahr im Juni ein Aprikosenfest stattfindet, bei dem es Coca d’Albercoc bis zum Bauchweh gibt, und gezeigt wird, wie die Früchte halbiert getrocknet werden. Die Dörraprikosen, orejones auf mallorquin, sind ein großer Verkaufsschlager. Mittlerweile veredelt man sie auch mit Schokolade und bringt sie als Pralinen auf den Markt.

Neben den Aprikosen ist Porreres aber auch für seinen Wein bekannt. Jaume Mesquida pflanzte als erster Edelrebsorten in der Gegend an. Sein Weingut ist heute Inselweit bekannt.

Auf der Karte

Kommentar verfassen

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.