Müll und Plastik: Mallorca räumt auf

Auf einer Insel ist der Platz ist begrenzt. Das merkt man im Hochsommer ganz anschaulich, wenn man in Strandnähe einen Parkplatz sucht. Jährlich kommen circa 13 Millionen Urlauber auf die Balearen Insel. Die kurbeln die Wirtschaft an, bringen jedoch neben Sandalen und Badehose vor allem Müll mit. Und den lassen sie in der Regel zurück.

Mallorca ohne Plastik Müll

Ein Großteil des Mülls der anfällt, ist Plastik. Generell wird überall versucht, Müll zu trennen und zu recyclen. Jedoch ist es mit der bestehenden Technik auf der Insel unmöglich, der Masse Herr zu werden. Nur circa 20% des anfallenden Plastikmülls wird wiederverwertet. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Teil des Plastikmülls im Meer landet, ist sehr hoch. Dort verwechseln ihn viele Meerestiere ihn mit Nahrung. Alles was länger im Wasser treibt, wird durch Wellen, Steine und Sand klein geraspelt. Dieses Mikroplastik gelangt über die Fische schließlich auch in unsere Nahrungskette.

Zwischen Mai und Juli 2018 haben Müllboote, die in den Gewässern um die Balearen unterwegs sind, zwölf Tonnen Plastik aus dem Meer gefischt. Das entspricht 230 Kilogramm am Tag.

Das soll sich ändern!

Mallorca sagt Plastik-Müll den Kampf an

Bereits seit einigen Jahren bieten Supermärkte Basttüten statt Einwegtüten an. Mit einem neuen Abfallgesetz sollen auch die verbleibenden Plastiktüten verboten werden. Aber nicht nur die. Generell soll die Verwendung von Einweg-Plastik bis 2020 verboten werden, um unter anderem den wachsenden Müllansammlungen in der freien Natur und im offenen Meer eine Grenze zu setzten. Das neue Gesetz soll aber auch der Wegwerfmentalität ein Ende setzten und unser Konsumverhalten ändern.
Mallorca ohne Plastik MüllDie in dem Gesetz verabschiedenden Ziele gehen weit über die von der Europäischen Kommission festgelegten Ziele hinaus. Die Balearen-Regierung möchte, dass so schnell wie möglich nachhaltige Alternativen Einwegprodukte Kunststoff ersetzten sollen. Der Verkauf von Produkten, die Mikroplastik enthalten, soll verboten werden, ebenso wie nicht wiederverwendbare Versionen von Feuerzeug, Rasieren, Tintenpatronen. Einwegkaffekapseln müssen ab 2020 aus kompostierbaren oder recycelbaren Materialien bestehen.

Wiederverwendbare Alternativen

Weltweit gibt es bereits viele Initiativen. Ein kompostierbarer Sangriastrohalm ist keine Zukunftsvision mehr, sondern vielleicht bald schon Realität an Mallorcas Stränden.

Mallorca ohne Plastik Müll

Weiterhin sollen an öffentlichen Plätzen und in öffentlichen Gebäuden Trinkwasserstellen installiert werden um Besucher davon abzuhalten, Plastikflaschen an den Strand mitzunehmen und vor allem dort zu lassen. Der Verkauf von Getränken in Plastikflaschen soll in öffentlichen Einrichtungen verboten werden. Hotel und Gaststättengewerbe müssen ihren Kunden unentgeltlich „unverpacktes“ Wasser als Alternative anbieten. Hersteller und Vertriebe dürfen bei Inkrafttreten des Gesetztes nur noch solche Artikel verkaufen, die sie auch wieder zurücknehmen und recyclen.

Mallorca ohne Plastik Müll

Kleingeschredderte Plastikteile am Strand.

Falls das Gesetz die Zustimmung aus Madrid erhält, bekommen die Balearen das fortschrittlichste Müll-Gesetz Europas. Bis 2030, so die neue Plastik-Strategie der EU-Kommission, sollen Kunststoffverpackungen in der Union zu 100 Prozent wiederverwendbar sein. Nach EU-Angaben produzieren die Europäer jedes Jahr 25 Millionen Tonnen Kunststoff-Abfälle. Recycelt wird davon nicht einmal ein Drittel.

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